Eine kurzsichtige Entscheidung des Gemeinderates mit weitreichenden Folgen. Bereits in der letzten Gemeinderatssitzung hat die Mehrheit des Gremiums entschieden die Resolution zu mehr Bevölkerungsschutz, Katastrophenschutz und der Abschaltung der Atomkraftwerke wie Beznau, Gösgen und Leibstadt abzulehnen. Jetzt entschied sich die Mehrheit des Gemeinderates für den Austritt aus dem TRAS, was für mich auch eine kurzsichtige Entscheidung ist, denn der
Trinationale Atomschutzverband (TRAS) im Juni 2005 von Organisationen, Kommunen und Bürgern aus dem Dreiländereck (Deutschland, Frankreich und der Schweiz) gegründet wurde hat das Ziel länderübergreifend gegen gefährliche Atomanlagen vorzugehen. TRAS nutzt wissenschaftliche Expertisen sowie juristische Mittel, um den Bau und Betrieb von Atomkraftwerken zu verhindern und Transparenz einzufordern. Nach dem erfolgreichen Engagement zur Stilllegung des AKW Fessenheim (2020) setzt sich TRAS für die rasche Abschaltung der Schweizer Kernkraftwerke (wie z. B. Beznau) ein, die unsere Region bedrohen und fordert bessere Katastrophenschutzpläne für die in den Regionen des im Dreiländereck lebenden Menschen, zu der auch unsere Region Freiburg gehört. Ein schwerer Unfall in einem der AKW würde demnach insbesondere Süddeutschland massiv betreffen. Die Schweizer Atomkraftwerke Beznau, Gösgen und Leibstadt gehören zu den ältesten der Welt. Alle diese Reaktoren stehen nahe oder direkt an der deutschen Grenze. Keine der Anlagen entspricht dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Gesetzlich sind die Laufzeiten der Reaktoren bisher nicht beschränkt; die Betreiber und Teile der Schweizer Politik streben einen jahre- beziehungsweise jahrzehntelangen Weiterbetrieb an. TRAS möchte eine Laufzeitbeschränkung und die schnellstmögliche Abschaltung dieser AKWs erreichen, was auch in unserem Interesse sein muss. Schwere Atomunfälle können sich jederzeit ereignen. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu wissen, was diese Risiken genau sind. Deswegen fordert TRAS u.A. adäquate grenzüberschreitende Unfallspläne, die Führung von Krebsregister rundum AKW und mehr Transparenz bei der Veröffentlichung heikler Daten wie vorhandene Erdbebenanalysen oder Altersbeschwerden der AKWs. Die Mitgliedschaft im Trinationaler Atomschutzverband (TRAS) ist essenziell für alle, die sich aktiv gegen grenznahe Atomrisiken. Mit der Mitgliedschaft unterstützen wir eine starke, länderüber-greifende Stimme, die sich für einen verbesserten Katastrophenschutz in der Region einsetzt.
Obwohl die Bedeutung der Mitgliedschaft vergleichbar ist, wie die der Beratung und Unterstützung durch einen kommunaler Spitzenverband ist, wären der Stadt keine finanziellen Verpflichtungen entstanden, da die Zahlung des Mitgliedsbeitrages für das kommende Jahr bereits durch Zusagen aus der Zivilgesellschaft abgedeckt waren.