Es ist doch erstaunlich, dass die aktuellen Hitzerekorde zumindest nicht offensichtlich zu mehr Fürsorgemaßnahmen durch die Stadtverwaltung führt.
Die Fraktion DOL & Grüne hatten im Rahmen der Haushaltsberatungen einen Hitzeaktionsplan gefordert, was von der Verwaltung aufgenommen wurde. Aufgrund der aktuellen Hitzetage wäre es natürlich interessant, welche Maßnahmen bereits ergriffen worden sind und wie die Stadtverwaltung auf den Hitzeschutz aufmerksam macht.
Wie sieht es aus bei der Umsetzung von Hitzeschutz, wie z.B. Verschattungs-maßnahmen in Schulen, Kindergärten, Senioreneinrichtungen und im öffentlichen Raum oder auch bei der Einrichtung von Trinkbrunnen aus?
Frankreich hat gestern den heißesten Tag seiner Messgeschichte erlebt. Über 44 Grad wurden in manchen Orten gemessen, hunderte Temperatur-Rekorde im ganzen Land gebrochen. Die Auswirkungen auf die Infrastruktur sind katastrophal, die enorme Hitze eine ganz reale Gefahr für die Gesundheit von Millionen Menschen. Daher müssen auch wir hier vor Ort darüber sprechen.
Für mich ist klar, dass wir jetzt nicht über die Ursachen sprechen, denn diese sind uns doch alle bekannt, wir Menschen haben zur Erhitzung der Erde maßgeblich beigetragen. Wir müssen aber über die mangelnden Maßnahmen zur Anpassung sprechen. Paris ist Vorreiter, dort wurden Milliarden in Begrünung und Entsiegelung investiert. Auch wir müssen die Probleme, die es künftig durch Hitze geben wird, ernst nehmen und reagieren. Daher würde ich es sehr begrüßen, wenn von der Stadtverwaltung über den Stand des Hitzeaktionsplan informieren würde.
Hintergrund:
Hitzeaktionspläne sind ein wirksames Instrument, um Menschen und Strukturen auf extreme Hitzeereignisse vorzubereiten und auf diese zu reagieren. Besondere Priorität hat dabei der Schutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen wie Senioren, Kranke und Kinder bspw. durch Ein-richtung von Kühlungsräumen und Beschattungsmöglichkeiten in Kindergärten, Schulen, Parks und öffentlichen Plätzen. Sofern noch nicht vorhanden, sollten Hitzepläne besonders betroffene Einrichtungen wie Krankenhäuser und Behinderten- sowie Alten- und Pflegeeinrichtungen und Schulen mit einbeziehen. Die in allen Bundesländern vorhandenen Hitzewarnsysteme, die mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) eingerichtet wurden, sind zu überprüfen und ggf. anzupas-sen. Hierbei muss sichergestellt werden, dass besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen recht-zeitig und im erforderlichen Umfang gewarnt werden.
Bei langanhaltenden hohen Temperaturen führen z.B. eine dichte Bebauung und ein hoher Ver-siegelungsgrad mit einer geringen Begrünung, führen bei langanhaltend hohen Temperaturen (wie aktuell im Juni) zu Hitzestaus und Aufheizungen, sogenannten Hitzeinseln.
Versiegelte Flächen verhindern die Verdunstung aus Boden und Vegetation und eine damit verbundene Abkühlung.