Wann begreift unsere Bundesregierung endlich, die Klimakrise uns alle trifft. Hitzewellen treten nicht nur häufiger auf, sie dauern auch länger und werden intensiver. Die Klimakrise ist längst keine abstrakte Bedrohung mehr. Sie ist spürbar – in unseren Städten, auf unseren Feldern, in unseren Wäldern und in unseren Wohnungen. Rekordtemperaturen, langanhaltende Hitzewellen, Dürren und Waldbrände nehmen zu. In vielen Regionen Europas sogar extrem schwere Waldbrände. Rekordtemperaturen von über 40 Grad werden in diesem Sommer in Deutschland zum wiederholten Mal gebrochen. Das Robert Koch Institut zeigt aktuell auf, dass die Hitze bereits heute eines der größten klimabedingten Gesundheitsrisiken in Deutschland ist und jedes Jahr Tausende Menschenleben fordert.
Anstatt sich über Maßnahmen Gedanken zu machen wie man den Klima- und Hitzeschutz deutlich verbessert und die Kommunen dabei unterstützt Hitzeschutzaktionspläne umzusetzen, diskutieren die politisch Verantwortlichen darüber, wie weit sich die Klima- und Naturschutzgesetze aufweichen lassen, was mit Entbürokratisierung begründet wird. Der großen Mehrheit in Deutschland und Europa ist es bewusst, dass die Erderhitzung keine ferne Bedrohung, sondern Gegenwart ist. Daher ist es die schlechteste Antwort darauf, ausgerechnet jene Regeln zu demontieren, die Emissionen senken, Ökosysteme stärken und natürliche Schutzfunktionen wiederherstellen sollen.
Es ist daher richtig und dringend notwendig, dass ein breites Bündnis aus Umweltverbände, Gesundheitsorganisationen, Sozialverbänden, Landwirtschaft und Zivilschutz die Bundesregierung auffordern, im Rahmen eines „Hitzegipfels“ mehr Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen zu beschließen. Fehlanzeige bei der Bundesregierung, ihr fehlt es an dem Willen Probleme zu lösen, wie den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben, den Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu beschleunigen, Klimaanpassungsmaßnahmen beschleunigt auszubauen, die Energieverschwendung abzustellen oder die Klimagerechtigkeit zu stärken.
Selbst wenn die Emissionen heute weltweit drastisch sinken würden, werden Hitzewellen in den kommenden Jahren häufiger auftreten. Deshalb müssen wir unsere Städte klimaresilient gestalten, mehr Grünflächen schaffen, Gebäude besser anpassen und besonders gefährdete Menschen schützen.
Gleichzeitig dürfen wir jedoch die Ursachen der Erderhitzung nicht aus dem Blick verlieren. Jeder vermiedene Ausstoß von Treibhausgasen trägt dazu bei, die Folgen der Klimakrise zu begrenzen. Klimaschutz ist deshalb immer auch Gesundheits-, Natur- und Bevölkerungs-schutz.
Wenn heute Politiker/innen in den Gemeinderäten, Landtagen und im Bundestag Maß-nahmen zum Schutz des Klimas und der Klimaanpassung verweigern machen sie sich schuldig an der Zerstörung unserer Umwelt und am Tod vieler Menschen.
Es ist daher nur konsequent, dass ein Bündnis von Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Zivilschutz, Gesundheit, Umwelt und Klima aktuell von der Bundesregierung fordern einen „Hitzegipfel“ einzuberufen. Das Bündnis fordert konkret:
- einen Hitzegipfel
- einen bundesweiten Hitzeschutzplan
- den Schutz vor Gefährdungen durch die Klimakrise als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz zu verankern
- die Finanzierung von Klimaschutz und -anpassung
- die Abkehr von fossilen Brennstoffen
Hinter diesen Forderungen dieses Bündnisses stehe ich zu 100%