Wir müssen stärker europäisch denken, sonst spielen die europäischen Staaten sei es in der internationalen Sicherheitspolitik und der Wirtschaftspolitik nur noch eine Zuschauerrolle. Das aktuelle Vorgehen der USA gegen Venezuela oder die imperialen Bestrebungen Grönland in die USA einzugliedern, erfordern klare europäische Reaktionen. Europa muss seinen eigenen Weg gehen, um nicht in die Zuschauerrolle zu fallen! Wirtschafts- und Sicherheitspolitisch sind die Staaten der Europäischen Union jetzt gefragt gemeinsam zu handeln.
Und wenn man sich den Wirtschaftsstandort Deutschland und auch Baden-Württemberg anschaut macht man sich große Sorgen. Gerade wenn man sich die Diskussion um das Verbrenner „Aus“ vor Weihnachten verfolgt hat, ist es nicht nachvollziehbar, dass man eine Entscheidung für den Verbrenner trifft und damit der bereits jetzt kriselnden Automobilindustrie das Sterben etwas verlängert, anstatt die Transformation der Wirtschaft und Zukunftstechnologien massiv voranzutreiben.
Die Automobilindustrie in Deutschland und BW ist rückwärtsgewandt und hofft mit dieser Entscheidung den Verbrenner über die Zeit zu retten und gefährdet damit viele Arbeitsplätze.
Es ist ärgerlich, dass auch die Landesregierung eine Verschiebung des Verbrenner „Aus“ begrüßt hat und damit den dringend notwendigen Innovationsschub in der Industrie weiter verlangsamt. Hier hat man sich den Interessen der Lobbyisten gebeugt.
Die Krise der Industrie ist zum großen Teil hausgemacht. Die Unternehmen haben jahrelang riesige Gewinne gemacht ohne dabei, wohlgewollt, nicht zu merken, dass sich die Wettbewerbsbedingungen verändern. So haben die chinesischen Autobauer die Europäer und natürlich auch die deutsche Automobilwirtschaft längst überholt.
Die technologische Entwicklung im Bereich der Elektromobilität ist so rasant, da werden Verbrennermotoren bald nicht mehr wettbewerbsfähig sein.
Bis jetzt schafft es die Bundesregierung nicht transparent zu kommunizieren wofür die Mittel aus dem Klimatransformationsfond ausgegeben werden sollen.
Anstatt die Transformation der Wirtschaft voranzutreiben, versuchen die Bundesregierung und Wirtschaftsverbände Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen mit der Bürgergelddiskussion, Arbeitszeit und Krankentage oder der Rentenniveaudebatte um nur drei Beispiele zu nennen.
Die Anzahl der Erwerbstätigen und die von ihnen geleisteten Arbeitsstunden sind noch immer auf einem historischen Hoch, darum heißt es jetzt die Rahmenbedingungen für eine zukunftsweisende Wirtschaftspolitik zu schaffen. Statt Transformation als zukunftsorientierte Chance zu verstehen, um durch Innovation, Nachhaltigkeit (ökologisch/ökonomisch) und Digitalisierung Wettbewerbsvorteile, Resilienz und neue Märkte zu erschließen und Potenziale für Effizienzsteigerung, verbesserte Arbeitsbedingungen und eine Kultur, die Talente anzieht, verkriechen sich die Wirtschaftsbosse und viele Politiker/innen in Schuldzuweisungen! Die Unternehmer/innen müssen endlich verstehen, dass der Wandel notwendig ist und er erfordert ein aktives, geplantes Change-Management.
Die Bundesregierung gefährdet mit ihrer politischen Ablenkungsdebatten und einer falschen Prioritätensetzung nicht nur viele Arbeitsplätze, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

