Der Klimawandel und seine Folgen wird auch in unserer Stadt immer deutlicher spürbar. In den vergangenen Sommern wurden regelmäßig neue Hitzerekorde gemessen.
Daher ist es für unsere Stadt wichtig, sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Dies erfordert von der Stadtverwaltung eine Strategie und einen Aktionsplan, um ihre Bürger:innen vor Hitze zu schützen.
Auf meine Nachfrage hin, erklärt die Stadtverwaltung: Ein Hitzeaktionsplan ist derzeit nicht in Bearbeitung und kann daher dem GR auch nicht zum Beschluss vorgelegt werden.
Die globale Erwärmung geht mit häufigeren und intensiveren Hitzewellen einher. In vielen Teilen Mitteleuropas hat die Anzahl der Tage von Hitzewellen zwischen 1981 und 2010 um 10-15 Tage pro Jahrzehnt zugenommen. Dieser Trend hat sich weiter verschärft, so hatten wir 2018 20 Hitzetagen mit Temperaturen deutlich über 30 Grad und heute erreichen wir schon 30 Hitzetagen. Diese Tendenz wird sich wohl fortsetzen und wahrscheinlich auch noch verstärken. Mit den Hitzetagen werden auch die tropischen Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 °C fällt weiter zunehmen.
Der Anstieg heißer Tage sowie häufigere und länger andauernde Hitzewellen führen zu einem Anstieg der Gesundheitsrisiken für den menschlichen Organismus. Während viele Menschen unter Hitzestress leiden, sind bestimmte Personengruppen besonders gefährdet. Dazu gehören ältere und körperlich schwache Menschen, pflegebedürftige und isoliert lebende Menschen, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, Obdachlose, Menschen, die in Gemeinschafts-unterkünften leben, sowie Menschen, die im Freien arbeiten. Auch wirtschaftliche und soziale Benachteiligungen können Menschen anfälliger für Hitzeereignisse machen.
Gerade Krankenhäuser, Senioren/innen Einrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten zählen zu den Einrichtungen, die besonders gefährdet sind und daher sollten gerade hier Maßnahmen zum Hitzeschutz zuerst ergriffen werden.
Verschieden Gemeinderäte machten im letzten Jahr ein Praktikum bei den städtischen Kindertagesstätten und stellten damals schon große Defizite beim Hitzeschutz in den meisten Einrichtungen fest. Daher wäre es wichtig zu erfahren, was sich seit dem letzten Jahr in den Einrichtungen verbessert hat, was gerade vor dem Hintergrund der Juni Hitzewelle und der aktuellen Hitzewelle in diesem Jahr wichtig und interessant wäre. DOL &Grüne hatten aufgrund der Hitzeerfahrungen und vielen Rückmeldungen von Bürger/innen im letzten Jahr zu den Haushaltsberatungen einen Hitzeaktionsplan für Waldkirch eingefordert, was auch von der Verwaltung zugesagt wurde.
Daher wäre es doch aufgrund der erneuten aktuellen Hitzetage wichtig, dass von Seiten der Stadt darüber informiert wird, welche Maßnahmen bisher ergriffen wurden und welche noch folgen werden und wie der Stand der Umsetzung des Hitzeaktionsplans ist?
Ein Hitzeaktionsplan (auch Hitzeschutzplan/Hitzeschutzkonzept/Hitzeplan) ist ein Instrument der Kommune, um angemessen auf die kommenden Hitzephasen zu reagieren.
Die Erstellung eines kommunalen Hitzeaktionsplans liegt grundsätzlich im Verantwortungsbereich der Kommune. Auch wenn hierfür derzeit keine unmittelbare bundesgesetzliche Verpflichtung besteht, gelten Hitzeaktionspläne heute als zentrales Instrument der kommunalen Klimaanpassung und des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes.
Ein Hitzeaktionsplan ist dabei eine Sammlung von kurzfristigen und langfristigen Maßnahmen.
Die Ausgestaltung des Plans und die Anzahl der Maßnahmen soll dabei in das Ermessen der Verwaltung gestellt werden. Wünschenswert wäre es, wenn in diesem Sommer bereits einige Maßnahmen umgesetzt werden.
Hitzeaktionspläne sind eine wirksame Methode, um die Gesundheit der Bevölkerung bei Hitze zu schützen.
Wie man bei der Erstellung eines Hitzeaktionsplanes vorgehen kann und welche Inhalte es zu berücksichtigen gilt, sind hier zu finden:
https://hitzeservice.de/hitzeaktionsplaene
Hitzeschutz darf nicht von der Haushaltslage der Stadt abhängen.
Wir brauchen wie bereits im letzten Jahr gefordert mehr Schatten durch Bäume, z.B. auch auf den Friedhöfen oder Marktplatz sowie Sonnensegel beispielsweise für Spielplätze oder Kinderbetreuungseinrichtungen sowie etliche andere bauliche Maßnahmen die dazu beitragen die Hitze erträglicher zu machen. Für mich muss es auch darum gehen in Waldkirch Schwammstadt-Konzepte umzusetzen, also dafür zu sorgen, dass das Regenwasser nicht einfach in der Kanalisation verschwindet, sondern in der Landschaft gehalten wird und dann in Hitzephasen kühlen kann. Das sind natürlich aufwendige Maßnahmen, die erst einmal finanziert werden müssen.
Wir müssen angesichts der großen Gefahr, die durch Hitze für die Bevölkerung besteht, in der Kommunalpolitik mehr Verantwortung zu übernehmen und zu handeln.