Digitale Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch wer bringt Kindern und Jugendlichen eigentlich bei, wie man sie verantwortungsvoll und sicher nutzt?
Smartphones in der Schule und Social Media erst ab 16? Der Umgang mit Smartphones und Social Media bei Kindern und Jugendlichen wird derzeit kontrovers diskutiert. Die ernüchternden Ergebnisse der PISA-Studie 2022 befeuerten die Debatte zusätzlich. Ein häufig genannter Grund für den Leistungsabfall ist die ständige Ablenkung durch digitale Geräte. Vor diesem Hintergrund fordern viele ein generelles Handyverbot an Schulen und ein Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke. Aber ist das sinnvoll?
Wichtiger ist meines Erachtens eine nationale Bildungsoffensive zur Stärkung von Medienkompetenz und Demokratiebildung als wichtige Voraussetzung zur Bewahrung unserer demokratischen Werte und Institutionen. Medienkompetenz muss eine Schlüsselqualifikation für Kinder und Jugendliche sein, denn „Digitale Medien sind allgegenwärtig und längst ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft.
In einer Zeit zunehmender Verbreitung von Desinformationen und Hass im Netz sowie wachsendem Druck auf demokratische Strukturen ist die Befähigung zu kritischer und selbstbestimmter Mediennutzung dringender und wichtiger denn je. Im Unterricht haben eingeschaltete Smartphones nichts zu suchen!
Medien sind heute mehr denn je ein fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen. Doch die Qualität von Medienangeboten variiert sehr stark, insbesondere seitdem jeder Mensch im Internet Inhalte verbreiten kann und dadurch nicht immer die journalistischen Standards wie eine sorgfältige und faktenbasierte Berichterstattung gewährleistet sind. Die Kompetenz, zu erkennen, welche Inhalte valide und vertrauensvoll sowie von persönlicher Relevanz sind, nennt man Medienkompetenz. Sie muss erst erlernt werden. Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen zu fördern, ist daher für mich ein zentrales Thema in Schule und Pädagogik.
Kinder und Jugendliche sind für Unternehmen eine attraktive Zielgruppe - deshalb gibt es für sie auch spezialisierte Werbeformate in sozialen Medien oder Games. Um diese manipulativen Strategien verstehen zu können, aber auch um Fakten von Fake News unterscheiden, digitale Kaufvorgänge überblicken oder Quellen überprüfen zu können, benötigen Kinder und Jugendliche Medienkompetenz, die auch für ein gutes Miteinander im digitalen Raum beiträgt.
Ziel muss es sein, Medienkompetenz als unverzichtbare Basis- und Schlüsselqualifikation zu verstehen und sie durch bildungspolitische Maßnahmen strukturell und finanziell auf allen Ebenen langfristig zu stärken. Dies umfasst insbesondere auch den konsequenten Ausbau von medienpädagogischen Angeboten in Kindertagesstätten, Schulen, Universitäten und in der außerschulischen Bildung sowie die Vernetzung verschiedener Akteur*innen (Schulen, Jugendhilfe, Kultur- und Bildungseinrichtungen), um Ressourcen und Know-how zu bündeln.
Medienbildung muss als grundlegender Bildungsauftrag strukturell verankert und langfristig finanziell gesichert sein. Eine Medienbildung die alle Lebensphasen durchzieht – von der frühen Bildung über Schule, Ausbildung und Hochschule bis hin zum lebenslangen Lernen in Beruf und Zivilgesellschaft.