Der Festakt des Europatages in Waldkirch wurde eröffnet durch die Begrüßung von Oberbürgermeister Michael Schmieder, der insbesondere auf das Wirken der gepflegten Städtepartnerschaften einging. Es folgte das Grußwort von Landrat Hanno Hurth, der die Bedeutung des Zusammenwirkens der Kommunen über die Grenzen hinweg hevor und stellte das Wirken des französische Außenminister Robert Schuman dar, der am 9. Mai 1950 eine historische Rede hielt, in der er einen Plan für eine vertiefte Zusammenarbeit in Europa vorstellte. Die sogenannte Schuman-Erklärung ebnete den Weg für ein neues Zeitalter des Friedens, der Integration und der Zusammenarbeit in Europa und legte den Grundstein für die heutige Europäische Union.
Als stellvertretender Vorsitzender der Europa-Union des Kreisverbandes Emmendingen, freute es mich die Ehrengäste, Eltern, die Kinder der Klasse 4a der Schwarzenbergschule mit ihrem Französischlehrer Nicolas Loonis sowie die BesucherInnen im Namen des Vorsitzenden Dr. Yannick Bury und des Vorstandes zu begrüßen und ein Grußwort an sie zu richten.
Meine Vorredner hatten bereits auf die Historie und Bedeutung des Europatages hingewiesen, ich erinnerte daran, dass der Gedanke, Europa zu vereinen, nicht neu ist und auch die Idee über ein geeintes Europa schon lange existiert.
Schon vor 500 Jahren hatte der niederländische Theologe und Philosoph Erasmus von Rotterdam die Völker Europas zu einem Völkerbund aufgerufen – daher auch der Name des europäischen Bildungs- und Schüleraustauschprogramm.
Die Europäische Bewegung hatte im 20igten Jahrhundert ihren Ursprung in der Schweiz 1932 (hier gibt es bis heute die Europäische Bewegung der Schweiz) und im Mai 1949 gründete sich die Europa-Union in Deutschland. Die Europa-Union gibt es in 16 Landesverbänden und mehr als 250 Bezirks-, Kreis-, Orts- und Stadtverbänden, so auch im Landkreis Emmendingen und wir feiern heute zwar.
Seit nunmehr 40 Jahren wird der 9. Mai als offizieller Europatag begangen, an diesem Tag fanden 1986 die ersten offiziellen Feierlichkeiten zum Europatag statt mit der Präsentation der EU-Flagge und der EU-Hymne. Damit ist dieser Europatag zwar kein Feiertag aber ein Grund zu feiern.
Dieser Tag ist keine bloße Erinnerung an die Geschichte. Er ist ein Auftrag an uns alle, die europäischen Werte aktiv zu verteidigen. Freiheit, Demokratie und Zusammenhalt sind keine Selbstverständlichkeit, sie müssen jeden Tag aufs Neue gestaltet werden.
Gerade in Zeiten, in denen unsere Werte auf die Probe gestellt werden, müssen wir Haltung zeigen. Wir brauchen mehr digitale Sicherheit, engere Zusammenarbeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Daher ist es auch ein schönes Zeichen, dass heute das ungarische Parlament zusammenkommt und den neue Premierminister seinen Amtseid ablegt.
Als Europa-Union erleben wir, dass Europa nicht abstrakt ist. Europa ist hier, bei uns vor Ort – in unseren Städten, Gemeinden und Schulen. Dies kommt z.B. hier in Waldkirch wo wir heute diesen Tag begehen zum Ausdruck mit der Städtepartnerschaft mit Selestat, Liestal oder Worthing.
Europa erfahren wir also vor Ort und in der Welt:
- Es sind die grenzüberschreitenden Projekte, die unsere Jugend verbinden.
- Es ist der gemeinsame Binnenmarkt, der unseren Wohlstand sichert.
- Es ist die Reisefreiheit, die uns als Bürgerinnen und Bürger der EU zusammenbringt.
Wir als Europa-Union setzen uns für ein Europa der Bürgerinnen und Bürger ein. Die Einigung Europas wird auf Dauer nur gelingen, wenn dieses Projekt auch von den Bürgerinnen und Bürgern unterstützt und aktiv mitgestaltet wird und die Bürger/innen sich damit identifizieren können, der Schwerpunkt liegt auf dem „Wir“ – Wir sind Europa und das sollte sich natürlich auch in den Entscheidungsstrukturen niederschlagen.
Unabhängig von parteipolitischen Überzeugungen, Alter und Beruf arbeiten die Mitglieder der Europa-Union sich für ein gemeinsames Ziel ein: ein friedliches, freiheitliches und föderales Europa, das transparent, demokratisch und handlungsfähig ist.
Wir laden sie alle ein: Feiern Sie Europa nicht nur heute, sondern tragen Sie den europäischen Gedanken in Ihren Alltag.
Europa ist keine Einbahnstraße, es lebt von unserem Engagement. Lassen Sie uns den 9. Mai nutzen, um stolz auf das Erreichte zu sein, aber vor allem, um mit Leidenschaft an einem gemeinsamen, starken Europa weiterzubauen. Danke an die Organisatoren diese Europatages, insbesondere an die Europabeauftragte Frau Silke Tebel-Haas.
Es lebe Europa
irchi