Bildung

Die Bildungspolitik ist ein zentrales Politikfeld zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Als Wahlkreisabgeordneter aus dem ländlichen Raum ist es mir ein besonderes Anliegen, diesen Lebens- und Arbeitsraum besonders interessant und attraktiv zu gestalten. Dies bedeutet somit eine dezentrale Bildungsentwicklung mit einem hohen Grad an sozial eng miteinander vernetzter Akteure. Bildung im ländlichen Raum bedeutet Zukunft für unsere mittelständisch strukturierte Wirtschaft und erfordert Chancengleichheit mit den Ballungsräumen. Eine nachhaltige Bildungspolitik des ländlichen Raums darf auch kein „Gießkannenprinzip“ verfolgen, sondern erfordert Zukunft zu denken und spezifische Lebens- und Bildungsmodelle daraus zu entwickeln.

Wir brauchen zur Sicherung von attraktiven Schulstandorten im ländlichen Raum eine regionale Schulentwicklung.

Ziel der regionalen Schulentwicklung ist, dass alle Schülerinnen und Schüler in zumutbarer Erreichbarkeit von ihrem Wohnort den von ihnen angestrebten Schulabschluss erlangen können. Zudem sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, unter denen sich Schulen auf die veränderten Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Begabungsvielfalt der Schülerinnen und Schüler, besser einstellen können. Die regionale Schulentwicklung trägt deshalb Sorge für pädagogisch leistungsfähige Schulstandorte.

Diese Ziele wollen wir durch Umsetzung eines Zwei-Säulen-Systems verwirklichen.

Eine dieser beiden Säulen wird auch weiterhin das Gymnasium sein. Das Gymnasium ist in Baden-Württemberg ein Garant für den Erwerb eines hoch anerkannten Bildungsabschlusses, der für die jungen Menschen hervorragende Möglichkeiten für eine anschließende Berufsausbildung oder ein Studium ermöglicht. Die andere Säule soll ein integrativer Bildungsweg sein, der sich aus den bisherigen Schularten entwickelt. Dies erreichen wir dann, wenn alle diese Schulen die Gewähr dafür bieten, Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Begabung angemessen zu fördern. Die Gemeinschaftsschule ist besonders geeignet, um diesen integrativen Bildungsweg zu ermöglichen.

Wir wollen die soziale Selektion überwinden und allen Kindern, unabhängig von ihrer Herkunft, gleiche und gute Bildungschancen bieten. Kein Kind darf im Schulsystem verloren gehen. Bei uns stehen die Kinder und die individuelle Förderung im Mittelpunkt. Das jetzige Schulsystem ist auch aufgrund zurückgehender Schülerzahlen nicht mehr in seiner Gänze zu halten. Wir brauchen Lösungen, um ein vielfältiges hochwertiges Bildungsangebot und alle Abschlüsse überall im Land sicherstellen zu können. Und das tun wir: Mit der Gemeinschaftsschule.

Was macht eine Gemeinschaftsschule aus?

1. Der größte Vorteil der Gemeinschaftsschule ist, dass sie den SchülerInnen zu jeder Zeit viele Wege eröffnet. Nicht alle Kinder entwickeln sich zum gleichen Zeitpunkt gleich.

2. Die Gemeinschaftsschule begegnet der Unterschiedlichkeit der SchülerInnen mit individueller Förderung.

3. Sie lässt möglichst lange den Weg zu allen allgemeinbildenden Abschlüssen offen, ohne dass die Schule gewechselt werden muss.

4. Die Kinder können im eigenen Lerntempo arbeiten und haben Zugang zu den Bildungsinhalten aller Schulen.

5. Sie lernen je nach Leistungsvermögen in verschiedenen Fächern im jeweils von ihnen gut zu bewältigendem Schwierigkeitsgrad. Denn fast niemand ist in allen Fächern gut oder in allen Fächern schlecht.

6. Lehrkräfte aller allgemeinbildenden Schularten begleiten die SchülerInnen intensiv auf diesem Weg.

7. Es gibt nach wie vor Leistungsnachweise und Prüfungen, Sitzenbleiben und Wechsel in eine andere Schulart entfallen.

8. Gemeinschaftsschulen sind keine Einheitsschulen, sondern Schulen der Vielfalt. Die Verschiedenheit wird wertgeschätzt.

Bildung ist Voraussetzung für ein Leben in Freiheit. Sie ist der Schlüssel für die freie Entfaltung der Persönlichkeit und Voraussetzung für Selbstbestimmung und Teilhabe. Zugleich ist Bildung eine

Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft und darf nicht vorrangig nach wirtschaftlichen Aspekten gestaltet werden. Wir, als Grüne Landtagsfraktion, wollen dafür sorgen, dass sie kein Privileg bleibt, sondern wirklich allen offensteht. Bildung soll sich nach dem Wohl des Kindes richten. Bildung schafft Gerechtigkeit. Wir streiten für ein inklusives und ein sozial gerechtes Bildungssystem, an dem alle teilhaben. Für eine durchlässige Gesellschaft, die soziale Barrieren abbaut und die Vielfalt der Menschen bejaht.