Die Bedeutung der kleinen Wasserkraftanlagen – am Beispiel der Stadt Emmendingen

Pressemitteilung Nr. 69/2022
Emmendingen, den 08.08. 2022

Die Bedeutung der kleinen Wasserkraftanlagen -am Beispiel der Stadt Emmendingen

Im Rahmen seiner Sommertour hatte der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch zu einer Exkursion zur Bedeutung der Kleinen Wasserkraft am Beispiel der Anlagen in der Stadt Emmendingen eingeladen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden von den beiden erfahrenen Anlagenbetreibern Oskar Kreuz und Erhard Schulz fachkundig über die Kleine Wasserkraft informiert.

Hintergrund der Exkursion, so der Abgeordnete, ist der Beschluss Bundestages die Kleine Wasserkraft, also Anlagen bis zu einer Leistung von 500 kWh auch zukünftig zu fördern. Vorausgegangen war eine wochenlange Debatte darüber, welche Rolle die Kleine Wasserkraft für die Energiewende spielen kann und ob die ökologischen Eingriffe in die Gewässerstruktur dabei nicht zu groß seien.

Nach der Einführung und Besichtigung des Wasserrads in der Emmendinger Romaneistraße folgten weitere Stopps bei zwei Wasserschneckenkraftwerken von Oskar Kreuz und der Besuch des Ramie-Wasserkraftwerks, bei dem Erhard Schulz Mitbetreiber ist. Die größte Anlage im Emmendinger Stadtgebiet ist das Kraftwerk auf dem ehemaligen Werksgelände der Ramie AG, dem zeitweise größten Arbeitgeber in Emmendingen und einer der bedeutendsten Textilbetriebe Süddeutschlands. Sie hat eine Leistung von 110 Kilowatt und kann jährlich bis zu 600.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Alle zwölf Anlagen am Mühlbach produzieren im Jahr zwischen zwei und drei Millionen Kilowattstunden Strom. Damit können rund 700 Haushalte mit mehr als 2000 Bewohnern mit Strom versorgt werden. Mit der produzierten Strommenge können wiederum 300.000 m³ Gas substituiert werden. Die sechs Anlagen, die Oskar Kreuz betreibt, sparen bei Vollauslastung täglich bis zu 4 Tonnen CO² ein.

Im Landkreis Emmendingen gibt es rund 30 Wasserkraftanlagen. „Es ist wichtig, dass die Energie, die mit diesen Anlagen produziert wird, auch in Zukunft gefördert wird. Denn die Wasserkraft trägt seit Jahrhunderten zu einer sicheren, wirtschaftlichen, nachhaltigen und ökologischen Stromversorgung insbesondere im ländlichen Raum bei. Gerade angesichts des aktuellen sicherheits-, energie-, klima- und umweltpolitischen Tagesgeschehens und den damit einhergehenden Bestrebungen unabhängiger von fossilen Energiequellen zu werden, kann die Kleine Wasserkraft eine wichtige Rolle spielen.“, so Alexander Schoch.

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