Begrüßung durch Alexander Schoch

Klimaschutzkonferenz im Landkreis

Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – Die Kommunen haben bei der Erreichung der Klimaziele eine zentrale Rolle

Die Konferenz der Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager zeigte einen guten Überblick über die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in den Kommunen  

Im Rahmen seiner Veranstaltungen im Wahlkreis lud Alexander Schoch zu einer Klimaschutzkonferenz mit den Klimaschutzmanagerinnen und -managern und den ehrenamtlich Aktiven im Landkreis Emmendingen ein. Besonders freute sich der Abgeordnete über die Teilnahme von Dr. Volker Kienzlen, den Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA).

Bevor die Konferenz im Familienzentrum Bürkle-Bleiche startete, stand noch der Besuch von Praxisbeispielen auf dem Programm. Die Gäste konnten die von den Stadtwerken Emmendingen (SWE) betriebene Hackschnitzelanlage in der Fritz-Boehle-Halle und den Rohbau des viergruppigen Kindergartens, der von der Stadt Emmendingen als Passivhaus in Holzbauweise erstellt wird, beuchen. Die Bürgerenergiegenossenschaft Emmendingen wird bis zum Herbst auf dem Dach des Kindergartens eine PV-Anlage mit einer Leistung von 60 Kilowatt-Peak errichten.

Bei der Konferenz mit den Klimaschutzmanagerinnen und -managern des Kreises stand die Umsetzung des Klimaschutzes im Mittelpunkt.

Alexander Schoch ging in seiner Einleitung auf die Weiterentwicklung des im vergangenen Jahr verabschiedeten Klimaschutzgesetzes des Landes ein und hob die besondere Wichtigkeit der Kommunen hervor. Für Schoch ist der Klimaschutz „so aktuell wie lange nicht mehr“. Der letzte Bericht des IPCC vom Februar 2022 machte uns deutlich, dass wir die letzte Generation sind, die etwas gegen den Klimawandel tun kann. Ein Bestandteil der Gesetzesnovelle ist die kommunale Wärmeplanung. Stadtkreise und Große Kreisstädte werden verpflichtet, bis Ende 2023 einen Wärmeplan aufzustellen. Dieser dient dann als zentrales Instrument für eine klimaneutrale Stadtentwicklung und für das Erreichen des klimaneutralen Gebäudebestandes des Landes spätesten bis zum Jahr 2050. Die kleineren Kommunen werden bei den kommunalen Wärmeplänen vom Land unterstützt. Im Landkreis haben sich dazu auch einige Kommunen in einem Wärmekonvoi zusammengeschlossen. Den Kommunen kommt eine große Verantwortung zu – so die Erfassung des Energieverbrauchs – es ist eine große Herausforderung die Klimaneutralität beim Gebäudebestand und Verwaltung zu erreichen. Wichtigste Voraussetzung dafür ist es, den eigenen Energieverbrauch zu kennen und transparent darzustellen – am besten in Form eines professionellen, kommunalen Energiemanagements.

Ziel der Wärmeplanung sei der Verzicht auf die Nutzung fossiler Brennstoffe und die Umwandelung des Energiesystems, hin zu 100 Prozent erneuerbare Energien.

Dabei sollen die Synergien zwischen den Sektoren Wärme und Elektrizität in vollem Umfang genutzt werden.
In seinem Vortrag, was eine Kommune jetzt bei Energie- und Klimakrise tun kann, verwies Dr. Kienzlen auf den Krieg in der Ukraine mit seinen Auswirkungen auf die Energieversorgung.

Kienzlen sieht in der aktuellen Versorgungslage mit Energie und die Abhängigkeit von Russland die Notwendigkeit zu mehr Energieeffizienz und zur Nutzung der erneuerbaren Energien. Das Ergebnis des sechsten Sachstandsberichtes des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), der vor ein paar Wochen erschienen ist, mahne eindringlich zum Handeln, da sich das Zeitfenster für das 1,5 Grad Ziel immer mehr schließe.

Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien seien daher wichtiger denn je.

Kienzlen stellte in seinem Vortrag einen reichhaltigen Instrumentenkasten vor, den die KEA den Kommunen in kostenlosen Beratungen zur Verfügung stellt. 10 % Energieeinsparung bis zum nächsten Herbst und weitere 20 % bis Herbst 2023 seien durch systematisches kommunales Energiemanagements, Nutzersensibilisierung in der Verwaltung, den Schulen und Kitas sowie der Optimierung des Betriebs der techn. Anlagen inklusive eines Energiechecks gut zu erreichen, stellte klar

Kommunalen Liegenschaften haben bei der Energieeinsparung, Sanierung und Dämmung eine Vorbildrolle. Wichtig sei es, Bevölkerung und lokale Unternehmen gut einzubinden. „Erneuerbare Energien + Energieeffizienz = Klimaschutz und Versorgungssicherheit“, schloss Kienzlen.

Über das Klimaschutzkonzept (iKSK) des Landkreises, den aktuellen Stand und die zukünftige Entwicklung informierte Philipp Oswald, der Klimaschutzmanager des Landratsamtes Emmendingen.

Das iKSK wurde 2012 verabschiedet und ab 2015 der aufgestellte Maßnahmenkatalog Schritt-für-Schritt durch den Klimaschutzmanager umgesetzt. 2020 erfolgte der Einstieg in den kontinuierlichen Qualitätsmanagementsprozess (eea )nd seit 2021 erfolgt der Auf- und Ausbau der Klimaschutzagentur des Landkreises, die Zertifizierung im European Energy Award (eea) und die Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes. Der Rückgang der Kohlendioxid-Emissionen gehe allerdings nicht schnell genug, daher müsse eine Anpassung der Ziele und der Maßnahmen erfolgen. Die Aktualisierung des KSK soll durch ein Fachbüro als integriertes Vorreiterkonzept entwickelt werden, eine finanziellen Förderung durch die Nationale Klimaschutzinitiative wird angestrebt.

Um die klimaneutrale Verwaltung bis 2035 und das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, gibt es mittlerweile sieben kommunale Klimaschutzmanagerinnen und -manager im Landkreis, von denen sechs anwesend waren.

In Kurzberichten stellten sie ihre Arbeit in den Kommunen vor. Die Aufgaben sind dabei vielfältig und reichen vom Energiemanagement, über die kommunale Wärmeplanung, die Erstellung und Umsetzung von Klimaschutzkonzepten, die Mitarbeit in Netzwerken, und Beratungsangeboten vor Ort.

Alexander Schoch bedankte sich bei den Anwesenden für den wichtigen Austausch und betonte auch noch einmal die besondere Rolle der ehrenamtlichen Klimagruppen, die von der Verwaltung und der Politik das Erreichen der Klimaziele einfordern müssen. „Daher ist der „Klimaschutzpakt Baden-Württemberg“ ein wichtiger Schlüssel und der richtige Weg. Die Mitglieder des Klimaschutzpaktes bekennen sich zur Vorbildwirkung der öffentlichen Hand beim Klimaschutz und zu den Zielen des Klimaschutzgesetzes. Ich wünsche mir, dass wir die Klimaziele trotz aller gegenwärtigen Widrigkeiten noch erreichen und damit den nachfolgenden Generationen eine echte Chance auf ein gutes Leben ermöglichen können.“, so der Abgeordnete zum Schluss.

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