50 Jahre Landeszentrale für politische Bildung – LpB

Schoch: Ein halbes Jahrhundert politische Bildung – ein Grund zum Feiern

Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) blickt auf ein halbes Jahrhundert politischer Bildungsarbeit zurück. Seit ihrer Gründung am 25. Januar 1972 macht sie vielfältige, zielgruppenspezifische Angebote, um Menschen im Land in ihrer politischen Urteilsfähigkeit und demokratischen Handlungsfähigkeit zu fördern.

Schoch: „Mehr als zwei Millionen Menschen besuchten seither die Veranstaltungen, in jedem Regierungsbezirk gibt es Außenstellen. Besonders wichtig ist, dass die LpB dezentral an vier Standorten (zwei weitere sind im Aufbau) arbeitet. Damit ist eine große Reichweite für die wichtige Arbeit gewährleitet, der auch wegen des Digitalisierungsschubs in Zeiten der Pandemie, in neue Dimensionen vorstoßen kann. Ich freue mich jetzt schon auf die Jubiläumsfeier am 24. Mai.“

Es ist ein Grund zur Freude, dass die Landeszentrale gestärkt in die Zukunft blicken kann. Mit mehr als 120 Mitarbeitenden ist ihr Kollegium so groß wie noch nie. Zu den Veranstaltungen in Präsenz sind innovative Formate im Netz hinzugekommen, neben den gedruckten Publikationen gibt es ein umfangreiches und stark nachgefragtes Informationsangebot im Internet. Als staatliche Einrichtung ist die LpB nicht nur gut verwurzelt im Land, sondern längst auch in der Zivilgesellschaft breit vernetzt.

Die geburtstägliche Freude ist groß angesichts der Bilanz nach fünfzig Jahren, in denen sich die Bildungsangebote etabliert und erweitert haben. Und doch ist die Freude nicht ungetrübt in diesen Zeiten, in denen die Entwicklung der Demokratie berechtigten Anlass zur Sorge gibt. Weltweit gerät die liberale Demokratie in zunehmende Bedrängnis. Auch in Europa machen sich autokratische Tendenzen breit. Hinzu kommen Veränderungen, denen sich auch Deutschland nicht entziehen kann.

Sie zeichnen sich auf vielschichtige und unberechenbare Weise ab – in einer sich gleichzeitig neu strukturierenden und zerfallenden Öffentlichkeit; in einer „Gesellschaft der Singularitäten“, deren soziale und politische Bindekräfte nachlassen; das alles zudem im Angesicht von globalen Krisen, die an gemeinsamen Grundfesten rütteln und vertraute Gewissheiten bedrohen. Politische Bildung bleibt von diesen Entwicklungen nicht unberührt. Vielmehr sind sie der Stoff, aus dem Bildungsangebote sind, heute wie vor fünfzig Jahren.

Verwandte Artikel