Förderbescheidübergabe an Rowo Coating von links nach rechts: Bürgermeister Gedemer, Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter, Herr Paz Alpuche, Roland Müller, Dr. Wolfgang Siefert und Moritz Müller

Das Herbolzheimer Unternehmen Rowo Coating erhält 1,6 Millionen Euro vom Bund, um ein neues Verfahren für organische Solarzellen zur Marktreife zu bringen

Die feierliche Übergabe des Förderbescheids übernahm die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, und nukleare Sicherheit – Rita Schwarzelühr-Sutter.
Unterstützung erfährt das Projekt „EasyCoat: Fertigung von Elektroden mit innovativen, transparentleitfähigen Schichten als Grundlage für organische Solarfolien“. Geschäftsführer Roland Müller freute sich sehr über den Geldsegen aus Berlin. Denn ohne die Förderung wäre das Unternehmen nicht in der Lage gewesen das Vorhaben umzusetzen. Gerade wird das Fundament für die neue Maschine gesetzt. Im kommenden Jahr werde eingeweiht, womit Rowo einen Beitrag zur Etablierung einer erfolgreichen europäischen Solarindustrie leisten kann.
Alexander Schoch sprach in seinem Grußwort von einem „bahnbrechenden Leuchtturmprojekt“, das den Standort Herbolzheim stärke. „Es braucht Mut, ein solches Produkt zu entwickeln, und Rowo gibt ein hervorragendes Beispiel dafür ab wie die die Transformation zu einer klimaneutralen Produktion gelingen kann und eine Solarzelle geschaffen wird die flexibel einsetzbar ist, was gerade vor dem Hintergrund der zukünftigen Solarpflicht von großer Bedeutung ist.“ Schoch betonte, dass gerade er Zusammenarbeit zwischen Forschung und mittelständischen Unternehmen große Bedeutung zukommt und auch weiterhin gefördert und intensiviert werden muss.

Das Projekt „EasyCoat: Fertigung von Elektroden mit innovativen, transparentleitfähigen Schichten als Grundlage für organische Solarfolien“

Die ROWO Coating Gesellschaft für Beschichtung mbH beschichtet am Standort Herbolzheim hauptsächlich Kunststofffolien. Das Unternehmen hat ein Schichtsystem zur Fertigung innovativer Elektrodenfolien entwickelt, das als transparent, leitfähige Elektrode für die Herstellung von OPV-Solarfolien genutzt werden soll. OPV-Solarfolien sind im Vergleich zu herkömmlichen Solarmodulen vergleichsweise günstig und flexibel einsetzbar. Es wird ein hohes Wachstumspotential in den kommenden Jahren erwartet.
Bisher wurde die transparente, leitfähige Schicht solcher Elektrodenfolien auf Basis des seltenen Schwermetalls Indium hergestellt. Das Aufbringen des Schichtsystems auf die Trägerfolie erforderte verschiedene Durchgänge. Dank des neuen Anlagenkonzepts kann die Beschichtung zukünftig in einem Arbeitsschritt erfolgen. Auf den Einsatz seltener Schwermetalle kann verzichtet werden. Der Materialverbrauch für die Beschichtung reduziert sich um mehr als die Hälfte bei deutlich verbesserter -effizienz. Der geringere Energiebedarf in der Fertigung verringert den CO2 Ausstoß des Beschichtungsprozesses um über 60%.
Das Vorhaben ist ein Durchbruch für die umweltfreundliche und effiziente Produktion von Elektrodenfolien. Bei erfolgreichem Projektverlauf hat das Verfahren Modellcharakter für das Aufbringen transparenter und leitfähiger Schichten. Es kann auch auf andere Produkte, zum Beispiel Flachbildschirme, übertragen werden. Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.

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