Alexander Schoch zu Besuch bei Andreas Finke, Vorstand der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Freiburg

Pressemitteilung Nr. 95/2021
Emmendingen, den 12.08.2021

Im Rahmen seiner Sommertour besuchte Alexander Schoch Andreas Finke, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Arbeitsagentur in Freiburg.
Finke hatte bereits 2020 die Nachfolge von Christian Ramm übernommen, der nach über 40 Jahren bei der Arbeitsagentur in den Ruhestand gegangen ist. Finke, von Haus aus Theologe und Sozialwissenschaftler, kam 2014 zur Bundesagentur und übernahm 2017 zunächst die Leitung der Lörracher Agentur.
Der Abgeordnete trifft sich regelmäßig mit Vertretern von Unternehmen und Einrichtungen in seinem Wahlkreis oder die für seinen Wahlkreis zuständig sind. Alexander Schoch ist Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landtages von Baden-Württemberg und Mitglied des Sozialausschusses des Kreistages in Emmendingen.
Andreas Finke berichtete, dass die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk Emmendingen im Juli 2021 um 14,4 Prozent geringer ist als im Juli 2020. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 2,9 Prozent. Sorge bereite dagegen der Zuwachs an Langzeitarbeitslosen um 36 Prozent. Die Arbeitslosigkeit stieg auch bei Schwerbehinderten (+2,8 Prozent) und bei den über 55-Jährigen (+1,8 Prozent). Diese Zunahmen sind allesamt auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist allerdings seit vielen Jahren auf einem zu hohen Niveau.
„Hier müssen wir es endlich schaffen, noch zielgenauere Instrumente zu entwickeln, um die Menschen dauerhaft in den 1. Arbeitsmarkt zu überführen.“, so Schoch.
Mit dem Kurzarbeitergeld in Höhe von 22,1 Mrd. Euro, das im vergangenen Jahr während der Pandemie an die Unternehmen ausgezahlt wurde, konnte Beschäftigung für gleichzeitig bis zu 6 Millionen Arbeitnehmer gesichert werden, rechnete Andreas Finke vor. In Baden-Württemberg gehen über eine Million Arbeitnehmer*innen in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Unter ihnen sind über 90 Prozent gut ausgebildet. Um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen, stellte Finke drei Schwerpunkte vor.
An erster Stelle steht weiterhin die Qualifizierung und Weiterbildung. Für den Landtagsabgeordneten ist klar, dass die Bereitschaft zur Fort- und Weiterbildung deutlich erhöht werden muss. Auf 100 Arbeitslose kommen 3 Weiterbildungen und auf 1000 Arbeitnehmer*innen sind es gerade 4 Weiterbildungsmaßnahmen. Hier ist eine höhere Zielgenauigkeit der Angebote gefordert.
„Es ist eine unserer vorrangigen Aufgabe, die Weiterbildungsbereitschaft von Arbeitgebern, Beschäftigten und Arbeitslosen zu erhöhen und passgenaue Qualifizierung möglich zu machen“, wie Finke anmerkt.
Viele teilzeitbeschäftigte Frauen würden gerne ihre Arbeitszeit aufstocken. Wenn Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass Frauen im Durchschnitt nur eine Stunde länger arbeiten könnten, würde das nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) alleine in Baden-Württemberg einem zusätzlichen Volumen von 100.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entsprechen, so Finke.
Einen wichtigen Hebel sieht Finke in der Kinderbetreuung. Wenn diese familienfreundlicher und flexibler werde, könnten viele berufstätige Frauen davon profitieren. Gezielt Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, bleibt ein wichtiges Handlungsfeld, reicht aber alleine nicht aus, um Demographie bedingte Beschäftigungsverluste auszugleichen.
Gutes konnte Finke über die Berufsberatung an Schulen berichten. Diese habe sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil in den Schulen entwickelt. Selbst während der Pandemie konnten die Beraterinnen und Berater der Arbeitsagentur die Schüler*innen erreichen und ihnen so hilfreiche Tipps für die berufliche Zukunft geben. Dieser Trend ist sehr erfreulich und wird hoffentlich in den nächsten Jahren wieder vermehrt Auszubildende hervorbringen.
Alexander Schoch bedankte sich für das gute Gespräch und wünscht sich einen regelmäßigen Austausch und eine enge Zusammenarbeit.

Verwandte Artikel