Wein- und Obstbau rund um Buchholz

Pressemitteilung Nr. 89/2021
Emmendingen, den 30.07.2021

Exkursion mit Alexander Schoch MdL und Landwirtschaftsminister Peter Hauk MdL

Anlässlich des 11. Hofgespräches von Alexander Schoch MdL, das dieses Jahr mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk auf dem Weingut Moosmann in Buchholz durchgeführt wurde, lud der Abgeordnete für den Nachmittag zum Besuch von drei Buchholzer Wein- und Obstbaubetrieben ein.
Bei den Besuchen hatten die Betriebsleiter die Möglichkeit ihre Betriebe vorzustellen und die Gäste auf Probleme hinzuweisen.
Für Alexander Schoch war die Exkursion auch vor dem Hintergrund des Biodiversitätsstärkungsgesetzes, das 2021 in Kraft trat, wichtig. Gleich zu Beginn machte er deutlich: „Das Gesetz ist ein sehr guter Kompromiss von Politik und den Verbänden. Jetzt müssen wir die Rahmenbedingungen herstellen und Landwirte und Verbraucher einbinden.“
Der erste Stopp war bei Bertold Nopper auf dem Weingut Nopper in Buchholz.
Nopper hat 1997 aus dem Nebenerwerbsbetrieb seines Vaters einen Vollerwerbbetrieb gemacht und bewirtschaftet aktuell 10 Hektar Reben. Von Anfang an hat der dabei auf pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWI) gesetzt. Diese Züchtungen haben den Vorteil, dass sie weniger Pflanzenschutz benötigen. Daher werden sie vermehrt im biologischen Anbau verwendet. Nopper baut seit 2017 auch biologische Weine an und möchte sein Weingut sukzessive auf 100% Bioanbau ausweiten. Doch auch pilzwiderstandsfähige Rebsorten hatten in diesem Jahr mit Frost und der extremen Nässe zu kämpfen, berichtete der Winzer. Auf Ausfälle durch extreme Wetterlagen wird sich der Betrieb in den nächsten Jahren einstellen müssen. Auch der Pflanzenschutz wird dabei eine Rolle spielen. Trotzdem ist der Winzer mit der Entwicklung seines Betriebes und dem Absatz sehr zufrieden. Den größten Teil des Umsatzes erwirtschaftet er über die Direktvermarktung und die Kunden nehmen die neuen PIWI-Sorten sehr wohlwollend und neugierig an.
Beim Obsthof Schwehr traf man sich zum Außentermin in den Feldern. Denn neben der Vorstellung des Obstbaubetriebes wollte Schwehr und seine Berufskollegen, die allesamt Mitglieder im Beregnungsverband Mittlere Elz sind, mit den Gästen über die aktuelle Wasserrechtssituation sprechen.
Die Familie Schwehr baut auf einer Fläche von rund 100 Hektar verschiedene Beeren- und Obstsorten an. Hauptabnehmer sind Großhändler, Genossenschaften, aber auch Gastronomie und Lebensmittelgeschäfte. 2006 wurde der Betrieb auf den heutigen Standort in Buchholz umgesiedelt. Seit 2007 werden Tunnelerdbeeren angebaut. Somit ist es möglich bereits ab Mitte April Erdbeeren anbieten zu können. Das Angebot umfasst außerdem Himbeeren, Brombeeren, Kirschen, Apfel, Johannisbeeren, Tafeltrauben, Wassermelonen, Mini Kiwis und Aprikosen.
Der Beregnungsverband Mittlere Elz befindet sich seit 2019 in einem neuen Wasserrechtsverfahren. Der Aufwand für ein solches Verfahren ist aus Verbandsicht enorm aufwändig und die Kosten für Gutachten enorm hoch. In der im Juli 2021 erteilten Genehmigung wurden die Entnahmemengen beim Oberflächenwasser für die nächsten Jahre in Schritten zurückgefahren. Die Inhalte der Genehmigung sind für den Verband schwer zu akzeptieren und die aktuellen Verhandlungen für den Beregnungsverband sind aus deren Sicht nicht zufriedenstellend verlaufen. Die Landwirte befürchten aufgrund von Einschränkungen wirtschaftliche Einbußen und die Zukunft sehen ihrer Betrieben in Gefahr.
Minister Hauk sieht hier einen klassischen Nutzungskonflikt um das knappe Gut Wasser und versprach zusammen mit Alexander Schoch das Beispiel des Beregnungsverbandes Mittlere Elz mit nach Stuttgart zunehmen und gemeinsam mit dem Umweltministerium nach Lösungen wie z.B. die Entwicklung eines Wassermanagements für den Verband zu entwickeln.
Alexander Schoch ergänzte: „Solche Konflikte werden in Zukunft weiter zunehmen. Wenn wir es gut kommunizieren und ein gutes Wassermanagement hinbekommen, kann das ein gutes Beispiel für andere Regionen werden. Ziel muss es doch sein, dass die Produktion in der Region bleibt. Sonst verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit.“ Michael Krumm, Leiter der Abteilung Landwirtschaft beim RP sah die Situation als Chance: „Jetzt haben wir dieses neue Wasserrecht und es liegt am Beregnungsverband durch ein gutes Monitoring nachzuweisen, dass die Entnahme der Wassermenge auch in trockenen Jahren nicht zur schädlichen Übernutzung des Grundwassers führt. Eine gute Beregnungsinfrastruktur kann uns hier weiterhelfen.“ Das Land Baden-Württemberg fördert seit 2021 Investitionen in die Beregnungsinfrastruktur. Einen entsprechenden Förderantrag hat der Beregnungsverband mit dem RP auf den Weg gebracht.
1986 wurde das Weingut Moosmann gegründet. 1994 kam Georg Moosmann in den elterlichen Betrieb, der seit 2014 als Familienbetrieb weitergeführt wird. 2016 wurde der neue Verkaufsraum bezogen. Mitte der 80er Jahre wurden die Weine im Betrieb selber ausgebaut und das Weingut gegründet. Aus Anfangs 8 Hektar Rebfläche wurden 24 Hektar. Zwei Drittel des Umsatzes wird durch die Direktvermarktung erwirtschaftet, wobei der Versandhandel zugenommen hat. Ein wichtiges Standbein ist die Sektproduktion im klassischen Champagnerverfahren. An den steilen Hängen der Vorbergzone des Schwarzwalds in Buchholz und Sexau wurzeln die Reben tief in das Urgestein. Felsige Gneisverwitterungsböden bringen mineralische, dicht strukturierte Weine hervor. Hier ist bei bis zu 80% Steigung nur mühsame Handarbeit möglich. In Mundingen und Herbolzheim stehen die Reben auf weichem Löss. Hier kann teilweise auch auf den Vollernter zurückgegriffen werden.
Beim Rundgang durch Betrieb und Keller konnte Georg Moosmann den Gästen auf eindrucksvolle Weise zeigen, wie auf einer relativ kleinen Grundfläche durch Unterkellerung sehr viel Platz geschaffen wurde.
Für Alexander Schoch zeigte die Exkursion durch Buchholz einmal mehr, wie unterschiedlich die einzelnen Betriebe die täglichen Herausforderungen angehen und welch großartige Produkte in der Region erzeugt werden.

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