Gute Gespräche beim 11. Hofgespräch mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk MdL auf dem Weingut Moosmann in Buchholz

Pressemitteilung Nr. 90/2021
Emmendingen, den 02.08.2021

Auch dieses Jahr führte Alexander Schoch MdL wieder sein traditionelles Hofgespräch durch. Dazu lud er am Dienstag, den 27. Juli 2021 alle interessierten Bürgerinnen und Bürger nach Waldkirch-Buchholz ins Weingut Moosmann ein. Die Veranstaltung fand unter coronagemäßen Bedingungen statt.
Gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk und weiteren Experten besuchte der Abgeordnete nachmittags das Weingut Nopper, den Obsthof Schwehr und das Weingut Moosmann in Buchholz um mit Betriebsleitern und den Gästen über betriebliche Schwerpunkte und Probleme zu sprechen.
Alexander Schoch freute sich, nach langer Corona-Pause endlich wieder einmal eine Präsenzveranstaltung durchführen zu können, wie er in seiner Begrüßung beim Hofgespräch
hervorhob. Für ihn sei das Biodiversitätsgesetz, das in einem langen Prozess, gemeinsam mit Landwirtschafts- und Umweltverbänden, als eine Weiterentwicklung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ entstanden ist, ein sehr guter Kompromiss.
„Jetzt müssen wir die Rahmenbedingungen gemeinsam mit Landwirten, Handel und Verbraucher entwickeln um die Ziele des Biodiversitätsstärkungsgesetzes umzusetzen, sei es bei der gewünschten Zunahme des Ökolandbaus auf 30-40% bis 2030, der Reduktion von Pflanzenschutzmitteln von 40-50% oder die Entwicklung eines neuen Gesellschaftsvertrages. „Nur so lassen sich die gesteckten Ziele auch wirklich erreichen.“, sagte der Abgeordnete. Die Förderung der regionalen Produktion auch mit Hilfe der Biomusterregion Freiburg sei für ihn nun eine der wichtigsten Aufgaben. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die den jungen Landwirten Perspektiven bieten und auf der anderen Seite den Betrieb sichern.“, so Schoch weiter.
Auch für Minister Hauk war es die erste echte Veranstaltung nach der Corona-Pause. Er betonte, dass die Umsetzung des Biodiversitätsstärkungsgesetzes nicht alleine Sache der Landwirte sein könne, sondern in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung liege. Die Politik müsse den Rahmen bieten und die Anreize schaffen. Bei der im Gesetz geforderten Reduktion von Pflanzenschutzmitteln bis zu 50 Prozent, sieht er großes Potenzial bei den Kommunen, in Privatgärten oder auch bei der Deutschen Bahn. Das Glyphosat-Verbot ab 2023 wird sich genau so positiv bemerkbar machen wie eine bessere Ausbringungstechnik von Pflanzenschutzmitteln. Der Einsatz von Drohnen kann rund 20 % Einsparungen bringen, wie Pilotprojekte jüngst gezeigt haben.
„Der Bioanteil im Anbau kann nur durch eine höhere Nachfrage erreicht werden. Hier sind Landes- und kommunale Einrichtungen gefordert, ihre Außer-Hausverpflegung in Mensen und Kantinen umzustellen.“, so der Minister.
Auch die Streuobstregelung im neuen Gesetz sei gut geworden, da sie eine gewisse Flexibilität zulasse. Für die Insektenschutznovelle im Bundesnaturschutzgesetz habe das Biodiversitätsstärkungsgesetz des Landes als Blaupause gedient., wie Hauk anmerkte.
Rund 30 % aller EU-Fördermittel fließen in die Landwirtschaftsförderung. Damit ist der Agrar-Topf nach wie vor der größte. Die Produktivität der Betriebe ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen obwohl die Anzahl der Höfe zurückgegangen ist. Der Green Deal der EU leitet nun eine größere Ökologisierung der Landwirtschaft ein.
Mit der neuen GAP-Förderung wurde ein Schritt in Richtung mehr Natur- und Umweltschutz gemacht und die Flächenprämien reduziert. In Baden-Württemberg gibt es bereits mit FAKT ein ambitioniertes Agrarumweltprogramm. Dieses kann in der neuen Förderperiode weiter in Richtung Biodiversitätsstärkungsgesetz, Ökolandbau und Klimaschutz ausgebaut werden.
Die stärkere Förderung der ersten Hektare, die gestiegene Umschichtung aus der ersten Säule, die Erhöhung der Junglandwirte-Prämie und das schon hohe Niveau an Agrarumweltmaßnahmen kommen der landwirtschaftlichen Betriebsstruktur in Baden-Württemberg sehr entgegen., fasste der Minister die Situation zusammen.
„Das wichtigste Ziel für mich ist, dass auch in 20 Jahren die landwirtschaftlichen Flächen in Baden-Württemberg noch von Landwirten bewirtschaftet werden und wir unsere regionale Wertschöpfung erhalten und wenn möglich noch steigern können. Ich wünsche mir eine stärkere regionale Identität auch für die Verbraucher, damit diese auch bereit sind, sich für das einheimische Produkt, auch wenn es ein paar Cent teurer ist, zu entscheiden.“ entgegnete der Minister auf seine Zukunftswünsche angesprochen.
In der folgenden Fragerunde wurden neben den bereits angesprochenen Themen auch Fragen zum Branntweinmonopol, zur CO2-Bepreisung von Landwirtschaftlichen Importprodukten, zur Sozialversicherungspflicht von Saisonarbeitskräften, zur Digitalisierung als Chance in der Landwirtschaft oder zum Pflanzenschutz in Steillagen diskutiert.
Alexander Schoch bedankte sich bei Minister Hauk für den Besuch und den guten Austausch, bei Familie Moosmann für die freundliche Bewirtung und den zahlreich erschienenen Gästen für das anregende und spannende Gespräch. „Wir werden viel mitnehmen für unsere weitere Diskussion im Landtag.“ war sich der Landtagsabgeordnete sicher.

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