Mit Heike Dorow zu Besuch auf dem Südhof in Denzlingen

Pressemitteilung Nr. 82/2021
Emmendingen, den 15.07.2021

Der Südhof in Denzlingen wird in der zweiten Generation bewirtschaftet, Obstbau ist dort die große Leidenschaft, der Erhalt der Lebensgrundlagen das Ziel. Darüber informierte Betriebsleiter Christoph Höfflin Heike Dorow, die Bundestagskandidatin des Wahlkreises Emmendingen-Lahr und dem Landtagsabgeordneten Alexander Schoch bei einem Betriebsbesuch auf dem Betrieb.
Auf einer Gesamtfläche von 21 Hektar werden auf 19,5 Hektar verschiedene Obstsorten angebaut, vorwiegend Äpfel und Birnen aber auch Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen und Reineclauden. Seit 2017 beherbergt der Betrieb Hühner in fahrbaren Ställen, zurzeit rund 300 Tiere.
In den 60er Jahren wurde der Betrieb ausgesiedelt und wird bereits seit den 80er Jahren biologisch bewirtschaftet.
Wichtig für die Betriebsleiter Stepanie Magens-Höfflin und Christoph Höfflin ist auch beim Bio-Anbau einen guten Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit und Natürlichkeit herzustellen. Eine ökologisch orientierte Sortenwahl, Gründüngung zwischen den Baumreihen, ganzheitliche Bodenanalysen, sowie durch nützlingsfördernde Wildsträucher ergänzte Obstplantagen gehören dazu. Um vor Klimaschäden einigermaßen gewappnet zu sein steht die Bodengesundheit an oberster Stelle. Ebenso wichtig sind Biodiversität und Artenvielfalt um Insekten als Antagonisten für Schädlinge anzulocken und der Humusaufbau. Je größer die Humusschicht im Boden, desto mehr Wasser kann im Boden gehalten werden.
Chemisch-synthetische Mittel finden keine Anwendung. Standardmittel sind Pflanzenextrakte (z.B. Algenpräparate) und Pflanzenöle (z.B. Neemöl, Rapsöl, Fenchelöl). Daneben verwendet der Betrieb Backpulver, Zucker, Schwefel, in geringen Mengen auch Kupfer. Auch biotechnische Verfahren, wie der Einsatz von Duftstoffen, Farbtafeln und Pheromonen, Trichogramma und Nematoden gehören mit ins Programm.
Die Verwendung von unempfindlicheren Apfelsorten durch Neuzüchtungen spielt dabei eine Hauptrolle. Schwerpunkt sind dabei frühe und schorf-resistente Sorten. Derzeit umfasst die Produktpalette (incl. Versuchsorten) mehr als 70 Apfel- und Birnensorten.
Neben der Obstproduktion und der Vermarktung über den Großhandel und über Partnerbetriebe spielt die Direktvermarktung im Hofladen und auf dem Wochenmarkt eine große Rolle. Wichtig für Höfflin ist die Vernetzung der Betriebe in der Region um ein breites Angebot zu ermöglichen. Das kann bei einem Blick in den Hofladen gut erkannt werden.
Wenn eine Ökologisierung der Landwirtschaft von Politik und Gesellschaft gewünscht ist, muss sie auch bezahlt werden. Höfflin rechnet dafür mit mindestens 600 Euro Mehrkosten pro Hektar Ackerfläche. Der Lebensmitteleinzelhandel muss in die Pflicht genommen werden und den Landwirten angemessene Preise für ihre Produkte bezahlen. Hier ist die Politik gefordert. Den Billiganbietern muss endlich der Kampf angesagt werden.
„Wichtige Anpassungsstrategien werden hier ständig entwickelt, sei es bei der Bodenpflege, Biodiversität oder auch der Sortenwahl. Auch die Vernetzung in der Region ist ein besonderes Merkmal beim Südhof.“  Mit diesen Worten würdigte Alexander Schoch die Arbeit auf dem Südhof als beispielgebend und dankte den Betriebsleitern für die Gastfreundschaft.
Heike Dorow konnte dem nur zustimmen. „Selbstvermarktung, Neuzüchtungen und Zusammenarbeit mit anderen Biolandwirten sind die „Zauberworte“, die den Betrieb wirtschaftlich machen. Wahrlich kein leicht verdientes Brot, aber eines mit viel Leidenschaft und Ortsverbundenheit, eine Arbeit die Kraft und Energie kostet. Und doch sehe ich die leuchtenden Augen, wenn Christoph Höfflin erzählt.“

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