Zu Besuch im evangelischen Gemeindezentrum Herbolzheim

Pressemitteilung Nr. 74/2021
Emmendingen, den 25.06.2021

Zu Besuch im evangelischen Gemeindezentrum Herbolzheim

Bei seinem Besuch im evangelische Gemeindezentrum der Kirchengemeinde in Herbolzheim wurde der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch von Pfarrer Oliver Wehrstein und Uwe Wrobel, Mitglied im Kirchengemeinderat und des Bauausschusses, begrüßt. Herr Wrobel war zentraler Ansprechpartner für alle beteiligen Gewerke.
Für den Landtagsabgeordneten war es wichtig, vor dem Hintergrund der Holzbauoffensive des Landes Baden-Württemberg dieses interessante Gebäude näher kennen zu lernen.
Das Gebäude wurde in Holzbauweise erstellt und gewann den Sonderpreis Südschwarzwald beim Holzpreis Baden-Württemberg im November 2018. Der Sonderpreis Südschwarzwald wird seit Jahren vom Naturpark Südschwarzwald ausgelobt. Der Naturpark engagiert sich für eine zeitgemäße Weiterentwicklung der Schwarzwälder Baukultur.
Das evangelische Gemeindezentrum in Herbolzheim besticht durch die Wirkung des zentralen Veranstaltungsraumes. Es entstand ein sinnlicher, multifunktionaler Sakralbau, der vielfältige Gelegenheiten bietet.
Die Saalfläche wird an den Ecken durch vier geschlossene Baukörper begrenzt, die alle untergeordneten Funktionen aufnehmen. Es entsteht ein zentraler von oben belichteter Raum, der durch vier nach außen orientierte Flügel gegliedert wird. Die geteilten Säle sind jeweils einem Flügel zugeordnet. Das Foyer besetzt den westlichen Flügel und kann wie ein vierter Saal genutzt werden. Der kleinste südliche Flügel beherbergt den Sakralraum, der auch direkt vom Foyer zugänglich ist und im geöffneten Zustand ähnlich einer Seitenkapelle ablesbar bleibt. Als Ganzes bietet der Saal vielfältige Nutzungsmöglichkeiten mit allseitig natürlicher Belichtung und Belüftung. Das Dach wird von den vier Eckkörpern getragen. In Saal und Foyer liegt ein Holzdielenboden aus Weißtanne. So entsteht ein ruhiger homogener Baukörper.
Im Vordergrund stehen eine hohe Raumqualität durch die enge Einbeziehung des umgebenden Gartens und die langfristig flexible Nutzung bei sparsamen Flächen- und Ressourcenverbrauch. Auf eine Übertechnisierung wurde bewusst verzichtet.
Die Wärmeversorgung wird auf den zentralen Kernbereich des Saales konzentriert. Eine Grundwasser-Wärmepumpe versorgt die Fußbodenheizung und bietet darüber hinaus die komfortable Möglichkeit, die Säle im Sommer bei Bedarf kühlen zu können. Die Oberlichter in den 4 Außenfassaden können geöffnet werden und die Funktion der natürlichen Belüftung, insbesondere auch der natürlichen Nachtauskühlung übernehmen. Eine einfache Lüftungsanlage belüftet zusätzlich die Säle. Die Abluft strömt über die Nebenräume und erwärmt über eine Wärmerückgewinnung die Zuluft.
Für die verschiedenen Nutzungsszenarien mit den jeweiligen Raumformaten lässt sich der gesamte Raum mit zwei mobilen Wänden in verschiedenen Kombinationen öffnen oder begrenzen. Nicht benötigte Wandteile verschwinden über Wandtaschen in den Nebenräumen. Dort können auch Tische und Stühle verstaut und in den Einbauschränken das Material der verschiedenen Gemeindegruppen untergebracht werden. Die Türen der Nebenräume und die Wandtaschen der Trennwände sind unmerklich in der für den Innenraum prägenden Holzschalung integriert.
Das Himmelslicht wird von einem Filterwerk aus filigranen Holzleisten in heimischer Weißtanne gerahmt. Der überwiegende Einsatz des nachwachsenden Baustoffs Holz, innen wie außen, verbindet das Haus mit dem parkähnlichen Charakter.
Alexander Schoch war sehr angetan von der unaufdringlichen und filigranen Arbeit. Es ist immer wieder bemerkenswert, wie schön und elegant man mit Holz bauen kann.
Pfarrer Wehrstein berichtete, dass das Gemeindezentrum von den Gästen sehr gut angenommen wird und innerhalb kurzer Zeit zum Mittelpunkt der Gemeinde wurde. Auch passt das neue Gemeindezentrum hervorragend in die Nachhaltigkeitsleitlinien des „Grünen Gockels“.
Der Abgeordnete wünschte der Kirchengemeinde, jetzt, da es die Corona-Inzidenz wieder zulässt, viele schöne Zusammenkünfte in ihrem neuen Gemeindezentrum und bedankte sich für die umfangreichen Aktivitäten für den Klimaschutz und in der Gemeindearbeit.

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