Innovative Gewässerreinigung: Haare als Filter

Pressemitteilung Nr. 72/2021
Emmendingen, den 24.06.2021

Alexander Schoch besucht Haarwerkstatt in Waldkirch

 Im Rahmen seiner Unternehmensbesuche in seinem Wahlkreis machte Alexander Schoch Station bei Anja Kern aus Waldkirch, die ihn eingeladen hatte, um von ihrer umweltschonenden und nachhaltigen Möglichkeit, Gewässer von Öl zu reinigen zu berichten. Die Frisörmeisterin ist schon seit ihrer Kindheit an Umweltschutz interessiert und als sie von der Möglichkeit, Haare zur Reinigung von Gewässern einzusetzen erfuhr, sah sie eine Möglichkeit, dieses Interesse mit ihrem Beruf als Frisörin zu verbinden.

 „In jedem Salon fallen täglich große Mengen an Haaren an, die bisher einfach im Restmüll landen. Dabei könnten wir sie viel sinnvoller einsetzen.“, berichtet sie. Haare nehmen, auch dann, wenn sie zu so genannten Haarschlangen verarbeitet worden sind, aufgrund ihrer Struktur Fett auf. Das kann man sich zunutze machen, um Gewässer davon zu reinigen: „Das geht von Sonnencreme, die auf Badeseen schwimmt, bis hin zu Mineralöl, das bei Unfällen ins Meer gelangt.“, berichtete Anja Kern, die das auch in einer vorbereiteten Wanne demonstrierte.

Anja Kern demonstriert Alexander Schoch, wie die Haarschlange Öl aus Wasser filtert

Nach dem Gebrauch können die Haarschlangen mehrmals gereinigt und dann erneut eingesetzt werden. Aber auch danach seien die Haare nicht nutzlos: „Als Dämmmaterial und Dünger leisten sie ebenfalls gute Dienste.“ In Frankreich wird diese Methode von den „Coiffeurs Juste“ (faire Frisöre) bereits an der Côte d’Azur getestet und ein Sammelsystem für anfallenden Haare aus Friseursalons wird dort bereits eingerichtet.

Oben das bereits gefilterte Wasser – unterhalb der Schlange ist noch Öl zu sehen.

Alexander Schoch zeigte sich beeindruckt: „Diese einfache Möglichkeit, die ohnehin vorhandenen Haare zu Reinigung zu nutzen, anstatt sie zu entsorgen, ist hochinteressant. Gewässer ohne Einsatz von chemischen Produkten vor Verunreinigung mit Öl zu schützen, wäre eine große Hilfe beim Erhalt von Gewässern. Wie die Erfahrungen aus Frankreich gezeigt haben funktioniert dieses Modell auch im Großen. Ich hoffe, dass es gelingt, dieses Verfahren bei uns ebenfalls zu etablieren.“ Auf dem Weg dahin ist der Abgeordnete gerne bereit dieses Thema auch im zuständigen Ministerium in Stuttgart anzusprechen und prüfen zu lassen.

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