Bürgerinnen aus Broggingen beschäftigen sich mit dem Thema Biodiversität und Naturschutz

Pressemitteilung Nr. 68/2021
Emmendingen, den 18.06.2021

Auf Einladung von Bürger*innen aus Herbolzheim–Broggingen nahm der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch an einer Ortsbegehung statt.
Grund der Begehung war die Sorge in Teilen der Bürgerschaft um den Zustand verschiedener Flächen im Außenbereich und der Frage von Schutzmöglichkeiten für die Naturlandschaft.
Die Landschaft rund um Broggingen ist sehr kleinparzelliert und durch eine abwechslungsreiche landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Das drückt sich auch durch eine Natur- und Artenvielfalt ausdrückt.
Daher erfordern Veränderungen dieser sensiblen Landschaft hinsichtlich der Auswirkungen besondere Vorsicht. So wurde z.B. berichtet, dass auf einer Fläche, die aktuell sehr ausgeräumt wirkt, im letzten Jahr noch drei Brutpaare Rebhühner beobachtet wurden.
Eine wichtige Frage der Teilnehmer*innen war, wie sie sich für den Erhalt der Natur und deren Schutz einsetzten können und wo und wie sie Verstöße wie z.B. Grünlandumbruch, Missbrauch beim Einsatz von Pestiziden, Abholzen von Heckengürteln oder Bauen im Außenbereich melden können. Gespräche und Aufklärung sind hier am wichtigsten. Aber natürlich müssen Verstöße auch sanktioniert werden.
Die Naturschutzbeauftragte des Landkreises Dr. Susanne Michiels erläuterte, dass auch Bürger*innen Verstöße gegen das Naturschutzgesetz melden können, damit die Untere Naturschutzbehörde (UNB) tätig werden kann, am besten mit Fotos und Ortsangabe.
Es wurde deutlich, dass die Biotopkartierung besonders im Bereich der FFH-Biotope unbedingt aktualisiert werden muss, damit die schutzbedürftigen Flächen auch Berücksichtigung finden können, so Michiels weiter.
Wichtig ist die Aufklärung der Bevölkerung, wie auch Ralf Obergföll, der Ortsvorsteher sagte. Man müsse die Menschen vor Ort einladen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Dazu können Hinweise im Gemeindeblatt genauso hilfreich sein, wie geführte Exkursionen mit Vertretern des Naturschutzes.
Auch für Alexander Schoch sind solche Ortsbegehungen geeignete Maßnahmen mehr Sensibilität für Biodiversität und den Schutz der Natur zu erreichen.
„Wir haben mit dem Biodiversitätsstärkungsgesetz im letzten Jahr ein hervorragendes Gesetz geschaffen, durch das der Natur- und Artenschutz deutlich verbessert wird. Denn der Verlust der Artenvielfalt ist neben der Klimakrise die größte Krise, so der Umweltpolitiker. Der Pestizideinsatz muss im Land drastisch reduziert werden und vielen Tierarten soll so das Überleben erleichtert werden. Durch noch mehr Biotopverbünde sollen neue zusammenhängende Lebensräume für Insekten und Vögel entstehen.“
Für den Abgeordneten ist auf jeden Fall klar, dass die Artenvielfalt zu erhalten, eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und nicht allein auf eine Berufsgruppe wie die Landwirtinnen und Landwirte abgewälzt werden darf. Ziel ist es, bis 2035 auf 30 bis 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologische zu wirtschaften.
„Die Vorgaben des Biodiversitätsstärkungsgesetzes werden wir nur durch gute Information, Aufklärung, Gespräche und Sensibilisierung erreichen. Jede Gemeinde ist gefordert sich Gedanken darüber zu machen, wie sie die Ziele zu mehr Biodiversität und Klimaschutz erreichen möchte.“
Alexander Schoch bedankte sich für die Einladung und insbesondere für die fachliche Expertise von Frau Dr. Michiels und wünschte viel Erfolg bei der Umsetzung des Natur- und Artenschutzes.

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