Den 1. Mai zum Ausgangspunkt für nachhaltige und inklusive Arbeitswelt machen!

Pressemitteilung Nr. 50/2021
Emmendingen, den 27.04.2021

„Der 1. Mai 2021 muss Ausgangspunkt auf dem Weg zu einem nachhaltigen und inklusiven Arbeitsmarkt werden. Zum zweiten Mal begehen wir den Tag der Arbeit unter Coronabedingungen. Nur, wenn der Arbeitsmarkt fairer wird, werden wir als Gesellschaft gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Die Corona-Pandemie wirkt wie ein Brennglas für soziale und arbeitsmarktpolitische Probleme. Deshalb müssen wir schnellst möglich Konsequenzen aus dieser Krise ziehen, um unseren Arbeitsmarkt sozialer, inklusiver und nachhaltiger zu gestalten.“, so Alexander Schoch.

Demonstration zum 1. Mai des DGB unter dem Motto „Solidarität ist Zukunft“


Schlechte Entlohnung, schwierige Arbeitsbedingungen, hohe Jobrisiken treffen viel zu oft diejenigen, deren Tätigkeit sich für die Gesellschaft gerade als besonders wichtig herausstellt. Sehr viele der Betroffenen sind Frauen.
„Wir brauchen faire Bezahlung, mehr allgemeinverbindliche Tarifverträge, einen höheren Mindestlohn, deutlich weniger Minijobs und eine deutlich bessere soziale Absicherung. Alle Beschäftigten sind wirklich leistungsgerecht zu entlohnen. Die Krise uns vor Augen geführt, dass insbesondere Menschen in systemrelevanten und sozialen Berufen – viele davon Frauen – dringend bessere Gehälter und Arbeitsbedingungen brauchen. Prekäre, nicht abgesicherte Jobs müssen endlich der Vergangenheit angehören. Daher ist das DGB-Motto des diesjährigen 1. Mai „Solidarität ist Zukunft” nur konsequent und der DGB setzt damit auch dieses Jahr wieder ein wichtiges Zeichen mit Aktionen vor Ort und wie im vergangenen Jahr wieder mit einem Livestream zum 1. Mai.“, so Schoch weiter.

Bühne des DGB auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg am 1. Mai


Die üblichen Demonstrationen zum Tag der Arbeit müssen wohl auch dieses Jahr ausfallen oder werden ins Internet verlagert. Stattdessen stehen die Fragen im Raum, wie Beschäftigten aktuell der Rücken gestärkt und der Arbeitsmarkt in Zukunft fairer und weniger krisenanfällig ausgestaltet werden kann.
Gleichzeitig ruft die Coronakrise einige grundlegende Ungerechtigkeiten in Erinnerung: Dazu gehört die Tatsache, dass die Tätigkeit von Frauen nach wie vor noch immer nicht die Anerkennung und Wertschätzung erhält, die sie verdient. Prekäre Beschäftigung ohne soziale Absicherung führt oft zu Notlagen und muss endlich wirksam eingedämmt werden.
„Je stärker die Gesellschaft und unsere Wirtschaft vom Virus ausgebremst werden, umso deutlicher zeigt sich, wie unverzichtbar manche beruflichen Tätigkeiten trotz aller Risiken sind. Dazu gehört die Arbeit der Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen, Erzieherinnen und Lehrerinnen in den Kitas und Schulen, Beschäftigte in sozialen Einrichtungen, aber auch die an der Kasse in den Lebensmittelgeschäften und bei der Reinigung von Büros und Haushalten.“, so Schoch.
Um die Löhne und Arbeitsbedingungen in diesen wichtigen Berufsgruppen nachhaltig zu verbessern, braucht es vor allem gute Tarifverträge. Diese sollten in Branchen, in denen die Situation besonders problematisch ist, allgemeinverbindlich erklärt werden. Nur so fallen Beschäftigte nicht durch den Rost und die schwarzen Schafe unter den Arbeitgebern können keinen Wettbewerbsvorteil aus Lohndumping ziehen. Gleichzeitig ist es höchste Zeit, die gesetzlichen Leitplanken zu verbessern. Das betrifft insbesondere eine Anhebung des Mindestlohns, die Vereinfachung der Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen, besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie zeitgemäße Mitbestimmung.
Die Krise offenbart noch mehr: Sie zeigt auch die Verletzlichkeit von Beschäftigtengruppen auf, die nicht unter den Schutz der Sozialversicherungen fallen. Dazu gehören insbesondere Minijobber*innen, Solo-Selbstständige und Kurzzeitbeschäftigte, die infolge des Lockdown ihre Arbeit verloren haben. Sind sie nicht sozialversichert und dann haben sie keinen Anspruch auf Kurzarbeit oder Arbeitslosengeld. Wenn sie über keine Reserven verfügen, bleibt ihnen bestenfalls die Grundsicherung.

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