Alexander Schoch: Der Brandbergtunnel macht große Fortschritte

Pressemitteilung Nr. 51/2021
Emmendingen, den 29.04.2021

Am vergangenen Freitag besuchte der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch die Tunnelbaustelle in Oberwinden. Begleitet wurde er von Projektleiter Daniel Haberstroh und Hansjörg Nopper, Bauaufsicht (beide RP Freiburg) und Bauingenieur Raed Qaqunda, stv. Leiter der Bauüberwachung Tunnel Brandberg. Er ist angestellt bei der Firma Müller + Hereth, Ingenieurbüro für Tunnel- und Felsbau GmbH.
Erst wenige Tage zuvor wurde das Westportal des Tunnels auf den vollen Querschnitt geöffnet. Mit einem Sprengabschlag (120-140 Sprenglöcher) wurden bei diesem Tunnelvortrieb bis zu drei Mal am Tag ca. 100 Kubikmeter Paragneis gelöst. Pro Tag konnte der Tunnel damit, je nach angetroffenem Gebirge, auf einer Strecke von 4-10 Metern vorangetrieben werden.
Aufgrund des Vorkommens von Amphibolit im Tunnel wurde der endgültige Tunneldurchschlag vorsichtig und so spät wie möglich vollzogen, um ein evtl. Auftreten von Asbestfasern im Tunnel direkt am Entstehungsort abzusaugen und ein Austreten an die Oberfläche zu vermeiden.
Es musste auch eine „Schwarz-Weiß-Baustelle“ eingerichtet werden, um sicher zu gehen, dass der kontaminierte und der entlüftete Bereich voneinander getrennt ist. Mittels Absaugung und Filteranlage sowie zusätzlicher Beregnung wurden die Fasern des Amphibolits, die eventuell durch die Sprengungen freigesetzt wurden, gebunden. Zu Beeinträchtigungen im Zeitplan ist es dadurch nicht gekommen.
Nachdem die Kalotte (oberer Teil des Querschnitts) des 750 Meter langen Hauptstollens gesichert wurde, konnten Strosse und Sohle (unterer Teil des Tunnelquerschnitts) ausgebaut werden. Dabei wurde der Tunnel mit Stahl und Spritzbeton ausgekleidet sowie eine Drainage eingebaut.
Als nächster Schritt folgt der Einbau einer druckwasserhaltenden Abdichtung. Diese kommt zwischen die Außenschale (Spritzbeton) und die Innenschale (Ortbeton). Zusammen mit der Innenschale als wasserundurchlässige Betonkonstruktion wird das Eindringen von Bergwasser verhindert und das daraus resultierende Absinken des Bergwasserspiegels kann vermieden werden.
Der Wasserdruck im Berg ist enorm, und eine große Herausforderung für die Planung und Durchführung. „Er ist höher als der beim Elbtunnel.“, sagte Haberstroh. Der Haupttunnel soll dann bis Ende des Jahres vollständig abgedichtet sein.
Nach Westen hin geht es zunächst in offener Bauweise weiter und danach mündet der Tunnel in ein Trogbauwerk mit einer Länge von 86 Metern, von wo er wieder an die Oberfläche gelangt.
Im Bereich des heutigen Baustellenbüros (ehemaliges Gasthaus Waldhorn) wird in Zukunft das Betriebsgebäude stehen mit Rettungstreppenhaus, Pumpwerk und Havariebecken. Im Trogbereich ist eine Pannenbucht vorgesehen.
Der Tunnel ist insgesamt 881 Meter lang und verfügt über einen westlichen Rettungsstollen mit 178 Metern und einen östlichen mit rund 100 Metern Länge.
Auch hier sind die Arbeiten recht weit fortgeschritten. Das Abdichten ist abgeschlossen, das Betonieren in vollem Gange. Ein eigens dafür vorgesehener Schalwagen, in den der Beton eingepumpt und nach außen gepresst wird, wurde in den östlichen Stollen eingebracht. Für diese „Aktion“ musste die Bundestraße Ende März in einer Nacht für 4 Stunden gesperrt werden.
Anfang Juni wird der Schalwagen vom Rettungsstollen Ost in den Rettungsstollen West umgesetzt. Auch hierfür muss die Bundesstraße für ca. 4 Stunden voll gesperrt werden.
Für die Tunnelinnenschale werden insgesamt ca. 20.000 m3 Beton und 2500 Tonnen Baustahl verarbeitet, für die überschnittene Bohrpfahlwand waren ca. 2000 m3 Beton nötig und zur Spritzbetonsicherung des Tunnels ca.9.000 m3. Der Abgeordnete staunte über diese beeindruckenden Zahlen hinsichtlich des Materialaufwandes.
Rund 40 Bauarbeiter und 10 Bauingenieure tummeln sich permanent auf der Baustelle. Mit dem Abschluss der klassischen Tunnelarbeiten ist 2022 zu rechnen. Danach sind rund 1,5 Jahre vorgesehen, um die technische Ausstattung (Beleuchtung, Belüftung, Sicherheitseinrichtungen) abzuschließen. Die Verkehrsfreigabe ist für 2024 geplant.
Alexander Schoch bedankte sich für die eindrucksvolle Besichtigung und freute sich, dass der Tunnelbau bisher zügig und ohne Probleme vorangeschritten ist.

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