Frauenpolitischer Abend zum Internationalen Frauentag

Den internationalen Frauentag am 08. März nahm der Emmendinger Kreisverband der Grünen zum Anlass für einen Frauenpolitischen Abend. Dazu luden Hanna Heicke und Nicole Ketterer vom Kreisvorstand Dr. Anja Reinalter ein. Die Professorin für Soziale Arbeit gehört dem Parteirat der Grünen Baden-Württemberg an und ist die erste Vorsitzende des Landesfrauenrates. Dieses Gremium sei noch viel zu wenig bekannt, so Anja Reinalter. Sie fragt zunächst die Teilnehmerinnen, was sie bereits über den Frauenrat wüssten und lobte für richtige Antworten ein gemeinsames Eis (nach Corona!) aus. Darauf kann sich Annette Greve aus Endingen freuen, die den Zahlen am nächsten kam: der Landesfrauenrat vertritt als überparteiliche und überkonfessionelle Dachorganisation 50 Verbände und damit über 2 Millionen Frauen im Land und hat sich die tatsächliche Durchsetzung von Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen auf die Fahnen geschrieben. Kurz vor der Landtagswahl liegt der Fokus auf Politik: „Wir wollen 50 Prozent der Parlamentssitze.“, forderte Anja Reinalter, die selbst Gemeinde- und Kreisrätin ist und für den Bundestag kandidiert. Dafür habe man sich nun die lange angekündigte Wahlrechtsreform für Baden-Württemberg vorgenommen.

Nach Grußworten des Landtagsabgeordneten Alexander Schoch und der Frauenpolitischen Sprecherin der Bundesgrünen, Ricarda Lang, gab es Gelegenheit für eine gemeinsame Gesprächsrunde.

Einige der teilnehmenden Frauen aus dem Landkreis Emmendingen hatten im Vorfeld ihre Forderungen für den Weltfrauentag formuliert und fotografiert, diese reichten von der Abschaffung des §219a und des Ehegattensplittings über gerechte Arbeitszeiten bis hin zur schlichten Forderung nach Respekt. Hanna Heicke führte entlang dieser Themen durch das Gespräch. Am Equal Pay Day waren die Teilnehmerinnen sich einig: Menschen aller Geschlechter müssen endlich das gleiche Geld für die gleiche Arbeit verdienen. Frauen dürfen nicht länger in die „Teilzeitfalle“ geraten. In der Pandemie ist überdeutlich geworden, wie wichtig die klassischen „Frauenberufe“ in Erziehung und Pflege für den Zusammenhalt der Gesellschaft sind. Das Lohnniveau muss endlich angehoben und diese Berufe damit attraktiver gemacht werden. Und: Schon in der frühkindlichen Bildung muss darauf geachtet werden, nicht in alte Rollenklischees zu verfallen. Die Ermutigung von Mädchen und jungen Frauen kann nicht früh genug beginnen.

Es bleibt viel zu tun in Sachen Frauenpolitik.

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