Alexander Schoch MdL: Pandemie verstärkt Bildungsungerechtigkeit weiter

Alexander Schoch sieht es als eine wichtige Aufgabe der Politik an, die Startbedingungen für benachteiligte Kinder und Jugendliche deutlich zu verbessern. Schon der Armutsbericht der Landesregierung hat auf die große Zahl armutsbetroffener Kinder von ca. 20 Prozent in Baden-Württemberg hingewiesen. So ist es dem Ministerium für Soziales und Integration trotz der Corona-Herausforderungen gelungen, landesweit Partnerschaften im Kampf gegen Kinderarmut zu knüpfen und den Ausbau von Präventionsnetzwerken in den Stadt- und Landkreisen voranzutreiben, so der Abgeordnete.
Nach wie vor aber bedeutet arm zu sein, große Nachteile bei der Bildung hinnehmen zu müssen. Diese problematische Konstellation muss endlich durchbrochen werden. Sie bringt lebenslang Nachteile für die betroffenen Kinder und Jugendlichen mit sich. So schränkt ein Mangel an Bildung die Wahlmöglichkeiten im Hinblick auf Berufswahl und Lebensgestaltung stark ein. Corona hat die Kluft in Sachen Bildungsungerechtigkeit noch einmal vergrößert. Im Homeschooling können Kinder und Jugendliche ohne ausreichende digitale Ausstattung und ohne Begleitung ihrer Eltern nicht mithalten. Beengte Wohnverhältnisse, eine fehlende Tagesstruktur bis hin zum fehlenden Schulessen wirken sich zudem massiv negativ auf das Lernverhalten aus.
Betroffene Kinder erleiden derzeit Rückschritte, die sie nur schwer aufholen können, wie der Landtagsabgeordnete im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Landeszentrale für politische Bildung und der Badischen Zeitung berichtete.
Alexander Schoch: „Wir müssen dringend gerade auch in den Koalitionsverhandlungen die Ursachen und negativen Folgen der Bildungsungerechtigkeit aufnehmen und zielführende Maßnahmen dagegen entwickeln.“ Es sei dringend notwendig, mehr qualifizierte Ganztagsangebote in Kombination mit Schulsozialarbeit und ein längeres gemeinsames Lernen zu schaffen. Dass dies die Bildungschancen von Kindern fördere, sei seit vielen Jahren wissenschaftlich erwiesen, werde jedoch kaum umgesetzt. Um die Kinder nicht nur zu betreuen, sondern für ihren weiteren Weg zu stärken, müsse die gezielte Förderung von Kindern aus armen Familien zum Standard werden. Die Tatsache, dass der Bildungserfolg in Baden-Württemberg immer noch stärker als in anderen Bundesländern vom Bildungsniveau der Herkunftsfamilie abhänge, sei für Schoch nicht hinnehmbar.

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