Alexander Schoch zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Pressemitteilung Nr. 12/2021
Emmendingen, den 26.01.2021

Der internationale Tag des Gedenkens für die Opfer des Holocaust wurde 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog eingeführt. Seither finden jährlich am 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Vernichtungslagers in Auschwitz, Gedenkstunden im Bundestag und in den Landtagen statt, so auch im Landtag von Baden-Württemberg. In diesem Jahr steht die Gedenkstunde im Zeichen des Jubiläumsjahrs „321 – 2021: 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Akzentuiert wird der Zivilisationsbruch der Shoah, indem an die über viele Jahrhunderte prägende jüdische Kultur vor 1933 erinnert und der Blick auch auf das jüdische Leben seit 1945, im Schatten von Auschwitz, gerichtet wird.

Auch im Landkreis Emmendingen gibt es eine lange jüdische Tradition. Nach der Aufnahme der ersten Juden in Emmendingen 1716 entwickelte sich eine wachsende Gemeinde, die ihre Heimat 1823 in der damals neuen Synagoge hatte. Nach deren Zerstörung 1938 und der Deportation der Emmendinger Juden 1940 kam das jüdische Leben zum Erliegen. Erst 1995 wurde die Gemeinde wieder gegründet und ist bis heute von 74 auf 350 Gemeindemitglieder angewachsen. Es ist sehr zu begrüßen, dass sich auch weitere Gemeinden in der Region in diesem Jahr mit dem jüdischen Leben vor Ort beschäftigen.

An diesem Tag gedenken wir allen Opfer des Nationalsozialismus, die aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihrer politischen Auffassung oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und auch ermordet wurden.

Gedenken an das was war, ist immer auch Nachdenken über das, was ist und kommt. Viele unserer heutigen Grundrechte resultieren aus den Verfolgungserfahrungen verschiedenster Menschen während des Nationalsozialismus. In diesem Bewusstsein ist die Erinnerung daran zugleich ein Beitrag, um Angriffe auf diese Grundrechte heute abzuwehren.

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