Screenschot der Teilnehmer*innen bei der Online-Gesprächsrunde mit Minister Untersteller

Online-Gesprächsrunde mit Umweltminister Franz Untersteller

Pressemitteilung Nr. 09/2021
Emmendingen, den 25.01.2021

Online-Gesprächsrunde mit Umweltminister Franz Untersteller
Der Klimawandel eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung für Baden-Württemberg – Wie erreichen wir die Klimaziele?

Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Alexander Schoch diskutierten im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „Miteinander reden – Zukunft gestalten“ Umweltminister Franz Untersteller und weitere Experten aus der Region über die aktuelle Klimapolitik und die damit verbundenen Herausforderungen.
Neben Minister Franz Untersteller konnte der Abgeordnete von der SICK AG Kerstin Kohler, Leiterin Umweltmanagement und Torsten Hug, Mitglied der Geschäftsleitung, Rüdiger Fleck Geschäftsführer der Energieagentur Regio Freiburg GmbH und Jannis Klonk von der Kompetenzstelle Energieeffizienz Südlicher Oberrhein (KEFF) und viele weitere Gäste begrüßen.
Alexander Schoch machte deutlich, dass es ihm wichtig ist, darüber zu sprechen, welchen Beitrag Baden-Württemberg zum Klimaschutz beitragen kann, welchen Einfluss Europa und der Bund auf die Klimaschutzpolitik des Landes haben und warum es so wichtig ist, dass Baden-Württemberg beim Klimaschutz vorangeht.
Wichtig für den Abgeordneten ist dabei auch die Bedeutung der regionalen Akteure wie Kommunen, Unternehmen und der persönliche Einsatz, um die Klimaschutzziele zu erreichen.
Minister Untersteller ging in seiner Einführung auf das novellierte Klimaschutzgesetz ein. Zentrale Punkte sind die Festlegung des Klimazieles 2030 mit mindestens 42% Treibhausgasminderung gegenüber 1990, die PV-Pflicht beim Neubau von Nichtwohngebäuden und Parkplätzen und die verpflichtende kommunale Wärmeplanung für alle Stadtkreise und großen Kreisstädte.
Franz Untersteller hob nochmal hervor, dass bis zum Atomausstieg 2011, 50% des Stromes im Land aus Kernenergie stammte. Bei steigendem Stromerbrauch und den Vorgaben den CO2-Austoß zu reduzieren, war und ist der Ausstieg und Umbau eine echte Mammutaufgabe. Das Landesziel bis 2030 eine Reduktion von 42% zu erreichen ist daher ambitioniert, da auch die Versorgungssicherheit gewährleistet sein muss.
Auch auf globaler Ebene ist einiges passiert. China will bis 2060 klimaneutral sein und die USA wird mit der neuen Regierung ebenfalls wieder dem Klimabündnis beitreten und damit Klimaschutzmaßnahmen umsetzen. In diesem Herbst findet in Edinburgh die nächste Klimakonferenz statt mit einer Zwischenbilanz und weiterhin dem Ziel, nicht von 1,5 Grad Ziel abzuweichen.
Die großen Herausforderungen der Zukunft sind die Reduktionsmaßnahmen in den Bereichen Wärme, Strom, Industrie und Verkehr. Das Land hat mit dem Klimaschutzgesetz und dem Integrierten Energie – und Klimaschutzkonzept IEKK bereits einige wichtige Schritte unternommen und weiterentwickelt. „In der nächsten Legislaturperiode müssen wir das IEKK beschließen und auf die Vorgaben von EU und Bund anpassen.“, so Alexander Schoch.
Das Land bietet mit vielfältigen Förderprogrammen Anreize für Klimaschutz und Energieeffizienzmaßnahmen. Die 35 Energieagenturen sowie die 12 KEFF nutzen diese Programme um Kommunen in der Umsetzung von Klimaschutzkonzepten und Unternehmen bei Energieeffizienzmaßnahmen zu unterstützen.
Die SICK AG machte deutlich, dass sie als Erstunterzeichner der Klimaschutzvereinbarung des Landes Baden-Württemberg konsequent ihren Weg für eine positive Klimawende weiter umsetzt. Das Sensorunternehmen legt seit Firmengründung 1946 einen Schwerpunkt auf den Umweltschutz, etwa auch durch innovative Produktlösungen zur Emissionsmessung, und folgt dabei seinem Leitbild „Independence, Innovation, Leadership“. Das Engagement der SICK AG zeigt Erfolge im Umwelt- und Energiebereich und wirkt sich positiv auf das Unternehmen aus. In Deutschland sei man bei der Umsetzung schon relativ weit, schwieriger sei der vor- und nachgelagerte Bereich wie Logistik und Transport. An der Umsetzung von Standards bei den Lieferketten wird konsequent gearbeitet. Ziel ist, dass sich diese an den Standards der SICK AG orientieren, damit bis 2030 das Unternehmensziel weltweit die CO2-Nettoemissionen auf null zu senken, erreicht werden kann.
Aufgrund der steigenden Energiekosten, und dem neu eingeführten CO2-Preis wird es auch für andere Betriebe zunehmend interessanter auf klimafreundliche Energie und Wärmekonzepte umzusteigen. Die KEFF unterstützt diese dabei kostenfrei Klimaschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen in den Betrieb zu integrieren. Aktuell betreut die KEFF bereits über 550 Betriebe allein im Bereich des südlichen Oberrheins. Für die KEFF ist die Kooperationen mit Kommunen, Kammern, IHK, DEHOGA und Verbänden ein wichtiger Zugang zu den Unternehmen.
Eine besondere Bedeutung für die Region hat die Energieagentur Regio Freiburg GmbH, zu deren Aufgaben die Erstellung von Klimaschutzkonzepten für Unternehmen, Kommunen und Kirchen und die energetische Beratung privater Bauherren zählt. So ist z.B. für die Kommunen der European Energy Award, kurz eea, ein wichtiges Instrument. Er ist ein europäisches Gütezertifikat für die Nachhaltigkeit der Energie- und Klimaschutzpolitik von Gemeinden und Landkreisen. Mittlerweile sind europaweit über 1500 Gemeinden mit an die 50 Millionen Einwohnern beteiligt, auch die Stadt Emmendingen und der Landkreis gehören dazu.
Die Energieagentur sieht sich auch als regionaler Wirtschaftsförderer. Für Privatpersonen gibt es unterschiedlichste Angebote, u.a. auch den Stromsparcheck für einkommensschwache Haushalte als auch Energieberatungen.
Alexander Schoch stellte zum Abschluss der Veranstaltung fest, wie wichtig es sei miteinander zu reden und durch gemeinsame Zielsetzungen von Akteuren und Maßnahmen die Zukunft gemeinsam zu gestalten und damit den Klimaschutz in der Region und im Land voranzutreiben.

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