Energiewende in Bürger*innenhand

Auf Einladung des Endinger Ortsverbandes von Bündnis90/Die Grünen fand vergangene Woche ein digitaler Gedankenaustausch zum Thema „Energiewende in Bürger*innenhand“ statt. Leonie Schmidt und Ronald Linder von der Endinger Grünen-Fraktion moderierten die informative Veranstaltung mit dem Landtagsabgeordneten Alexander Schoch und Experten sowie einer Runde interessierter Bürger.
Einführend berichtete Armin Schmidt, Mitbegründer der Bürgerenergiegenossenschaft BEGE e.G., in einem Filmtrailer von den bereits realisierten Projekten: das Blockheizkraftwerk im Endinger Pflegeheim St. Katharina und die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Grundschule in Kiechlinsbergen. Achim Lott, ebenfalls Mitbegründer der BEGE und des Arbeitskreises Energie skizzierte anschließend den Weg der Genossenschaft, angefangen von der Nuklearkatastrophe in Fukushima 2011 als Weckruf, der umgehenden Gründung einer regelmäßig stattfindenden Mahnwache für die Abschaltung des AKW Fessenheim und des Arbeitskreises Energie, Schaffung eines Fördervereins, bis hin zur wegbereitenden Stellenschaffung für Eva Mutschler-Oomen als Klimaschutzmanagerin im Jahr 2016, die bis heute sehr gute Arbeit vor Ort geleistet habe.
Alexander Schoch lobte dieses Engagement auf Bürgerebene, ohne das die Energiewende nicht zu schaffen sei. Gleichzeitig wies er auf bereits gut geleistete Arbeit der Grünen auf europäischer Ebene hin, die die Erneuerbare-Energien-Richtlinien bereits 2018 in Richtung mehr Wettbewerbsfähigkeit kleiner Bürgergenossenschaften geöffnet haben. Die Richtlinien müssten aber noch verstärkt publik gemacht werden, v.a. von der zukünftigen Landesregierung, um so noch mehr Bürger zu animieren, sich bei der Energieerzeugung und -verteilung aktiv einzubringen. Gleichzeitig wies er auf bestehende Beratungs- und Fördermöglichkeiten auf Landesebene hin, die man noch stärker in Anspruch nehmen möge. In Richtung Bundespolitik erhoffe er sich die Schaffung von verbesserten Rahmenbedingungen. Auf hemmende kommunalpolitische Strukturen habe man dagegen wenig Einflussmöglichkeiten. Hier könne man nur immer wieder appellieren, ausreichend Anreize für „Klimaschutz mit System“ zu schaffen.
Gefragt nach aktuell anstehenden Projekten nannte Achim Lott in erster Linie ein Pilotprojekt, das man derzeit aktiv begleiten dürfe, nämlich die Entstehung einer Agri-Photovoltaikanlage in Weinbergen auf dem Riegeler Michaelsberg, mit der neben dem Weinbau auch Solarstrom erzeugt werden soll.
Die Diskussionsrunde war sich abschließend einig, dass verstärkt an einem Strang gezogen werden muss und, laut Achim Lott, v.a. bürokratische Hürden für den einzelnen Bürger abgebaut werden sollten, damit die Chance für sinnvolle Projekte zur Erreichung der Energiewende genutzt werden könnte.

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