Schoch und Bayaz: „Lokalen Handel unterstützen!“

Pressemitteilung Nr. 141/2020
Emmendingen, den 10.12.2020

Runder Tisch mit Gewerbevereinen und Werbegemeinschaft und Gastronomie zur Coronasituation

Der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch diskutierte zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten und finanzpolitischen Sprecher der Grünen Danyal Bayaz im Rahmen einer Online-Konferenz mit den Gewerbevereinen und Werbegemeinschaften sowie Vertreter_innen der Dehoga aus dem Landkreis Emmendingen über das „Coronajahr“ 2020 und den aktuelle Teil-Lockdown, über Hygieneregeln, Förderprogramme, Weihnachtsgeschäft und Perspektiven über den Jahreswechsel hinaus.

Danyal Bayaz führte zu Beginn des Runden Tisches aus, dass die Corona-Pandemie unser Land und die ganze Welt vor eine nie dagewesene Herausforderung stellt. Es sei deshalb unbedingt notwendig, dass wir schnellstmöglich unser Gesundheitssystem weiter stärken und zugleich die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise auffangen. „Krisenzeiten wie diese sind Zeiten der Zusammenarbeit – auch zwischen den demokratischen Fraktionen und der Bundesregierung. Wir haben deshalb intensiv mit der Bundesregierung und den Koalitionsfraktionen zusammengearbeitet und auch Ende März dem Gesetzespaket zur Bekämpfung der Corona-Krise zugestimmt, wir haben aber auch eigene Vorstellungen entwickelt.“, so der Bundestagsabgeordnete.

Der stationäre Einzelhandel musste im neuen Teil-Lockdown nicht wie im Frühjahr schließen. Doch auch wenn die Geschäfte offen sind, setze Corona den Händlern zu, so die Aussagen der Vertreter/innen aus dem Handel. Seit dem Frühjahr habe sich der Trend zum Onlineshopping verstärkt, was sich negativ auf den stationären Handel auswirkt.  Corona habe die Innenstädte verändert!

Eigentlich müsste der stationäre Einzelhandel gerade das Geschäft des Jahres machen: Das Weihnachtsgeschäft ist eigentlich das „Umsatzhighlight“ für viele Händler! Zwar darf der Einzelhandel anders als zum Beispiel Gastronomiebetriebe noch öffnen, doch die hohen Infektionszahlen und der Teil-Lockdown scheinen die Kunden abzuschrecken, wurde immer wieder genannt.. In der Innenstadt haben die Geschäfte im Vergleich zum Vorjahr oft rund einen Drittel weniger Umsatz gemacht, beim Bekleidungshandel verbucht demnach sogar ein Minus von 40 Prozent, was für manche Händler schon die Gefahr der Insolvenz bedeutet, gerade wenn es auch keine Inhabergeführten Geschäfte seien. Daher wurde kritisiert, dass es für den Handel bisher keine Nothilfen der Bundesregierung gibt. Das Argument, dass der Einzelhandel ja weiter öffnen dürfe, verkenne jedoch, dass geöffnete Ladentüren keine Existenz sichern, wenn keiner reinkommt!

Für den Landtagsabgeordneten Alexander Schoch ist klar, dass stöbern, bummeln, sich inspirieren lassen, momentan mehr oder weniger passé ist in unseren Innenstädten“. Es sei völlig klar, dass man dies nicht einfach so auffangen könne und daher ist es aus seiner Sicht notwendig, den Einzelhandel zu stützen und insbesondere für das neue Jahr Perspektiven zu entwickeln. „Ich glaube,“, so Alexander Schoch, „dass die Menschen sich nach Events und sozialem Austausch sehnen. Wenn es also zum Beispiel wieder die Möglichkeit gibt, zu einer Lesung in einem Buchladen zu gehen statt das Buch direkt im Internet zu bestellen, wenn man eine Modenschau besuchen oder wieder bummeln kann, dann werden die Menschen wieder gerne in die Innenstädte kommen, aber es braucht auch neue Kreativität.“

Wichtig sei aber auch, dass Kommunen und Einzelhandel, Gewerbe und Gastronomie für und im neuen Jahr Strategien und Konzepte zu entwickeln die Innenstädte zu stärken um eine Verödung der Innenstädte gerade im ländlichen Raum zu verhindern. Von Seiten der Gastronomie und Hotelgewerbe wurde dargelegt, dass sie sich in einer nie dagewesenen Extremsituation befinden. Die Herausforderungen wachsen von Tag zu Tag.

Die Vertreter/innen bedankten sich für die schnelle Soforthilfe im Frühjahr und kritisierten jedoch dass nach der Zwangsschließung es erst Ende November möglich war die Novemberhilfe des Bundes zu beantragen. Wenn die Betriebe auch im Dezember geschlossen bleiben müssen, muss aus der Novemberhilfe eine Winterhilfe werden – und zwar ohne Abstriche am angekündigten Umfang.

Diese harten Corona Maßnahmen gehen voll zu Lasten der Gastronomie und Hotellerie, keine Branche hat unter den Corona-Maßnahmen so gelitten. Viele Betriebe stehen wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Obwohl das Kurzarbeitergeld eine wichtige und richtige Maßnahme war sind viele Arbeitsplätze akut gefährdet. Hinzu kommt andere Branchen, die für die Gastronomie so wichtigen Arbeitskräfte, gerade wenn auch darum geht den Betrieb wieder hochzufahren, abgeworben werden. Die Vertreter/innen aus Gastronomie und Hotellerie wiesen auch nochmal darauf hin, dass ihre Hygienekonzepte hervorragend waren und für das Infektionsgeschehen bestimmt nicht verantwortlich waren.

Der Bundestagabgeordnete Danyal Bayaz, hob ebenfalls das großartige Engagement der Branche bzw. des Verbandes hervor. Er erläuterte, dass auch Unternehmen und Selbstständige eine Langfristperspektive, Planungssicherheit und Verlässlichkeit benötigen, sie könnten sich nicht immer nur von Monat zu Monat hangeln, insbesondere im Gastronomie- und Hoteleriebereich sei dies dringend notwendig. Sie brauchen schnelle, unbürokratische Unterstützung, die auch dann greift, wenn nur regionale Einschränkungen vorgenommen werden.

Dafür müssen die Notfall- und Überbrückungshilfen verbessert werden, damit sie wirklich ankommen und helfen! Es gibt hier Versäumnisse der Bundesregierung bei den Hilfen für von der Corona-Krise besonders betroffene Branchen wie z.B. auch der Kultur- und Eventbranche. „Gerade durch die Kulturevents leben auch die Innenstädte.“, sagte Bayaz und wies darauf hin, dass Baden-Württemberg in Unterstützung der Kultur in der Bundesrepublik vorbildlich sei.

Alexander Schoch appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, dass sie auch im nun bevorstehenden strikteren Lockdown so weit wie möglich, auch bei Onlinebestellungen die Angebote des lokalen Handels nutzen.

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