Gute Gespräche bei der Online-Fahrradwegekonferenz für den Kreis Emmendingen

Pressemitteilung Nr. 137/2020
Emmendingen, den 07.12.2020

Die 3. Fahrradwegekonferenz für den Landkreis Emmendingen, die Alexander Schoch MdL mit dem Kreisverband Emmendingen am 30.11. veranstaltet hat, musste leider Corona bedingt als Online-Veranstaltung durchgeführt werden.
Rüdiger Tonojan begrüßte für den Kreisvorstand Björn Haake aus Denzlingen und Vorstand des ADFC, Christian Schuldt, Stadtratsmitglied aus Emmendingen und den Landtagsabgeordneten Alexander Schoch.
Für den Abgeordneten ist es dabei wichtig, wie die Situation des Radnetzes im Landkreis hinsichtlich der Verbindungen und des Zustandes tatsächlich ist und welche Auswirkungen die aktuellen Planungen des Radschnellwegs von Freiburg nach Waldkirch und Emmendingen haben. Und welche Konsequenzen sich daraus für die politische Arbeit ergeben. Er stellte fest, dass mit den seit 2011 grüngeführten Landesregierungen einiges bewegt worden ist. Gerade auch im Landkreis Emmendingen wurden in dieser Zeit mehrere neue Fahrradwege fertiggestellt und auch Lücken im Radwegenetz geschlossen.
Trotz dieser positiven Entwicklung gibt es noch deutliche Defizite bei Radwegeverbindungen, wie z.B. Engpässe an der L 105 Kenzingen – Weisweil/Endingen auf der Autobahnbrücke und zwischen Denzlingen und Sexau, die sehr schmale Passage über die Elz. Für diese problematischen Engpässe müssen dringend Lösungen gefunden werden. Während dies für die Elzbrücke zwischen Denzlingen und Sexau wohl einfacher wird als für die problematische Stelle an der L 105. Schoch. Schoch zeigt kein Verständnis dafür, dass eshier wohl erst mit der Fertigstellung des 3. und 4. Gleises der Rheintalbahn zu einer Lösung kommen soll.
Der Abgeordnete wies darüber hinaus auf die Kick-Off Veranstaltung für die Planung des Radschnellweges (RS6) von Freiburg nach Waldkirch und Emmendingen am 14. Dezember hin. Dort können Varianten der Streckenführung angesprochen und auch über die Umsetzung von Qualitätsstandards für den RS6 diskutiert werden.
Björn Haake vertrat die Auffassung, dass außerhalb geschlossener Orte für Freizeitradler und Pendler ein recht weit verzweigtes Netz von verfügbaren Wirtschaftswegen bestehe. Beim Ausbau der Radschnellwege habe er die Befürchtung, dass diese dahingehend gestaltet werden, dass 80% den Kriterien genügen und dass diese 80% dann auf dem freien Feld ausgebaut werden und in den Orten doch wieder Ampeln, Kreuzungen und Mischverkehr vorgefunden werden. Radwege außerorts werden oft als Zweirichtungsweg geführt, die dann zu eng sind, Radfahrende von Autofahrenden geblendet werden und oft unnötige Seitenwechsel bedingen. Vor den Ortschaften hören sie oft unvermittelt auf.
Innerorts ist es leider immer noch so, dass die Planung nicht von Fußgängern und Radfahrern aus gedacht wird, sondern nach wie vor das Auto im Zentrum steht. Flächendeckend Tempo 30 wäre da ein erster Schritt in die richtige Richtung. Planung sollte von außen (Gehweg) nach innen durchgeführt werden.
Radfahrer und Fußgänger brauchen oft einen langen Atem, wie das Beispiel der Emmendinger Innenstadt gezeigt hat. Mehrere Fraktionen haben überparteilich gegen Widerstände zusammengearbeitet, um die Fußgänger-/Fahrradzone einzurichten, berichtete Christian Schuldt.
Dennoch hat in Emmendingen der Autoverkehr noch immer Vorrang. Z. B. werden manche wichtigen Projekte nicht realisiert, wie das Fahrradparkhaus in Emmendingen, welches zur Finanzierung der Mehrkosten eines Autoparkhauses gestrichen werden musste.
Beim RS6 sollen Fernziele in den Blick genommen werden, die Nahverbindungen sind schon gut ausgebaut. Der Fokus sollte auf die Alltagsradler / Berufspendler gelegt werden.
Dr. Petra Breitenfeldt vom BLHV, die als Gast anwesend war, äußerte die Bitte, dass Radschnellwege in Bahnhofsnähe geplant werden; der rechte Ast des Y des RS6 führe auf Wirtschaftswegen entlang, die von den Landwirten stark frequentiert werden (z.B. Futtermittel-Transporte). Hier gingen den Landwirten weitere Fläche verloren. Sie regt an, den Elzdamm mit einzubeziehen.
„Wichtige Themen mit denen wir uns bei der Planung der Radschnellwege auseinandersetzen müssen, sind Naturschutz und Flächenverbrauch, gerade auch im Blick auf landwirtschaftliche Flächen. Diese Interessenkonflikte müssen in einem guten Dialog bewältigt werden.“, so Schoch.
Rüdiger Tonojan hob jedoch auch hervor, dass es nicht möglich sein wird Radschnellwege ohne einen weiteren Flächenverbrauch umzusetzen. Wichtig ist es, dass die Möglichkeit betrachtet wird, Straßen zurückzubauen, um Platz für Radwege zu schaffen.
Für den Kreisverband der Grünen ist es wichtig, dass Beteiligungsformen auch durch den Landkreis entwickelt werden, die es den Bürger*innen ermöglichen sich einzubringen und die Vorstellungen und Wünsche von Radfahrern einzubeziehen, sei es die der Alltagsradler, die schnell und von A nach B wollen oder die der Freizeitradler, die landschaftliche Schönheit und Ruhe suchen.
Weitere interessante Punkte die noch zur Sprache kamen, waren u.a. die Idee eines Fahrradschnellwegs Kaiserstuhl – Freiburg auf dem Dreisamdamm und die Anknüpfungspunkte der RS an die Radwege der Gemeinden.
Als Fazit der Veranstaltung konnte Alexander Schoch festhalten: “Die Planung der Radschnellwege und die Beteiligungsprozesse müssen gut moderiert werden, damit die Bürgerinnen und Bürger, die sich in diese Beteiligungsprozesse einbringen auch im Prozess wiederfinden. Wichtig ist auch, die Bestandsradwege kontinuierlich im Blick zu halten, die Attraktivität weiter zu verbessern, bestehende Lücken zu schließen und gefährliche Stellen zu entschärfen!“
Rüdiger Tonojan bedankte sich bei den Teilnehmer*innen für den guten Austausch und kündigte weitere Veranstaltungen und entsprechende Initiativen auch im Kreistag an.

Verwandte Artikel