Beim Online-Handwerkergespräch wurden viele Informationen, Vorschläge und Anregungen diskutiert

Pressemitteilung Nr. 128/2020
Emmendingen, den 19.11.2020

Alexander Schoch MdL und der handwerkspolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion Martin Grath MdL tauschten sich mit Kreishandwerksmeister Martin Schubnell, Horst Gerber stellvertretender Landesinnungsmeister für die Bäcker in Baden, Handirk von Ungern-Sternberg Mitglied der Geschäftsführung der Handwerkskammer Freiburg und die Bäckersfamilie Jenne aus Kiechlinsbergen über aktuelle Themen aus.
Der Landtagsabgeordnete erläuterte zu Beginn des Handwerkergesprächs, das er alle zwei Jahre im Wechsel mit einem Wirtschaftsforum durchführt, dass dieses Handwerkergespräch mit dem handwerkspolitischen Sprecher Martin Grath, um die Zeit des Brotmarkts in Endingen als Präsezveranstaltung hätte stattfinden sollen und dass dabei auch der Besuch einer Bäckerei geplant war.
Aufgrund der Coronapandemie musste der Brotmarkt ausfallen und das Handwerkergespräch virtuell stattfinden. Trotzdem war es für den Landtagsabgeordneten wichtig die Bäckerzunft zu Beginn des Gesprächs in den Mitteilpunkt zu stellen, indem er zu einem virtuellen Betriebsrundgang in die Bäckerei Jenne in Kiechlinsbergen einlud.
Schoch hob die Bedeutung des Handwerkes im Landkreis Emmendingen hervor, wo ca. 25% der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Handwerk tätig sind und damit deutlichmehr als im Landesdurchschnitt. Auch der Anteil des Umsatzes der Unternehmen im Handwerk liegt im Landkreis über dem Landesdurchschnitt. Interessant so Schoch, dass es bei den Bäckereibetrieben noch ca. 40 inhabergeführte Bäckereien gibt. Das Handwerk bildet mit seinen kleinen und mittelgroßen Unternehmen einen wesentlichen Bestandteil der baden-württembergischen Wirtschaft ab.  
Gleichzeitig stehen Handwerksunternehmen unter enormem Druck, Auszubildende und Fachkräfte zu finden, zu gewinnen und zu halten und mit den technologischen Entwicklungen Schritt zu halten.“, so Alexander Schoch in seiner Einführung.
Martin Grath stellte in seinem Input die wesentlichen Punkte des Positionspapiers- Impulse für eine grüne Handwerkspolitik – der grünen Landtagsfraktion vor.
Martin Grath kam in seinem Input auf einige wichtige Impulse für eine nachhaltige und zukunftsorientierte und damit grüne Handwerkspolitik zu sprechen: Im Zentrum steht dabei die Stärkung der Attraktivität des Handwerks, die Fachkräftesicherung und die Stärkung der Zukunftsfähigkeit handwerklicher Unternehmen. Eine gute berufliche Orientierung und eine zielgerichtete Ausbildung auf Höhe der technologischen Entwicklung sollen mehr junge Menschen für das Handwerk begeistern. Darüber hinaus ist die verstärkte Gewinnung von Frauen und von Geflüchteten für das Handwerk aus unserer Sicht ein zentraler Baustein der Fachkräftesicherung. Die konsequente Förderung von Handwerksgründungen soll noch mehr Meister*innen den Weg in die berufliche Selbständigkeit öffnen. Innovative und erfolgreiche Unterstützungsmaßnahmen für Handwerksunternehmen – insbesondere im Bereich Digitalisierung – wollen wir fortführen und Handwerksunternehmen so in ihrer technologischen Entwicklung umfassend begleiten und unterstützen. Wesentlich ist hierbei vor allem, die Chancen digitaler Plattformen auch für das Handwerk nutzbar zu machen.
Im Anschluss entstand eine interessante Diskussion mit den anwesenden Gästen über aktuelle Handwerksthemen und Probleme durch die Corona-Pandemie.
Die Themenpalette war sehr weitgefächert. Die Auswirkungen des Lockdowns im Hotel- und Gastronomiebetriebe auf das Handwerk wurden genauso thematisiert wie die Digitalisierungsprämie oder die Ungleichbehandlung bei den Kosten von Meisterschüler*innen und Studierenden. Auch die Meisterprämie, der Umsatzrückgang durch Fachkräftemangel, die Leistungen der Handwerkskammer hinsichtlich sozialpädagogischer Unterstützung der Auszubildenden und Beschäftigte mit Migrationshintergrund wurden erörtert. Die Politik muss Auszubildende mit Migrationshintergrund und Leistungsgeminderte stärker fördern. Die Möglichkeit der Übernahme von geflüchteten Auszubildenden muss im Interesse der Planungssicherheit der Unternehmen gewährleistet werden.
Auch der Bedarf von Wohnheimen für Auszubildenden und die flächendeckende Einführung eines günstigen Jahrestickets für den ÖPNV für Auszubildende und Meisterschüler wurde diskutiert.
Außerdem kam die wichtige Rolle des Handwerks bei der Energiewende und dem Klimaschutz zur Sprache und ein weiterer Bürokratieabbau besonders im Hinblick auf Förderprogramme wurde behandelt. Denn ohne das Handwerk ist die Energiewende nicht umzusetzen!
Alexander Schoch bedankte sich bei Martin Grath, den Beteiligten für den guten Austausch und der gesamten Handwerkerschaft, die auch mit ihren regelmäßigen Handwerkstagen wie z.B. in diesem Jahr in Elzach für einen guten Informationsfluss beiträgt und die Attraktivität des Handwerks hervorhebt.
„Wir müssen die gute Zusammenarbeit mit Handwerk, unserer “Wirtschaftsmacht von Nebenan“ pflegen und ausbauen. Gerade im ländlichen Raum ist das Handwerk einer der wichtigsten Pfeiler der Wirtschaft. Daher freue ich mich sehr über die gestiegene Zahl der Auszubildenden im Handwerk und hoffe, dass auch im Lebensmittelhandwerk Verbesserungen erreicht werden können.“
Die beiden Abgeordneten werden nun die vielen Anregungen mit nah Stuttgart nehmen und sich dort für die Belange des Handwerks stark machen.in ihre Arbeit im Landtag mitnehmen konnten.

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