Schoch: Klimaschutz und Ressourceneffizienz sind zwei Seiten einer Medaille – der Onlinehandel steht im Widerspruch zu Ressourceneffizienz

Pressemitteilung Nr. 106/2020
Emmendingen, den 13.10.2020

Schoch: Klimaschutz und Ressourceneffizienz sind zwei Seiten einer Medaille – der Onlinehandel steht im Widerspruch zu Ressourceneffizienz
Der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch hat kürzlich am Kreislaufwirtschafts- und Ressourceneffizienzkongress teilgenommen. Als Mitglied des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft gehört dieses Thema zu seinen Arbeitsschwerpunkten.
„Da die Nutzung von Ressourcen die Grundlage für unser Leben und Wirtschaften ist, muss ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen zum Selbstverständnis unseres Wirtschaftens werden. Die globale Bevölkerungsentwicklung und das Wirtschaftswachstum haben ihre negativen Auswirkungen auf die natürlichen Ressourcen wie Rohstoffe, Energie, Fläche, Wasser und Biodiversität. Deshalb ist ein schonender und gleichzeitig effizienter Umgang mit natürlichen Ressourcen eine Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit von unseren Gesellschaften und dem Schutz des Klimas.“, so Alexander Schoch.
Im Rahmen des Ressourceneffizienzkongresses trat das Unternehmen SICK AG aus Waldkirch als eines der Ersten der Klimaschutzvereinbarung Baden-Württemberg bei, freute sich Alexander Schoch.  Durch dieses neue Bündnis von Land und klimaengagierten Unternehmen wird die aktuell laufende Novellierung des Klimaschutzgesetzes Baden-Württemberg mit Leben erfüllt.
Mit der Klimaschutzvereinbarung bekennen sie sich öffentlich zu dem Ziel, wirksamen und nachhaltigen Klimaschutz zu betreiben und Ihr Unternehmen klimaneutral auszurichten. Die Senkung von Treibhausgasemissionen soll die Potenziale heben zur Kostenreduktionen durch Energie- und Materialeffizienz und damit auch die Abhängigkeit von fossilen und endlichen Rohstoffen deutlich zu reduzieren. Nur mit einer effektiven Klimaschutzstrategie werden Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Gemeinsam mit anderen Vorreiter-Unternehmen und dem Land wird dieses Bündnis aktiv dem Klimawandel entgegenwirken. Das Land wird diese Unternehmen dabei unterstützen, den Klimaschutz systematisch umzusetzen. Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und Klimaschutz gehören zusammen.
Bei einer Kreislaufwirtschaft handelt es sich um ein ökonomisches und industrielles System, welches auf der Wiederverwertung von Produkten und Rohstoffen und der regenerativen Kapazität natürlicher Ressourcen basiert. Die Kreislaufwirtschaft ist also ein Wirtschaftsmodell, in dem kaum Abfälle produziert werden und indem Rohstoffe innerhalb eines geschlossenen Kreislaufes kontinuierlich wieder genutzt und recycelt werden sollen.
Alexander Schoch hofft hier auf die neue EU-Kommission und das europäische Parlament, die aktuell den „Fahrplan für ein ressourcen-effizientes Europa“ diskutieren. Es bedarf Anstrengungen auf mehreren Ebenen: in den Unternehmen, in den Regionen und Städten sowie auf landes-, nationaler und europäischer Ebene. Erst wenn dieses Zusammenspiel funktioniert wird es möglich sein eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft aufzubauen. Jedoch ist die politisch-ökonomische Perspektive in der Transformation in Richtung Kreislaufwirtschaft nicht die einzige, geschweige denn die wichtigste Perspektive; vielmehr ist ein wichtiger Bestandteil ein Wandel in der gesamten Konsumgesellschaft, welcher Bildung, Information und eine Förderung der aktiven Teilnahme der Öffentlichkeit erfordert., so Alexander Schoch.
„Jeder Einzelne vor Ort kann dazu beitragen, dass sich etwas ändert, so ist auch die Biomusterregion ein Mosaikstein hin zu einem anderen wirtschaften, das sich auch an regionale Strukturen orientiert. Daher brauchen wir in unserem täglichen Handeln einen Sinnes- und Handlungswandel. Ich möchte dies an dem Beispiel „Onlinehandel“ festmachen. Jährlich werden in Deutschland 3,35 Milliarden Pakete verschickt. Über die Hälfte der Pakete kommt dabei allein nur von Amazon. Um Bestellungen zu verschicken, müssen die Waren verpackt werden. Je mehr Verpackung, desto mehr Müll und Umweltverschmutzung. Um die Ware zu fixieren, werden darüber hinaus häufig Luftpolster oder andere Füllmaterialien beigefügt.“
Allein durch das Verpackungsmaterial werden Unmengen an natürlichen Ressourcen wie Bäume und Wasser für die Herstellung von Papier und Pappe, Erdöl und Energie für die Herstellung von Plastik verbraucht, um nicht zu sagen verschwendet. Dazu sind täglich Tausende LKWs und kleinere Transportautos im Einsatz um diese Päckchen anzuliefern. Diese Fahrzeuge blasen jede Menge Kohlendioxid, Feinstaub und Stickoxide aus. Daher bedingt der Versandhandel zusätzlichen Verkehr. Ein weiteres Problem des Versandhandels ist alleine in Deutschland jährlich 440.000.000 Retouren, die irrsinniger Weise 30 Prozent der Retouren vernichtet werden, obwohl sie noch voll funktionstüchtig und sogar neuwertig sind, es aber kostengünstiger ist. Schoch möchte daher dafür plädieren, den lokalen Einzelhandel im Sinne eines nachhaltigen Einkaufsverhaltens zu fördern. Natürlich kann auch beim lokalen Handel Verpackungsmaterial anfallen, jedoch steht dies in keinem Verhältnis zum Onlinehandel. Der Onlinehandel ist einer der Hauptverursacher für den steigenden Verpackungsmüll in Deutschland. Natürlich ist das nicht der einzige Grund für eine vermehrte Ressourcenverschwendung, aber mit Sicherheit eine erhebliche Komponente, die unserer Umwelt und damit auch uns auf lange Sicht schaden kann.
„Dieses kleine praktische Beispiel aus unserer täglichen Lebenswelt zeigt meines Erachtens deutlich Hebel für einen anderen Umgang mit unseren Ressourcen auf und weist auch einen Weg, wie durch Verhaltensänderungen den Weg in eine Kreislaufwirtschaft.“
Der Kreislaufwirtschafts- und Ressourceneffizienzkongress hat die große Aufgabe, so Schoch, dazu beizutragen, die Lebens- und Wirtschaftsweise, die dem Überverbrauch ein Ende setzt, durch Weniger- und Andersverbrauch, durch Veränderungen des Konsumentenverhaltens sowie auch der Konsummuster ein nachhaltiges Wirtschaften zum Schutze des Klimas zu fördern.

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