Weinbau-Exkursion mit Alexander Schoch MdL und Reinhold Pix MdL

Pressemitteilung Nr. 103/2020
Emmendingen, den 07.10.2020

Weinbau-Exkursion mit Alexander Schoch MdL und Reinhold Pix MdL
Im Vorfeld des 10. Hofgespräches von Alexander Schoch MdL, das dieses Jahr in Endingen als Winzergespräch mit dem weinbaupolitischen Sprecher der grünen Fraktion Reinhold Pix durchgeführt wurde, stand am Nachmittag der Besuch von drei Betrieben auf dem Programm.
Die Auswahl der Betriebe war Alexander Schoch wichtig, da das Biodiversitätsstärkungsgesetz auf unterschiedlichste Form Auswirkungen auf den betrieblichen Ablauf hat. Nicht nur für Biobetriebe ist es daher wichtig, wie die Ziele des Gesetzes, das 2022 in Kraft tritt, umzusetzen sind.
Wichtig wird auch sein, wie Winzergenossenschaften ihre Mitglieder stärken können um neue Wege im Wein An- und Ausbau zu beschreiten.
Das biodynamische Weingut Trautwein in Bahlingen, der Biobetrieb Steinhaldehof der Familie Fischer in Amoltern und der Demeter-Winzerhof Linder in Endingen stellten der Exkursionsgruppe ihren Betrieb und ihre Betriebsphilosophie vor. Über Weinlese, Qualität und Menge wurde genauso diskutiert wie über die Chancen die das neue Biodiversitätsstärkungsgesetz bieten kann und die aktuellen Folgen des Klimawandels und die damit einhergehenden Einflüsse auf den Anbau. Auch die Vorteile neuer Applikationstechnik und die Wasserknappheit waren Thema.
Anfang 2019 hat die nächste Generation, Anne-Christin und Christoph Trautwein das Weingut Trautwein übernommen. Die Kaiserstühlerin und der Rheinländer bewirtschaften das Weingut weiterhin biodynamisch. Sie pflegen einen lebendigen Boden und setzen sich mit seinen Eigenheiten auseinander. So dürfen die Weine ohne Zugabe von Hefe spontan gären. Dem Wein wird nichts hinzugefügt. Für die perfekte Reifung setzen die Trautweins auf gebrauchte Holzfässer aus dem Burgund.
Auf dem Steinhaldehof wird vermehrt auf pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWI) gesetzt. Damit können Pflanzenschutzmittel eingespart werden, was gerade im Ökoweinbau besonders wichtig ist. Seit 1992 arbeiten die Fischers nach den Richtlinien von Naturland, und von EcoVin. Neben Wein wird auch Obst und Gemüse produziert. 2 HA der Betriebsfläche liegen im Naturschutzgebiet.
Ronald Linder bewirtschaftet seit 2016 nach den Vorgaben des Demeter-Verbandes. Er verzichtet auch weitgehend auf die Schwefelung seiner Weine. Es gibt bereits mehre Weine die komplett ohne Schwefel und Kupfer produziert werden. Auch wird zur Vergärung keine Hefe beigefügt und ein Großteil der Weine wird ungefiltert ausgebaut, als Naturweine. Die Böschungspflege wird von Schafen erledigt und die Freilaufhühner fressen Schad-Insekten. Wichtig für Linder sind Biodiversität, Bodenpflege und die Bildung einer guten Humusschicht. Sein neustes Projekt: Probiotischer Pflanzenschutz.
„Es war ein beeindruckender Nachmittag, der aufzeigte, dass jeder Betrieb seinen eigenen Weg gefunden hat und biologische Vielfalt einen großen Stellenwert im Tagesablauf und der zukünftigen Aufstellung des Betriebes einnimmt.“, so der Abgeordnete.

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