Alexander Schoch zu 30 Jahre Wiedervereinigung

2020 – ist ohne Zweifel ein besonderes Jahr: das 30. Jahr der Deutschen Einheit, aber auch ein Jahr von Corona und Hygienevorschriften.„Menschlicher Wille kann alles versetzen”, so steht es auf einer Tafel einer Gedenkstätte zur Wiedervereinigung! − Die Bevölkerung der DDR hat sich mutig aufgelehnt gegen ein Regime, das Unrecht lebte und fundamentale Freiheiten mit Füßen trat. Dieser Spruch stimmt und motiviert!
Daher werden wir auch gemeinsam diese Corona-Krise die uns in Ost und West schwer getroffen hat, überstehen.  Auch der Prozess der Wiedervereinigung von zwei Ländern – die getrennt waren durch eine Mauer, durch Stacheldraht und einen Todesstreifen, sowie durch zwei unterschiedliche politische Systeme, ist für uns alle nicht einfach.
Durch die Friedliche Revolution in der damaligen DDR ist das Tor zur deutschen Einheit aufgestoßen worden. Mutig und selbstbewusst haben die Bürgerinnen und Bürger Ostdeutschlands den Prozess zur Einheit vorangetrieben. Es wurde viel erreicht, dennoch liegt noch Einiges vor uns.
Die Mütter und Väter des Grundgesetzes formulierten 1949 am Schluss der Präambel des Grundgesetzes ganz bewusst einen unmissverständlichen Auftrag: „Das gesamte Deutsche Volk bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden.“ Dieser Auftrag wurde in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 erfüllt.
Mit Freude und Dankbarkeit blicken wir auf den 30. Jahrestag der Wiedervereinigung und auf das seitdem Erreichte zurück und trotzdem gibt es noch immer soziale Unterschiede, die weiterhin zwischen Ost und West bestehen. Studien zeigen: Die Lebensstandards in den neuen Bundesländern gleichen sich zwar an, liegen aber immer noch unter denen in den alten Ländern. Es gibt eine höhere Arbeitslosigkeit, mehr Armut und weiterhin eine mangelnde Repräsentation von Ostdeutschen in politischen Entscheidungspositionen. Diese Unterschiede sind jedoch auch der politischen Auftrag und als fortdauernde Herausforderungen der deutschen Wiedervereinigung zu verstehen, nämlich die Schaffung gleicher Lebens- und Arbeitsbedingungen im gesamten Land.
Der Mut von damals muss auch heute Vorbild und Ansporn sein, den gemeinsamen Weg konsequent weiter zu gehen, den „Menschlicher Wille kann alles versetzen“!
Ich wünsche dem Land Brandenburg als der Gastgeber des zentralen Festes zum 30-jährigen Jubiläums des Tages der Deutschen Einheit, wunderbare und friedliche Feierlichkeiten.

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