Alexander Schoch zur Aufnahme von Geflüchteten aus Moria

„Nach den schrecklichen Bränden in Flüchlingslager in Moria auf Lesbos hat sich die Bundesregierung nun endlich zur Aufnahme von 1500 Geflüchteten entschlossen. Das ist Grund zur Freude und gleichzeitig viel zu wenig. Dort warten 13.000 Menschen auf engstem Raum dringend auf Hilfe, die Bedingungen dort waren schon vor den Bränden unzumutbar, unmenschlich.

In Deutschland haben sich zahlreiche Kommunen bereit erklärt, Menschen aufzunehmen und humanitäre Verantwortung zu übernehmen. Wir sehen dort eine absolute Notsituation. Während Kinder und ihre Familien dort in unsäglichen Bedingungen auf der Straße leben müssen ist nicht die richtige Zeit, über Bundes- und Landesaufnahmeprogramme zu diskutieren oder über die Vorzüge einer gerechten europäischen Lösung nachzudenken. Die Menschen dort brauchen jetzt Hilfe, wir können sie leisten. Ich finde, wir müssen sie leisten.

Selbstverständlich müssen wir auf europäischer Ebene Lösungen für eine gerechtere Verteilung Geflüchteter in der EU finden und meiner Ansicht nach sollten wir auch ein eigenständiges Landesaufnahmeprogramm haben und wir müssen uns für die Beseitigung der Fluchtursachen engagieren. Aber all das darf nicht Bedingung sein, den Menschen in Moria jetzt zu helfen.“

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