Mit Kreisrätin Michaela Ecker und Bürgermeisterin Reinbold-Mench im Wanderheim Kreuzmoos

Wandern mit Weitblick zum Hünersedel und Gespräch über Naturpark Südschwarzwald

Pressemitteilung Nr. 93/2020
Emmendingen, den 14.09.2020

Der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch lud im Rahmen seiner Sommertour zur 6. Politischen Wanderung „Wandern mit Weitblick“ am 8. September 2020 ein.
Auf der aussichtsreichen und interessanten Rundwanderung auf den Höhen des Brettentales konnten bei herrlichem Wanderwetter viele Weitblicke eingefangen werden. Vom Hünersedelturm war eine prächtige Rundumsicht in die Rheinebene bis nach Straßburg, den Vogesen und zum Kaiserstuhl möglich. Auf der anderen Seite grüßte der Schwarzwald mit Belchen, Schauinsland und Feldberg, Richtung Norden der Kandel, Rohrhardsberg, Fohrenbühl, Brandenkopf, Mooskopf und die Hornisgrinde.
Im Wanderheim Kreuzmoos stieß Freiamts Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench zu den Wanderern. Unter dem Motto „Naturpark Südschwarzwald zwischen Biosphärengebiet und Nationalpark. Die Bedeutung des Naturparks, vor dem Hintergrund der Biomusterregion, für die Entwicklung unseres Landkreises?“ tauschten sich Kreisrätin Michaela Ecker und MdL Alexander Schoch mit Hannelore Reinbold Mench als stellvertretende Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald über die Bedeutung des Naturparkes aus.
Für den Abgeordneten haben Naturparke aber auch ihren Teil zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beizutragen. Hierzu hat der Naturpark Südschwarzwald die Naturpark-Schule geschaffen. Es gibt ein mit der Kultusverwaltung abgestimmtes Lehrplankonzept. Der Grundgedanke der Naturpark-Schulen ist, Kindern und Jugendlichen auf bildungsplanorientierter Basis Themen aus den Bereichen Natur und Kultur auch mit außerschulischen Partnern zu vermitteln. Diese Themen werden verbindlich und dauerhaft mit hohem Praxisbezug im Lehrplan verankert. In der Umsetzung der Naturparkschulen bestehe im Landkreis Emmendingen noch viel Luft nach oben. Gerade als ein Landkreis der zur Biomusterregion gehört, sollten Kommunen und Schulen ein originäres Interesse an der Umsetzung der Naturparkschule haben. Auch Kindergärten können sich an den Zielen der Bildung zur Nachhaltigen Entwicklung (BNE) orientieren und entsprechende Angebote aufnehmen.
Der Naturpark schaffe Verständnis und Akzeptanz für den Naturschutz, eine nachhaltige Entwicklung und fördert die regionale Identität, daher passt auch die Biomusterregion sehr gut zum Naturpark, so Schoch.
Hannelore Reinbold-Mench, Bürgermeisterin von Freiamt und stellvertretende Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald berichtete über aktuelle Themen des Naturparks Südschwarzwald, wie die anstehende Sanierung und Erweiterung des Hauses der Natur auf dem Feldberg, der zukünftigen Finanzierung der Naturparke und die personelle und räumliche Ausstattung vor dem Hintergrund einer gewissen Konkurrenz zwischen Naturpark, Biosphärengebiet und Nationalpark.
Beide freuten sich darüber, dass es gemeinsam gelungen ist, eine Erhöhung der Förderung für die Naturparke in Baden-Württemberg zu erreichen. Somit stehen nun insgesamt 3 Mio. Euro vom Land und mit den Geldern aus der Glücksspirale, den Landes- und den EU-Geldern mehr als 5 Mio. Euro für Natur- und Umweltprojekte im Land zur Verfügung. Der Naturpark Südschwarzwald hat eine Summe von 732.800 Euro erhalten.
Für die stellv. Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald und für den Landtagsabgeordneten muss die Sicherstellung der wichtigen Aufgaben der Naturparke, die auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes und des Landesnaturschutzgesetzes ausgewiesene Modellregionen für nachhaltige Entwicklung sind, weiterhin gewährleistet sein. Denn der Naturpark Südschwarzwald bietet der Region und ihrer Bevölkerung gute Möglichkeiten ihre Zukunft aktiv zu gestalten und die Lebensgrundlagen zu bewahren. Der Naturpark dient in gleichem Maße den Interessen der Menschen und dem Schutz der Natur.
„Der Naturpark leistet mit seiner gesamten am Gemeinwohl orientierten Arbeit in den vier Aufgabensäulen „Schutz“, „Erholung“, „Bildung“ und „Entwicklung“ wichtige Beiträge für eine nachhaltige Entwicklung und die Stärkung ländlicher Räume, für den Erhalt der biologischen Vielfalt sowie für den Klimaschutz.“, so Schoch.


Hintergrund:
In Baden-Württemberg gibt es mittlerweile sieben Naturparke. Das sind neben dem Naturpark Südschwarzwald die Parke Neckartal-Odenwald, Obere Donau, Schönbuch, Schwäbisch-Fränkischer Wald, Schwarzwald Mitte/Nord und Stromberg-Heuchelberg.
Naturparks dienen der Erholung und sollen den nachhaltigen Tourismus im Einklang mit der Natur fördern. Die sieben Großschutzgebiete in Baden-Württemberg nehmen rund 35 Prozent der Landesfläche ein. NW mit 37,6 %, Hessen mit 41,3% und Saarland mit 40,3% der Landesfläche haben allerdings einen höheren Anteil! Ein Naturpark ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz § 27 Abs. 1 BNatSchG ein großräumiges Gebiet, das überwiegend aus Natur- und Landschaftsschutzgebieten besteht. Er weist eine große Arten- und Biotopvielfalt auf sowie eine durch vielfältige Nutzung geprägte Landschaft. Ein Naturpark bewahrt und entwickelt Natur und Landschaft mit und für Menschen. Ziel ist die Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und ihrer Arten- und Biotopvielfalt und eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung.

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