Zu Besuch bei Andrea Gierden , Regionalmanagerin der Biomusterregion

Alexander Schoch MdL: Die Biomusterregion ist eine große Chance für Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Produkten der Region

Pressemitteilung Nr. 91/2020
Emmendingen, den 11.09.2020

Der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch hat sich im Rahmen seiner Sommertour bei einem Gespräch mit der Regionalmanagerin der Biomusterregion Freiburg Andrea Gierden ein Bild über den aktuellen Entwicklungsstand gemacht. Zur Biomusterregion Freiburg gehören die Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald und der Stadtkreis Freiburg.
Rund fünf Monate sind seit der Auftaktveranstaltung in Eichstetten vergangen. Aufgrund von Corona konnten viele geplante Veranstaltungen und Termine nicht stattfinden. Trotzdem konnte die Zeit des Lock-Downs für konzeptionelle Arbeit genutzt werden.
Im Mittelpunkt der Arbeit der Regionalmanagerin steht die Verbindung von städtisch und ländlich geprägten Gebieten wie dem Landkreis Emmendingen. Die Verzahnung zwischen Konsumenten in der Stadt und Produzenten auf dem Land, ist hier besonders gut nachvollziehbar. Die Chancen, die sich dadurch für die Außer-Haus-Verpflegung ergeben sind enorm und ein zentraler Bereich der Biomusterregion Freiburg. Ziel ist, dass kommunale und kreiseigene Einrichtungen, wie z.B. Krankenhäuser, Schulen, Kantinen oder Mensen, bei der Beschaffung bzw. dem Einkauf beispielhaft vorangehen. Aber genauso sollen private Einrichtungen wie bspw. Firmenkantinen ihre Produkte mehr bio-regional beziehen.
Dazu gehört insbesondere, die einzelnen Akteure in den Sektoren Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung besser zu vernetzen und die Vermarktung von bioregionalen und regionalen Produkten über die Direktvermarktung hinaus zu stärken. Für den Verbraucher soll mehr Transparenz und damit eine Erleichterung beim bewussten Einkaufen entstehen.
Die weitere Erhöhung der regionalen Wertschöpfung mit unterschiedlichen Teilnehmern und die Anhebung des Anteils der biologisch bewirtschafteten Fläche von momentan rund 14,5% in Baden-Württemberg sind dabei wichtige Punkte. Im Regierungsbezirk Freiburg wirtschaften 10,5 % der Betriebe ökologisch, was einer Fläche von 47.305 Hektar entspricht. 7,2 % der Betriebe im Landkreis Emmendingen wirtschaften auf einer Fläche von 1.979 Hektar (8,8%) biologisch. Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald inklusive Freiburg sind es 14,6 % der Betriebe, was einer Fläche von 9.334 Hektar (16,9%) entspricht. (Zahlen: LEL 2019)
„Wie die Zahlen verdeutlichen, ist hier noch viel Luft nach oben, damit der Bedarf auch gedeckt werden kann!“, betonte der Abgeordnete.
Im Gespräch wurden verschiedene Projekte und Möglichkeiten angesprochen, wie die Biomusterregion sowohl bei Kommunen, Unternehmen und Verbänden als auch bei den Bürgerinnen und Bürgern bekannter werden kann. Sei es mit Werbeständen auf Wochenmärkten, Hoffesten, einer Präsentation in Gemeinderats- oder Kreistagssitzungen oder einem Flyer. Auch ein Modellprojekt Außer-Haus-Verpflegung, das flächendeckend ausgeschrieben wird, soll kommen. Frau Gierden berichtete vom neu gegründeten Beirat und der Lenkungsgruppe als Expertengremium um eine breite Unterstützung aus der Region zu bekommen. Auch über die Idee eines Fördervereins oder eine FÖJ-Stelle wurde gesprochen, um die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen zu können.
Ziel allen Handelns muss es sein, das Bewusstsein für den ökologischen und regionalen Landbau und somit ökologische und regionale Lebensmittel zu schärfen. Die Akteure der Biomusterregion treten, das wurde auch in der Beiratssitzung deutlich, keineswegs in Konkurrenz zur konventionellen Landwirtschaft, sondern vielmehr sollen auch Betriebe die regional-konventionell erzeugen, davon profitieren können und auch Anreize zur Umstellung geschaffen werden.
Für Alexander Schoch ist klar: „Wenn das Konzept greifen soll, muss auch schon in den Kindergärten und Schulen mit den Zielen der Biomusterregion, im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung, angesetzt werden.“
Die Managerin der Biomusterregion und der Abgeordnete waren sich darin einig, dass die Biomusterregion den beteiligten Stadt- und Landkreisen große Chancen bieten kann, regionale Produktion, Verarbeitung und Vermarktung voranzutreiben, die Wertschöpfungsketten zu stärken und mit der Erhöhung des Anteils der biologischen Landwirtschaft auch zu Klima- und Artenschutz beizutragen.
Alexander Schoch, der die Bewerbung zur Biomusterregion beim Landratsamt von Anfang an unterstützt und vorangetrieben hat, nutzte den Besuch auch um seine weitere Unterstützung anzubieten. Er wünscht sich, dass sich viele Akteure aus der Region und die Öffentlichkeit für dieses einzigartige Projekt begeistern. Denn die Biomusterregion ist eine große Chance für Erzeuger, für den Handel und die Verbraucher.

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