Anhaltende Dürre – Herausforderungen für eine nachhaltige Waldwirtschaft

Neue Verwaltungsvorschrift Nachhaltige Waldwirtschaft  – ab 17. Juli können Anträge gestellt werden.
„Die anhaltende Dürre der Jahre 2018 und 2019 führte in den Wäldern Baden-Württembergs zu einer dramatischen Waldschutzsituation, die sich zuletzt durch den Wintersturm ‚Sabine‘ verschärft hat. Die notwendige Sturmholzaufarbeitung und das erforderliche Borkenkäfer-Management führen zu einer großen Belastung für Waldbesitzer und Forstleute.“, so Alexander Schoch.
Das Land stellt den Waldbesitzern in diesem Zusammenhang ein umfangreiches und passgenaues Paket an Fördermaßnahmen zur Verfügung. Ziel sei es, die entstandenen Schäden zu beseitigen, das Entstehen von Folgeschäden auf ein Mindestmaß zu reduzieren und die Wälder wieder rasch mit den geeigneten Baumarten in Bestockung zu bringen.
Die Verwaltungsvorschrift ‚Nachhaltige Waldwirtschaft‘ bietet zahlreiche neue Fördermaßnahmen zur Bewältigung der durch Extremwetterereignisse verursachten Waldschäden. Diese ist nun durch das Land weiterentwickelt und erweitert worden. Anträge können ab 17. Juli gestellt werden.
Ziel der Fördermaßnahmen, die in die zentrale Verwaltungsvorschrift „Nachhaltige Waldwirtschaft“ (NWW) aufgenommen wurden, ist die Bewältigung der durch Extremwetterereignisse verursachten Waldschäden. Dadurch sollen die Waldökosysteme stabilisiert und die Waldfunktionen im Interesse der Allgemeinheit langfristig und in vollem Umfang sichergestellt werden.
Neu in die Förderung aufgenommen werden Maßnahmen des Vertragsnaturschutzes im Wald und die Maßnahmen zur Bewältigung der durch Extremwetterereignisse verursachten Folgen im Wald zur Förderung von Gemeinschaftswäldern und forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen wird ergänzt.
Ziel ist die Bewältigung der durch Extremwetterereignisse verursachten Folgen im Wald. Dies soll durch Waldschutzmaßnahmen sowie Maßnahmen vorbeugende insektizidfreie Maßnahmen zur Sicherung oder der Wiederherstellung von Waldökosystemen erreicht werden und gleichzeitig die Wiederherstellung sämtlicher Waldfunktionen im Interesse der Allgemeinheit gemäß § 1 LWaldG sicherstellen. Zentraler Bestandteil der neuen Fördermaßnahmen wird die Unterstützung bei der Aufarbeitung von Schadholz und die anstehende Wiederbewaldung sein.
Die neue Fördermaßnahme „Aufarbeitung von Kalamitätsholz“ wird gewährt, sofern Holz aufgearbeitet und, falls notwendig, das bruttaugliche Restholz (Durchmesser < 7 cm ohne Rinde) insektizidfrei und waldschutzwirksam beseitigt oder zerkleinert wird.

Die Fördermaßnahmen im Bereich Extremwetterereignisse im Einzelnen:

  • Entrindung von Schadholz
  • Hacken von Schadholz oder befallsgefährdetem Holz
  • Transport von Schadholz in Nass- und Trockenlager
  • Lagerung von Schadholz in Nasslagern
  • Anlage von Nass- und Trockenlagern
  • Einsatz geschulter Hilfskräfte zur Unterstützung des Borkenkäfer-Monitorings im Rahmen des integrierten Waldschutzes (Hilfskräfte und Koordinierungskräfte)
  • Waldschutzmaßnahmen entlang von Siedlungen sowie an den Straßen, Wander-, Rad- und Schienenwegen
  • Wiederbewaldung nach Schadereignissen

Die Maßnahme „Antragsmanagement durch forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse“ wurde ebenfalls neu aufgenommen und dient der Unterstützung der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse (FWZ) in der aktuell extremen Waldschadenssituation mit hohem Arbeitsaufkommen.
Außerdem wurde die Förderung von Maßnahmen des Vertragsnaturschutzes im Wald neu aufgenommen.
Der neu entwickelte Vertragsnaturschutz für den Kommunal- und Privatwald in Baden-Württemberg wird nun auf Grundlage des GAK-Rahmenplans geeignete und für Baden-Württemberg relevante Maßnahmen in die Förderkulisse der Verwaltungsrichtlinie Nachhaltige Waldwirtschaft implementieren. Freiwillige Nutzungsverzichte und sich wiederholende Pflegemaßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung geschützter Waldlebensräume und Waldarten sind auf der Basis der vorgenannten naturschutzfachlichen Konzepte und Fachpläne für die Umsetzung im Kommunal- und Privatwald attraktiver gestaltet worden. Dies soll beitragen

  • zu Schutz, Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von geschützten Lebensräumen und Lebensstätten wildlebender Tier- und Pflanzenarten im Wald, für die Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung trägt,
  • zur Erhaltung und Entwicklung geschützter Waldlebensräume oder Waldarten, für die Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung trägt,
  • zur Verbesserung der lebensraumtypischen biologischen Vielfalt der Waldökosysteme und
  • zum Biotopverbund.

Die Maßnahmen müssen auf Grundlage von Konzepten oder von Fachplänen umgesetzt werden, welche der Integration von Naturschutzzielen bei der Waldbewirtschaftung auf Betriebsebene dienen. Für die Förderung des Vertragsnaturschutzes stehen für das Jahr 2020 2,85 Mio. € zur Verfügung.
Anträge auf Bewilligung von Zuwendungen sind von der oder dem Antragstellenden vor Beginn der Maßnahme über die zuständige untere Forstbehörde an die Bewilligungsbehörde zu richten. Zuständig ist die untere Forstbehörde, in deren Zuständigkeitsbereich die hoheitliche Aufsicht über die geförderte Fläche fällt.
Die Auswahl der zu bewilligenden Vorhaben erfolgt anhand der vom MEPL-Begleitausschuss beschlossenen Auswahlkriterien zu festgelegten Stichtagen und mit festgelegtem Budget. Stichtage und Budget werden auf der MEPL-Homepage „www.mepl.landwirtschaft-bw.de“ vorab veröffentlicht.

Verwandte Artikel