Vorläufige Ergebnisse der Kinderstudie in Baden-Württemberg liegen vor

Die Schulen und Kitas in Baden-Württemberg waren im März im Zuge der weitreichenden Corona-Maßnahmen geschlossen worden. Das geschah aus Vorsicht, wie Kinder an der Verbreitung der Corona-Pandemie beteiligt sind, war damals noch unklar. Dieser Entschluss hatte weitreichende Folgen für die Familien im Land. Eltern jonglierten die Betreuung der Kinder und ihre Jobs, Notbetreuungsplätze waren rar und in einigen Familien lagen die Nerven blank. Um einschätzen zu können, wie das weitere Vorgehen zur die Wiederaufnahme des Schulbetriebs aus epidemiologischer Sicht aussehen könnte, hat die Landesregierung in Baden-Württemberg bereits im April eine Screenings-Studie auf den Weg gebracht.

An den Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm wurden knapp 2500 Kinder zwischen 1 und 10 Jahren mit jeweils einem Elternteil sowohl auf akute als auch auch zurück liegende Infektionen mit dem SARS-CoV-2 untersucht.

Dabei wurden nur zwei aktuelle Infektionen gefunden. Bereits durchgemachte Infektionen konnten anhand von vorhandenen Antikörpern bei 64 Testpersonen festgestellt werden, das entspricht 1,3%. Von diesen 64 Personen waren 45 Erwachsene, 19 Kinder. Je kleiner die Kinder waren, desto seltener waren die Infektionsfälle: im Alter von 1 bis 5 gab es nur 7 (von 1.122) antikörperpositive Kinder, von 5 bis 10 waren es 12 Fälle ( von 1358).

Die Studie wurde im April, also einige Wochen nach der Schließung von Schulen und Kitas im Land begonnen, drei Viertel der teilnehmenden Kinder hatte die Wochen vor der Untersuchung also zu Hause verbracht. während ein Viertel eine Notbetreuung besucht hatte. Zwischen beiden Gruppen konnte kein Unterschied in der Infektionshäufigkeit festgestellt werden.

Daraus schloss die Landesregierung, dass Kinder an der Infektion mit SARS-CoV-2 nicht nur seltener erkranken, sondern auch seltener bekommen. Auf dieser Grundlage wurde nun die Öffnung der Kitas und Grundschulen ab 29. Juni mit neuen Regelungen beschlossen: die Rückkehr zum Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Damit entfällt die Notbetreuung.

Nach den neuen Regelungen gilt:

  • kein Abstandsgebot mehr
  • die jeweiligen Gruppen und Klassen dürfen isch nicht vermischen, auch nicht in den Pausen
  • Kinder mit Symptomen, die auf Covid-19 hindeuten könnten oder die in den letzten 14 Tagen Kontakt mit Infizierten oder Erkrankten hatten, dürfen Schule bzw. Kita nicht besuchen
  • Die Hygienehinweise müssen weiter umgesetzt werden
  • Kinder mit relevanter Vorerkrankung können weiterhin unbürokratisch vom Präsenzunterricht entschuldigt werden.

Weitere Informationen:

Link: Das Konzept zur Rückkehr zu einem Regelbetrieb an Grundschulen in Baden-Württemberg unter Pandemiebedingungen

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