Alexander Schoch zum Tag der Artenvielfalt am 22. Mai

Pressemitteilung Nr.44/2020
Emmendingen, den 20.05.2020

Einige Tage vor dem Tag der Artenvielfalt, der jedes Jahr am 22. Mai begangen wird, hat das Bundesumweltministerium den „Bericht zur Lage der Natur in Deutschland“ präsentiert.
Der Bericht basiert auf Daten, die nur alle sechs Jahre erhoben und an die EU-Kommission berichtet werden: insgesamt rund 14.000 Stichproben von den Sandbänken in der Nordsee bis zu den Lärchenwäldern in den Alpen sowie vielen weiteren Beobachtungen aus dem bundesweiten Vogelmonitoring.
Besonders starke Verluste gibt es bei Vogel- und Insektenarten, vor allem in den Agrarlandschaften. In anderen Lebensräumen gibt es auch positive Entwicklungen: In Siedlungen und Wäldern gibt es wieder mehr Vögel, auch die Buchenwälder haben sich erholt.
25 Prozent der untersuchten Arten sind in einem günstigen Erhaltungszustand, darunter der Seehund und die Kegelrobbe in der Nordsee oder der Steinbock in den Alpen. 30 Prozent sind in einem unzureichenden Zustand. 33 Prozent sind in einem schlechten Zustand, das betrifft vor allem Schmetterlinge, Käfer und Libellen. Bei den Lebensräumen sieht es ähnlich aus. Hier sind 30 Prozent in einem günstigen Zustand, zum Beispiel verschiedene Wald-Lebensräume, alpine Heiden und Gebüsche sowie Fels-Lebensräume. 32 Prozent weisen einen unzureichenden Zustand auf, während sich 37 Prozent der untersuchten Lebensräume in einem schlechten Zustand befinden, vor allem die landwirtschaftlich genutzten Grünland-Flächen, aber auch Seen und Moore.

Alexander Schoch, Mitglied im Ausschuss für Energie, Klima und Naturschutz stellt fest: „Leider ist es keine Überraschung, dass zum Verkehr und die industrielle Landwirtschaft die natürlichen Lebensräume bedrohen. Auch mit Blick auf die Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie sind weitere Schritte auf Bundes- und Landesebene notwendig.
So werden wir das Gesetz zur Stärkung der Biologischen Vielfalt noch vor der Sommerpause verabschieden, dessen wesentliche Inhalte sind die Schaffung eines Ausgleichskatasters, der Aufbau eines landesweiten Biotopverbunds auf 15 Prozent der Landesfläche bis 2030, der Erhalt von Streuobstbeständen, die Umsetzung des Verbots von Pestiziden in ausgewiesenen Naturschutzgebieten und die Erhaltung des landesspezifischen Vorgaben des Integrierten Pflanzenschutzes in den übrigen Schutzgebieten. Auch soll die gesamte Gesellschaft verstärkt in die Pflicht genommen werden und die ökologische Landwirtschaft auf 30 bis 40 Prozent bis zum Jahr 2030 ausgebaut werden. Eine Reduktion der chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel um 40 bis 50 Prozent bis 2030 ist genauso vorgesehen wie die Schaffung von Refugialflächen auf 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen.“
Dass es nun auch gelungen sei, ein Klimaschutzgesetz auf den Weg zu bringen mit dem Ziel 42 Prozent Treibhausgasemissionen bis 2030 zu reduzieren, sei ebenfalls ein großer Erfolg und ein wichtiges Signal für den Artenschutz. Inhalte des Gesetzes sind eine verpflichtende kommunale Wärmeplanung, eine PV-Pflicht für Nicht-Wohngebäude und größere Parkplatzflächen und eine Flugabgabe, die Anreize setzt für klimafreundlichere Dienstreisen.
Die biologische Vielfalt zu erhalten, ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.
Um das Artensterben, das auch in Baden-Württemberg dramatisch zugenommen hat, zu stoppen, muss das Engagement von Politik und Gesellschaft weiter erhöht werden. Denn die Natur zu schützen, ist eine gesellschaftliche Querschnittsaufgabe.
In diesem Zusammenhang hebt der Abgeordnete besonders die wichtige Arbeit der Naturschutzverbände hervor. „Biotopflegemaßnahmen draußen in der Natur, Vogelzählungen, Nistkastenbau und vieles mehr sind gelebter Naturschutz. Natur(schutz)tage an Kindergärten und Schulen, Projekte auf dem Schulbauernhof oder Ausschreibungen wie „Youth in Nature“, ein Projekt von Umweltministerium und dem Landesnaturschutzverband, in dem Jugendliche unter professioneller Anleitung Arten kennen lernen, sind die richtigen Ansätze um auch Kinder und Jugendliche auf emotionale Weise für Natur und Artenvielfalt zu begeistern. Diesen praktischen Ansatz werden wir weiter stärken müssen.“, so Alexander Schoch.

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