15. Mai: Internationaler Tag der Familie

Pressemitteilung Nr. 41/2020
Emmendingen, den 12.05.2020

Alexander Schoch: Familien durch Unterstützung stärken

 Die UN hat internationalen Tag der Familie 1993 ins Leben gerufen. Jährlich soll so am 15. Mai unter auf die Bedürfnisse der Familien aufmerksam gemacht werden. Dieses Jahr steht der Tag unter dem Motto „Families in Development“, Familien in Entwicklung. Die UN weist dazu auf die große soziale Bedeutung der Familien hin, die durch die Corona-Krise gerade besonders deutlich wird: Es sind die Familien, die die Hauptlast dieser Krise schultern. Sie versorgen und schützen damit ihre Mitglieder mit besonderem Erkrankungsrisiko, betreuen und beschulen ihre Kinder und erledigen neben ihrer Erwerbstätigkeit auch noch die vermehrte Hausarbeit. Die ohnehin ungleiche Verteilung von Care- und Erwerbsarbeit innerhalb der Familien wird in der Krise verstärkt und deutlich sichtbar: die Hauptlast tragen die Mütter. Wie auch bei der Verteilung der Elternzeit zeigt sich, dass Wert männlicher Berufstätigkeit höher eingeschätzt und weiter ausgeübt wird, während Frauen entweder zurücktreten oder in viel stärkerem Maß für die Vereinbarkeit ihrer Berufstätigkeit mit der Familie zuständig sind.

„Die außergewöhnliche Belastung der Familien findet in der Bewältigung der Krise zu wenig Beachtung“, findet auch der Vorsitzende des Landesfamilienverbands Alexander Schoch. „Deren Einsatz wird in allen Plänen für den Umgang mit der Krise selbstverständlich vorausgesetzt, ist aber für immer mehr Familien inzwischen nicht mehr leistbar.“ Er fordert deshalb, die Familien stärker in den Blick zu nehmen und deren Bedürfnisse bei den Lockerungen der Corona-bedingten Einschränkungen nicht hinter anderen zurückzustellen. Während Geschäfte, öffentliche Einrichtungen und Gastronomie in der einen oder anderen Form wieder öffnen, bleiben Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen und Schülerinnen und Schüler werden vor den Sommerferien aufgrund roulierender Öffnungsstrategien in vielen Fällen nicht mehr als drei Wochen, und dann nur stundenweise unterrichtet. „Das bedeutet, dass vor September -und wir wissen nicht, wo wir dann stehen- keine echte Entlastung für Familien in Sicht ist.“, so der Landtagsabgeordnete. „Die Schere zwischen den Kindern, die zu Hause viel Unterstützung bekommen und jenen, die wenig oder keine Hilfe bei der Erledigung ihrer Aufgaben bekommen, geht damit immer weiter auf. Hier braucht es kreative Lösungen.“ Auch in den Kitas sollen Konzepte erdacht werden, die die Betreuung von mehr Kindern ermöglichen, so Schoch.

Der Druck, während der gleichzeitigen Mehrfachbelastung zu Hause auch im Job zu funktionieren, eventuelle finanzielle Engpässe und Ängste vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder der Aufgabe des eigenen Betriebs, führen in vielen Familien zu vermehrten Spannungen und Konflikten, unter denen vor allem Kinder leiden und die aufgrund der angespannten Lage zur Zeit häufiger als sonst in Gewalt gipfeln. „Wir müssen davon betroffene Kinder unbedingt schützen! Die Notbetreuung muss für Kinder aus überlasteten Familien geöffnet werden!“ fordert der Abgeordnete deshalb.

Um den Alltag leichter organisieren zu können, kann Schoch sich auch pragmatische Lösungen vorstellen, wie beispielsweise den Zusammenschluss zweier Familien, die sich bei der Betreuung ihrer Kinder abwechseln und damit gegenseitig entlasten könnten, was besonders für Alleinerziehende wichtig wäre. „Durch die Coronakrise wurde uns die Bedeutung sonst unterschätzter Berufsgruppen deutlich. Ich wünsche mir, dass auch die Wertschätzung von Familien steigt und deren tragende Rolle in der Krise gewürdigt wird.“

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