Zum 1. Mai – Zeit für Wertschätzung und sozialen Schutz!

Alexander Schoch MdL: Zeit für Wertschätzung und sozialen Schutz
Es ist jetzt Zeit faire Bezahlung, mehr allgemeinverbindliche Tarifverträge, einen höheren Mindestlohn, weniger Minijobs und eine bessere soziale Absicherung durchzusetzen, so der Alexander Schoch, Sprecher für Arbeitsmarktpolitik.

Dieser 1. Mai findet in einer außergewöhnlichen Zeit statt. Die üblichen Demonstrationen zum Tag der Arbeit müssen wohl überwiegend ausfallen, finden in Kleingruppen statt oder werden ins Internet verlagert. Für mich ist vor diesem Hintergrund wichtig, wie wir Beschäftigten in der aktuellen Situation den Rücken stärken und den Arbeitsmarkt in Zukunft fairer und weniger krisenanfällig ausgestalten können.
Denn die Corona-Krise hat deutlich gemacht, wie notwendig ein nachhaltiger und fairer Arbeitsmarkt ist. Vor allem Menschen in systemrelevanten und sozialen Berufen – viele davon Frauen – brauchen dringend bessere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen.
Prekäre, nicht abgesicherte Jobs müssen Vergangenheit werden. Nur so gehen wir als Gesellschaft gestärkt aus dieser Krise hervor.
Je stärker die Gesellschaft und unsere Wirtschaft vom Corona-Virus ausgebremst werden, umso deutlicher zeigt sich, wie unverzichtbar manche berufliche Tätigkeiten trotz aller Risiken sind. Dazu gehört die Arbeit der Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen, aber auch die an der Kasse in den Lebensmittelgeschäften und bei der Reinigung von Büros und Haushalten.
All diesen Berufsgruppen ist gemeinsam, dass sie in der weit überwiegenden Mehrzahl von Frauen ausgeübt werden – dass die Arbeit anstrengend und die Entlohnung unterdurchschnittlich ist. In der aktuellen Situation kommt zusätzlich die Ansteckungsgefahr hinzu, die durch den häufigen Kontakt mit Kunde*innen, Patient*innen oder Betreuungspersonen entsteht.
Es darf nicht bei Schönwetterreden und viel Lob bleiben oder einmalige Beruhigungsprämien in Aussicht gestellt werden, hier heißt es die Löhne und Arbeitsbedingungen in diesen wichtigen Berufsgruppen nachhaltig zu verbessern. Dazu braucht es vor allem gute Tarifverträge mit deutlichen Änderungen der Eingruppierungsordnungen und in den Branchen, in denen die Situation besonders problematisch ist, müssen die Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt werden. Nur so fallen Beschäftigte nicht durch das Gitter und die schwarzen Schafe unter den Arbeitgebern können keinen Wettbewerbsvorteil aus Lohndumping mehr ziehen.
Gleichzeitig ist es höchste Zeit, die gesetzlichen Leitplanken zu verbessern. Das betrifft insbesondere eine Anhebung des Mindestlohns, die Vereinfachung der Allgemeinverbindlichkeitsklärung von Tarifverträgen, besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie zeitgemäße Mitbestimmung. Daher dürfen wir nicht erst das Ende dieser Krise abwarten, um unseren Arbeitsmarkt sozialer, inklusiver und nachhaltiger zu gestalten sondern die Chance nutzen, die die Corona-Pandemie bietet, indem sie wie ein Brennglas für soziale und arbeitsmarktpolitische Probleme wirkt und auch aufzeigt, dass schlechte Entlohnung, schwierige Arbeitsbedingungen, hohe Jobrisiken viel zu oft diejenigen (dies sind häufig Frauen) treffen, deren Tätigkeit sich für uns alle gerade als besonders wichtig herausstellt., so der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch.
Daher müssen wir jetzt dafür sorgen, faire Bezahlung, mehr allgemeinverbindliche Tarifverträge, einen höheren Mindestlohn, weniger Minijobs und eine bessere soziale Absicherung durch- und umzusetzen.

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