Schwimmunterricht im Landkreis Emmendingen

Pressemitteilung Nr. 08/2020
Emmendingen, den 11.02.2020

Alexander Schoch begrüßt Initiative der Elternbeiräte in Waldkirch

Es gibt zu wenig Schwimmunterricht in Südbaden und auch im Landkreis Emmendingen. Zu diesem Ergebnis kam eine Abfrage, die Alexander Schoch im vergangenen Sommer bei Regierungspräsidium und Schulamt in Freiburg für den Landkreis Emmendingen gestellt hatte. Die Antworten der 43 teilnehmenden Schulen ergaben ein trauriges Bild: größtenteils wird kein oder kein bildungsplankonformer Schwimmunterricht erteilt. Dieser ist eigentlich fester Bestandteil des baden-württembergischen Bildungsplans. Dort ist beispielsweise festgelegt, dass Viertklässler „eine Schwimmart sicher in der Gesamtkoordination von Arm, Beinbewegung und Atmung ausführen“ können. Um das zu erreichen, sind 28 Unterrichtsstunden in den letzten beiden Grundschulklasse vorgesehen. Als Gründe gaben die Schulen fast durchgehend an, kein Schwimmbad in erreichbarer Nähe zu haben oder in einem vorhandenen Schwimmbad nicht genügend Nutzungszeit zu erhalten. (Vgl. Tabelle)

Anlage-PM-08_Befragung-Schwimmen-Landkreis-EM

Mit diesen Ergebnissen hatte sich Schoch auch an Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann gewandt, die der Frage, ob das Land hier neue Fördermöglichkeiten erwäge, jedoch eine Absage erteilte. Ausreichend Wasserflächen zur Verfügung zu stellen ist tatsächlich Aufgabe der Schulträger, also der Kommunen. Das Land kann aufgrund einer Vereinbarung mit den kommunalen Landesverbänden Schwimmhallen nicht fördern.

In einer landesweiten Erhebung wurde die Abfrage des Abgeordneten inzwischen bestätigt: in Südbaden wird landesweit am wenigsten Schwimmunterricht erteilt. Das Kultusministerium hatte auf seiner Homepage am 26.09.2019 angekündigt, „die Ergebnisse nun sorgfältig zu analysieren.“ und „den Ursachen (…) gemeinsam mit der kommunalen Seite auf den Grund (zu) gehen, denn die Bereitstellung von Schwimmbädern fällt in deren Aufgabenbereich.“

Das wollen nun auch Elternbeiräte in Waldkirch, die sich die Zustimmung der Eltern der Schülerinnen und Schüler an Waldkircher Schulen einholen, sich gemeinsam bei der Stadt für bildungsplankonformen Schwimmunterricht einzusetzen. Das begrüßt Alexander Schoch ausdrücklich und hofft, dass es solche Bestrebungen auch in anderen Gemeinden im Kreis gibt oder geben wird.

Den von der Kultusministerin geäußerten Verweis, es sei Sache der Eltern, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder schwimmen lernen, will Schoch so nicht gelten lassen: „Nicht jede Familie kann sich Schwimmkurse oder den Eintritt in ein Schwimmbad leisten. Und wenn doch, gibt es oft lange Wartelisten bei den Schwimmvereinen oder der DLRG.“ Er weist außerdem auf den Bildungsplan hin: „Schwimmunterricht steht im Bildungsplan. In jedem anderen Unterrichtsfach können Schulen auch nicht auf die Eltern verweisen, wenn sie den Bildungsplan nicht erfüllen.“ Schoch will sich weiter für Schwimmunterricht einsetzen, denn er findet: „Unabhängig vom Elternhaus soll jedes Kind die Chance haben, schwimmen zu lernen.“ Daher hat er sich bereits in einem weiteren Abgeordnetenbrief ans Kultusministerium gewandt, in dem er sich nach dem Fortgang der Analyse und der angekündigten Gespräche erkundigt hat und auf eine Lösung im Sinne der Schülerinnen und Schüler dringt.

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