Baustellenbesichtigung am Windpark Rotzel

Klimaschutz im Dialog – Baustellentermin am Windpark Rotzeleck

Der Bau des Windparks in Biederbach schreitet zügig voran. Davon konnten sich Interessierte bei einem Baustellentermin Anfang Oktober persönlich überzeugen. Nach der Fertigstellung werden die drei Anlagen eine Nennleistung von 8,9 Megawatt haben und über 17 Mio. kWh/a erzeugen. Unter den zahlreichen Gästen waren neben Bürgermeisterin Reinbold-Mench aus Freiamt, Bürgermeister Mathis aus Biederbach sowie Bürgermeister Hämmerle aus Winden auch Andreas Markoswky von der Ökostromgruppe Freiburg und Frank Krause und Gernot Limberger von der BürgerEnergiegenossenschaft Biederbach & Elztal eG.

Alexander Schoch MdL bedankte sich in seiner Rede für die Einladung zum Baustellenintermin im Bürgerwindpark Rotzeleck. Dies sei für die Bürgerinnen und Bürger eine gute Möglichkeit sich über die Windenergie und den Baufortschritt zu informieren – denn hier wird ein wichtiger Beitrag zum aktiven Klimaschutz geleistet., so der Abgeordnete. „Katastrophen durch Atomkraftwerke und der Klimawandel haben deutlich gemacht: wir müssen auch bei der Erzeugung der Energie etwas ändern. Aus Atom und Kohleindustrie auszusteigen, heißt auch in etwas anderes einzusteigen, in die regenerativen Energien, das ist eine gesellschaftliche Aufgabe, womit wir alle gefordert sind – vom Norden bis zum Süden. Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, damit die Energiewende gelingt.“, bekräftigte Schoch.
Hierzu seien bereits Rahmenbedingen geschaffen worden, die jedoch vernünftig weiterentwickelt werden müssen, damit der Ausbau auch vorangehe. Obwohl Windräder inzwischen in der Gesellschaft eine hohe Akzeptanz hätten und vielerorts bereits als Teil der Kulturlandschaft wahrgenommen würden, gebe es auch Widerstand gegen die Windenergie oder auch Solarfreiflächenanlagen, veranschaulichte Schoch. „Daher müssen wir immer wieder mit guten Argumenten auftreten und dagegenhalten.“
Es könne aber auch nicht sein, dass es noch immer Flächennutzungspläne gebe, die einen jahrelangen Prozess durchlaufen und noch immer keine Rechtskraft erhalten hätten und es Kommunen gebe, die diese Umsetzung auch noch kontinuierlich verzögern würden! Es sei in den Augen des Abgeordneten auch nicht nachvollziehbar, dass beim Repowering in vielen Fällen beim Wegfall der planungsrechtlichen Grundlage einer Genehmigung die Errichtung einer Ersatzanlage entgegenstehe. „Die Verwirklichung von Repowering-Projekten ist auch im Hinblick auf die Akzeptanz in der Bevölkerung positiv und es sollte daher auch auf eine erneute planerische Absicherung verzichtet werden, wenn die emissionsrechtlichen Voraussetzungen gegeben sind.“, mahnte Schoch.
Ziel der Bemühungen von Politik und Unternehmen müsse sein, die Akzeptanz der Projekte so zu steigern, dass betroffene Bevölkerungsgruppen diese Projekte mittragen könnten. Ebenso sei zu überlegen, wie die betroffenen Kommunen noch besser an der Wertschöpfung beteiligt werden können.
„Die menschgemachte Erderwärmung schreitet voran, die ersten Auswirkung bekommen die Menschen im Landkreis Emmendingen bereits heute zu spüren: Hitzewellen, langanhaltende Trockenheit, Starkregenereignisse und vermehrte Unwetter, sowie neue Schädlinge in der Landwirtschaft gehören dazu. Das Klimaabkommen von Paris und die aktuellen Studien und Berichte des Weltklimarates machen deutlich wir müssen schneller handeln.“
An einigen beispielhaften Ereignissen, die nach dem Weltklimarat den Klimawandel begründen, machte Schoch die Dringlichkeit der Energiewende noch einmal deutlich:

  • Die Luft an der Erdoberfläche hat sich im Mittel im 20. Jahrhunderts bereits deutlich um 0,94°C erwärmt.
  • Die Häufung von Temperaturrekorden in den vergangenen Jahren ist höchst ungewöhnlich. Die Ozeane haben sich deutlich um 0,5°C erwärmt. Der Meeresspiegel ist laut Satellitenmessungen der NASA im globalen Mittel um etwa 85 Millimeter gestiegen.
  • Der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre nimmt stetig zu. Wir haben die höchste CO2-Konzentration seit mindestens 800.000 Jahren, Der grönländische Eisschild schwindet um 250 bis 300 Milliarden Tonnen pro Jahr – Vier Fünftel der Gebirgsgletscher verlieren an Eismasse.
  • Auch in Deutschland ist der Klimawandel bereits unübersehbar. So ist die Mitteltemperatur laut Daten des Deutschen Wetterdienstes seit 1881 um 1,4 °C erhöht.
  • Markante Zunahme von Hitzeereignissen. Das Risiko von Hochwassern nimmt kontinuierlich zu. Immer häufiger richten schwere Gewitter größere Schäden an.
  • Pflanzen und Tiere reagieren auf die allgemeine Erwärmung. Land- und Forstwirtschaft spüren bereits deutlich Folgen des Klimawandels.

„Diese Beispiele zeigen, dass die Kinder und Jugendlichen, die sich für Fridays- for-Future engagieren, sich zu Recht Sorgen um ihre Zukunft machen und uns, meiner Generation und mir den Vorwurf machen, viel zu wenig für den Klimaschutz getan zu haben.“, führte der Abgeordnete aus.
Im Anschluss kam Schoch noch auf das Klimaschutzkonzept im Landkreis Emmendingen zu spreche, dass 2012 in Kraft trat. Eines der wesentlichen Ziele ist, den Strombedarf aller Verbraucher im Landkreis Emmendingen bis zum Jahr 2030 vollständig lokal und aus Erneuerbaren Energiequellen zu decken.
Bisher liege der Anteil an Erneuerbarer Energien im LK EM bei ca. 24%. Nach der Inbetriebnahme der drei Anlagen des Rotzelparks, steigt dieser Wert auf 26,5%.
Daran sei gut zu sehen, welche enormen Anstrengungen nötig sein werden, um in den noch verbleibenden 10 Jahren das ambitionierte Ziel, 100% regenerativ erzeugten Strom im Landkreis Emmendingen, zu erreichen.
„Wenn wir den Ausbau nicht deutlich erhöhen, werden wir dieses Ziel krachend verfehlen. Daher freue ich mich, dass wir heute mit der Besichtigung der Baustelle dieser drei Anlagen ein weiteres wichtiges Mosaik in der Umsetzung von unserem Klimaschutzkonzept im Landkreis Emmendingen auf den Weg bringen können.“
Zum Schluss dankte Alexander Schoch dem Team vom Bürgerwindpark Biederbach und allen Beteiligten für ihr großes Engagement und wünschte der weiteren Umsetzung des Projektes viel Erfolg.

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