Exkursion mit Andre Baumann im Landkreis Emmendingen

Naturschutz wirkt.

Pressemitteilung Nr. 92/2019
Emmendingen, den 02.10 .2019
Beispiele gelungener Landschaftspflegemaßnahmen im Landkreis Emmendingen.
Auf Fachexkursion mit Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann.
Der Große Waldportier und der Körnerbock sind wieder vermehrt im Landschaftsschutzgebiet Landeck-Hochburg zu beobachten. Der Schmetterling und der imposante Käfer stehen auf der Roten Liste. Diese erfreuliche Nachricht konnte den Teilnehmenden bei einem Besuch von Umweltstaatssekretär Dr. Baumann auf Einladung des örtlichen Landtagsabgeordneten Alexander Schoch (Grüne) im Landschaftsschutzgebiet Landeck-Hochburg mitgegeben werden. In Kooperation mit dem Landschaftserhaltungsverband Landkreis Emmendingen e. V. (LEV) widmet sich die Beschäftigungsgesellschaft 48 Grad Süd seit 2007 im Landschaftsschutzgebiet der Pflege einer Fläche von rund 1,7 Hektar. Diese Maßnahme führte in den letzten Jahren zu einer artenreichen trockenen Glatthaferwiese. Die Grundlage dafür ist die Landschaftspflegerichtlinie (LPR)Baden-Württemberg. Hierbei handelt es sich um ein gutes Beispiel dafür, wie gemeinschaftliches Engagement gepaart mit einer guten Fördersituation zum Erhalt der Biodiversität auf kleinen Flächen, die für die landwirtschaftliche Produktion unrentabel geworden sind, beiträgt, machte der LEV-Geschäftsführer Hans Page deutlich. In den vergangenen Jahren wurden in Baden-Württemberg die Haushaltsmittel für den Naturschutz deutlich erhöht und sollen 2021 drei Mal so hoch liegen wie 2011. Dies komme gerade auch der LPR zu Gute, ergänzt Umweltstaatssekretär Baumann. Matthias Nötscher, der Leiter der Landschaftspflegeabteilung bei 48 Grad Süd berichtete, dass es wichtig sei, dass so viel wie möglich des gemähten Grases genutzt werde, ob als Tierfutter oder in der Biogasanlage. Mit seinem Team bearbeitet Matthias Nötscher noch Pflegeflächen in Simonswald, Vörstetten und Waldkirch sowie weitere Einzelmaßnahmen.
Im Bleichtal stellte Dieter Böcherer, Mitglied der grünen Stadtratsfraktion, die bisherigen Planungen zur Renaturierung des Bleichbachs vor. Ein Gewässerentwicklungsplan wurde bereits erstellt. Bürgermeister Thomas Gedemer verwies darauf, dass das Projekt in Kürze dem Gemeinderat vorgestellt werde und hierzu bereits ein Entwicklungskonzept vorliege. Andre Baumann wies in dem Zusammenhang auf Fördermöglichkeiten für Kommunen bei Renaturierungsmaßnahmen an Gewässern 2. Ordnung hin.„Solche renaturierten Flüsse und Bäche dienen nicht nur der Förderung der Biodiversität, sie haben auch für den Hochwasserschutz eine große Bedeutung“, hob Alexander Schoch hervor.
Stefan Schweikert, landschaftspflegender Landwirt aus Freiamt, veranschaulichte seine Arbeit im Feuchtgebiet Bleichtaler Ried. Zweimal im Jahr werden das Schilf und die Fläche drum herum gemäht. Diese Arbeit kann nur außerhalb von Vogelbrut- und Amphibienlaichzeit durchgeführt werden. Außerdem kann der Landwirt nur in das Ried fahren, wenn der Boden nicht zu nass ist.
Am Ende der Exkursion präsentierte Martin Geisel vom LEV noch eine weitere kleine Erfolgsgeschichte. Durch gezieltes Mähen unter Berücksichtigung von sog. Reststreifen sei es auf einer Fläche am Bleichbach gelungen, dass sowohl der Dunkle als auch der Helle Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling wieder vermehrt anzutreffen ist. Es handelt sich auch bei diesen Tieren um Rote Liste-Arten.
„Trotz des massiven Insektensterbens gibt es kleine Lichtblicke. Dafür ist es wichtig, dass die Politik weiter Anreize schafft und dass es uns auch in Zukunft gelingt, genügend Menschen zu finden, die sich für den Artenschutz und die biologische Vielfalt einsetzen.“, so Umweltstaatssekretär Baumann.
Alexander Schoch bedankte sich bei den unterschiedlichen Protagonisten. „Es gibt neben den Naturschutzverbänden viele Winzer, Landwirte und Hobbygärtner, Forstwirte, und Bürgermeister im Landkreis, die die Themen Artenvielfalt und Klimaschutz entdeckt haben. Das macht mich sehr zuversichtlich.“

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