Alexander Schoch MdL mit Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und Tunnelpatin Marita Schmieder

Feierlicher Tunnelanschlag in Winden

Am vergangenen Samstag luden das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg ins Elztal ein, wo der Anschlag für den Brandbergtunnel, Teil der Ortsumfahrung Winden, feierlich begangen wurde.

Nachdem Gerald Schmidt, leitender Baudirektor im Referat Straßenbau Nord, RP Freiburg, die zahlreich erschienenen Besucher willkommen geheißen und auf die Sicherheitsvorkehrungen aufmerksam gemacht hatte, begrüßte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer Gäste und Ehrengäste. Nach dem Planfeststellungsverfahren 2006 hatte es zehn Jahre gedauert, bis der Bau endlich starten konnte, da die finanziellen Mittel vor allem für den Tunnel zunächst fehlten. Bärbel Schäfer bedankte sich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz, der schließlich zum Erfolg führte. Nun gehe es zügig voran, mit der Fertigstellung der Umfahrung Niederwinden rechnet Schäfer für 2015, 2020 soll dann der Abschnitt Oberwinden mit dem Tunnel folgen. Bis dahin müssen die Windener, auch wegen des Schienenersatzverkehrs während des Ausbaus der Elztalbahn, noch mit dem Durchgangsverkehr leben. Danach, so betonte die Regierungspräsidentin, sei mit einer spürbaren Abnahme der Lärm- und Abgasemissionen zu rechnen. Sie appellierte an die Gemeinde, die Chance, ihre Ortsmitten bürgerfreundlich zu entwickeln, zu nutzen.

Steffen Bilder, Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, lobte ebenfalls den hohen Einsatz derer, die sich seit vielen Jahren für Umfahrung und Tunnel eingesetzt haben. Er selbst habe das Projekt schon seit seiner Wahl in den Bundestag 2009 und später als Staatssekretär begleitet und sagte: „Das ist auch für mich persönlich ein Tag der Freude.“ Er hob die Entlastung der Anwohner durch die Reduktion des Durchgangsverkehrs um 85 Prozent hervor und die dadurch höhere Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Die Kosten der Umfahrung gab er mit insgesamt 119 Millionen Euro an.

Dafür werden insgesamt fünf Kilometer Ortsumfahrung, inklusive des 881 Meter langen Brandbergtunnel gebaut. Die Tunnelröhre hat zwei Fahrstreifen und wird im Gegenverkehr betrieben. Die drei Notausgänge führen über ein Treppenhaus beziehungsweise zwei Rettungsstollen in Freie. Darüber hinaus wird eine rund 294 Meter lange und drei Meter hohe Lärmschutzwand gebaut.

Auch Verkehrsminister Winfried Hermann dankte den anwesenden Abgeordneten Peter Weiß MdB (CDU), Dr. Johannes Fechner MdB (SPD), Sabine Wölfle MdL (SPD) und Alexander Schoch MdL (Grüne)stellvertretend für die Mittelfreigabe, die das Projekt ermöglicht habe. Im vergangenen Jahr waren über die Hälfte aller Bundesmittel für Verkehr nach Baden-Württemberg gegangen, diese werde man nun nutzen, um die Nachholbedarf im Land aufzuholen. Der grüne Minister bat die Elztäler, die entstehende Umfahrung nicht zum Anlass zu nehmen, Auto zu fahren: „Sie müssen trotzdem umsteigen!“, sagte er im Hinblick auf die Anstrengungen zum Klimaschutz. Die Elektrifizierung und Takterhöhung der Elztalbahn , werde das unterstützen, so Hermann, der noch auf den am 17. September erlassenen Planfeststellungsbeschluss hinwies, mit dem nun endlich auch der letzte Abschnitt des Projekts Breisgau-S-Bahn 2020 beginnen könne.

Für die ARGE Brandbergtunnel sprach Geschäftsführer Christian Deckert, der auf die trotz der modernen Maschinen immer noch bestehenden Gefahren für die Mineure hinwies und allen am Bau beteiligten Glück wünschte.

Marita Schmieder, die Vorsitzende der BI Pro Umfahrung Winden, war kürzlich zur Tunnelpatin „befördert“ worden. Sie dankte für die diese Ehre, die sie gerne annahm. Die Tunnelpatin sei die irdische Vertreterin der Hl. Barbara, die unter anderem Patronin der Bergleute und Mineure ist. Auch Marita Schmieder dankte noch einmal dem Einsatz aller Beteiligten. „Heute zeigt sich, dass es sich lohnt, dranzubleiben und Ziele zu verfolgen.“, sagte sie.

Die Musikkapelle Oberwinden spielte zu Ehren der Schutzpatronin den eigens für die Kapelle gesetzten Choral „St. Barbara zur Ehr“, danach wurde die Figur von Pfarrerin Barbara Müller-Gärtner und Dekan Hans-Jürgen Decker im Rahmen einer kurzen Andacht gesegnet.

Darauf folgte der eigentliche Tunnelanschlag, den die Besucher aus sicherer Entfernung verfolgten. Bürgermeister Klaus Hämmerle lud anschließend in die Mehrzweckhalle Oberwinden ein, um die Feier gemeinsam ausklingen zu lassen.

Alexander Schoch: „Der große Zuspruch der Feier in Winden zeigt, wie wichtig die Ortsumfahrung Winden den Elztälern ist. Dass der lange Kampf um den Bau nun zum Erfolg führte, ist dem großen Einsatz der Windenerinnen und Windener, der BI, den Politikern vor Ort, vor allem dem ehemaligen Bürgermeister Clemens Bieninger, aber auch den Abgeordneten in Bundes- und Landtag zu verdanken. Ich freue mich, dass es nun endlich so weit ist. Glück auf!“

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