Andre Baumann und Alexander Schoch umringt von Festgästen

Alter Gutshof kommt aus dem Feiern nicht mehr raus

Nachdem der Gutshof im Dezember letzten Jahres einen von insgesamt sechs Effizienzpreisen in der Stufe GOLD des Landes Baden-Württemberg erhalten hatte, ist das Interesse an dem denkmalgeschützten Gebäude der Familie Gütermann aus dem Jahr 1908 ungebrochen hoch.
Die Auszeichnung mit dem Effizienzpreis Bauen und Modernisieren in der Kategorie „Modernisierung im Denkmalschutz“ wurde nun nachträglich gebührend gefeiert.
Umweltstaatssekretär Andre Baumann bedankte sich in seinem Grußwort vor allem bei Bürgermeister Urban Singler und Architekt Klaus Wehrle für ihren Mut den alten Gutshof nachhaltig zu sanieren. Baumann war begeistert und nannte den Gutshof ein hervorragendes Beispiel, wie ökologische und ökonomische Ziele auch unter dem Aspekt des Denkmalschutzes gut in Einklang gebracht werden können. Der Gutshof könne somit für andere Projekte ein gutes Vorbild sein. Das gelte ebenso für den Bürgertreff Pferdestall, der den ehemaligen Stall zu festen Zeiten für die Nachbarschaft als Treffpunkt öffnet. Auch die gemeinschaftliche Kraftwärmekopplung-Biomasseanlage sei beispielhaft. Diese Anlage versorge noch weitere Wohngebäude. Der Gutshof könne einen sehr niedrigen Primärenergiebedarf sowie eine sehr effiziente Gebäudehülle für Gebäude dieser Art vorweisen. Bei der Realisierung wurde der Gutshof auch mit Landesmitteln aus dem ELR-Programm zur Förderung des ländlichen Raums unterstützt.

Architekt Klaus Wehrle berichtete von den teils schwierigen Bedingungen und Voraussetzungen von der Planung bis zur Umsetzung des Gutshofes. Er unterstrich die gute Zusammenarbeit mit den Behörden. Der Architekt erläuterte die Kennzahlen für das Projekt, das einen Primärenergiebedarf von 28,50 kWh/Quadratmeter und Jahr, einen Endenergiebedarf von 113,40 kWh/ Quadratmeter und Jahr und einen Transmissionswärmeverlust von 0,447 Watt je Quadratmeter aufweist. Die Baukosten beliefen sich auf rund 1.569 € pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Es sei gelungen, so Klaus Wehrle, die Umnutzung eines historischen Hofguts aus dem Jahre 1908 zu einem Mehrfamilienhaus mit Gemeinschaftsräumen sowohl energetisch als auch gestalterisch umzusetzen. Bürgermeister Singler freute sich, dass nun die Werterhaltung des Denkmals gesichert werden konnte.
„Der Gutshof zeigt auf, dass Wohngebäude energieeffizient und zugleich kostengünstig gebaut und modernisiert werden können und dass es auch möglich ist, bezahlbaren Wohnraum im Bestand zu schaffen.“, resümierte Alexander Schoch.  

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