Immer weniger Kinder lernen schwimmen

Schoch: Zu wenig Schwimmunterricht im Landkreis

Pressemitteilung Nr. 71/2019
Emmendingen, den 01.08.2019

Über die Hälfte der Grundschulkinder können nicht richtig schwimmen. Die Zahl der ertrunkenen Kinder und Jugendlichen steigt auch in Baden-Württemberg Jahr für Jahr. Die DLRG fordert deshalb mehr Schwimmunterricht in den Schulen. Dieser ist eigentlich fester Bestandteil des baden-württembergischen Bildungsplans. Dort ist beispielsweise festgelegt, dass Viertklässler „eine Schwimmart sicher in der Gesamtkoordination von Arm, Beinbewegung und Atmung ausführen“ können. Um das zu erreichen, sind 28 Unterrichtsstunden in den letzten beiden Grundschulklasse vorgesehen.

Ob diese auch stattfinden, hat der grüne Landtagsabgeordnete Alexander Schoch bei den Schulen im Landkreis abgefragt. Das Ergebnis ist erschreckend: größtenteils wird kein oder kein bildungsplankonformer Schwimmunterricht erteilt. Als Gründe geben die Schulen fast durchgehend an, kein Schwimmbad in erreichbarer Nähe zu haben oder in einem vorhandenen Schwimmbad nicht genügend Nutzungszeit zu erhalten. Ausreichend Wasserflächen zur Verfügung zu stellen ist Aufgabe der Schulträger, also der Kommunen. Das Land kann aufgrund einer Vereinbarung mit den kommunalen Landesverbänden Schwimmhallen nicht fördern. Da die Kommunen diese Aufgabe aber offenbar nicht ausreichend wahrnehmen, wandte sich Schoch in einem Abgeordnetenbrief an Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (CDU) und erkundigte sich, ob hier Anpassungen geplant sind. „Wenn die Kommunen den Schulen nicht ausreichen Wasserflächen zur Verfügung stellen und/oder nicht für den Transport der Schülerinnen und Schüler zum Schwimmbad aufkommen und das zur Folge hat, dass immer mehr Kinder nicht schwimmen können, müssen wir etwas tun.“, so der Abgeordnete. Oft werde darauf verwiesen, dass es Sache der Eltern sei, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder schwimmen können. Dies lässt Schoch aber nicht gelten: „Zunächst kann sich nicht jede Familie Schwimmkurse oder den Eintritt in ein Schwimmbad leisten. Und wenn doch, gibt es oft lange Wartelisten bei den Schwimmvereinen oder der DLRG.“

Aus der Antwort des Kultusministeriums geht hervor, dass das Land momentan landesweit Zahlen zum Schwimmunterricht in Baden-Württemberg erhebt, deren Auswertung im kommenden September fertig sein wird. Danach werde über Maßnahmen nachgedacht: „Es wird auf die Ergebnisse ankommen, welche Schritte gegebenenfalls eingeleitet werden müssen.“, so die Ministerin. Alexander Schoch wird sich in Stuttgart weiter dafür einsetzen, dass das Land die Kommunen diesbezüglich wieder mehr unterstützt. Gleichzeitig betont er aber die kommunale Verantwortung: „Es kann nicht sein, dass immer mehr Kinder ertrinken müssen, bevor die Kommunen sich um ausreichend Wasserflächen für Schwimmunterricht kümmern. Neben schönen Freizeitbädern brauchen wir auch Lehrschwimmbecken, die allen Schülerinnen und Schülern möglichst schulnah zur Verfügung stehen.“ Der Abgeordnete hofft, dass man sich nach Abschluss der landesweiten Erhebung zeitnah auf Maßnahmen, wie im Rahmen eines Paktes mit den Kommunen, verständigen kann, die dabei helfen können, dass wieder alle Kinder im Land unabhängig von den Möglichkeiten ihrer Eltern schwimmen lernen können.

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