Windpark Rotzel entsteht

Das aktuell größte Klimaschutzprojekt im Landkreis entsteht auf dem „Rotzel“

Im Rahmen seiner Sommertour lud Alexander Schoch, Mitglied im Ausschuss für Energie, Klima, Umwelt- und Naturschutz des Landtages von Baden-Württemberg zu einer Baustellenbegehung im Windpark „Rotzel“ auf der Gemarkung Biederbach ein.
Andreas Markowsky, Geschäftsführer Ökostromgruppe Freiburg, übernahm die Baustellenführung, an der auch noch Biederbachs Bürgermeister Rafael Mathis, Frank Krause von der BürgerEnergiegenossenschaft Biederbach & Elztal eG und Petra Zentgraf von der Ökostromgruppe teilnahmen.
Zwei der drei genehmigten Anlagen sollen noch dieses Jahr in Betrieb gehen. Die dritte und größte Anlage wird voraussichtlich nächstes Jahr folgen.
Alle drei Windräder werden unterschiedlich groß sein, die kleinste Anlage mit 150 Meter wird am höchste Punkt errichtet, die mittlere Anlage misst 160 Meter und die am tiefsten gelegene Anlage wird mit ihren 230 Metern Höhe auch die leistungsstärkste Anlage, sodass alle drei Windräder an der Flügelspitze nahezu die gleiche Höhe über NN erreichen. Insgesamt haben sie eine Nennleistung von 8,9 Megawatt und werden über 17 Mio. kWh/a erzeugen.
Damit produziert Biederbach zukünftig deutlich mehr Strom als es selber verbraucht. Mittlerweile wird in Deutschland 44 % des Stromes aus erneuerbaren Energien produziert, davon die Hälfte aus Windenergie.
„Das Potenzial für die Windenergie ist sehr groß. Wir brauchen zum einen vernünftige Rahmenbedingungen beim EEG, bei den Ausschreibung und vor allem auch Erleichterungen in den Genehmigungsverfahren und einen starken politischen Willen.“, so Andreas Markowsky.
Alexander Schoch sieht den Baustart als ein wichtiges Zeichen für den Ausbau der erneuerbaren Energie. Hier entsteht das aktuell größte Klimaprojekt im Landkreis. Der Landkreis Emmendingen hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt, bis 2030 soll 100% der Energie aus regenerativen Quellen stammen. Jeder Einzelne, jede Kommune, jeder Landkreis, jedes Bundesland und der Bund müssen ihren Teil zur Erreichung der Klimaschutzziele beitragen. Je mehr Strom regenerativ produziert wird, desto weniger fossile Brennstoffe müssen verstromt und CO2 emittiert werden.
Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern, so Schoch, dürfe die durchschnittliche Erderwärmung bis Ende dieses Jahrhunderts 1,5 Grad nicht übersteigen. Dazu brauche es eine wirksame Reduktion der weltweiten Treibhausgas Emissionen durch eine zügige Umgestaltung des derzeitigen Energiesystems, weg von fossilen hin zu erneuerbare Energieträgern und einem sparsameren Umgang mit Energie und den Schutz der Wälder.
„Wir leben auf einem begrenzten Planeten, über unsere Verhältnisse. Derzeit verbraucht die Menschheit um 50% mehr natürliche Ressourcen als die Erde produziert. Wir müssen lernen mit dem, was unser Planet jährlich erneuert, auch auszukommen. In allen gesellschaftlichen Bereichen braucht es einen tiefgreifenden Wandel hin zu einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien, Kreislaufwirtschaft, Nullemissions-Technologien, biologischen Lebensmitteln, … .
Seinen Dank richtete der Abgeordnete auch an Frank Krause als Vertreter der BürgerEnergiegenossenschaft Biederbach & Elztal eG., die sich bei der Finanzierung der Windräder beteiligt und Bürgermeister Rafael Mathis als Repräsentant der Gemeinde, die sich seit Jahren für dieses Klimaschutzprojekt eingesetzt hat.

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