Jugendlandtag 2019

Jugendliche überreichen prall gefüllte Hausaufgabenhefte an Politiker

175 Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg kamen von 26.-27. Juni nach Stuttgart zum 6. Jugendlandtag. Dieser bietet die Möglichkeit für junge Menschen aus Baden-Württemberg mit Landespolitikern ins Gespräch zu kommen und wird vom Landesjugendring Baden-Württemberg e.V. gemeinsam mit dem Landtag von Baden-Württemberg, der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und dem Ring politscher Jugend Baden-Württemberg organisiert.

Landtagspräsidentin Muhterem Aras begrüßte die Jugendlichen und wies auf die Bedeutung der Jugendlichen in der politischen Debatte hin: „Junge Menschen besitzen eine große Kraftquelle: Ideen und die Unerschrockenheit, das Unmögliche zu verlangen.“

In Workshops zu neun Themen erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Kernthesen zu Themen wie Klimaschutz, Digitalisierung und Mobilität, andere Gruppen debattierten zu Bildung, Jugendbeteiligung und Ehrenamt oder zur Zukunft Europas und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, die sie anschließend mit Abgeordneten diskutierten.

Besonders wichtig war für die Jugendlichen die Absenkung des Wahlalters auf Landesebene. Ein Landesticket für Baden-Württemberg für einen oder zwei Euro am Tag schlugen die Teilnehmer des Mobilitätsworkshops vor, eine Verschärfung der Regelungen für Massentierhaltung, sowie ein Verbot der Fleischwerbung und Schockbilder vergleichbar mit denen auf Zigarettenpackungen war die Kernforderung des Klimaschutz-Workshops.

Das Thema Klimaschutz kam auch im Rahmen einer Aktion im Landtagfoyer zur Sprache, als 10 Jugendliche Aktion im Landtag ein Plakat mit der Aufschrift „Make the planet GRETA again“, mit Bezug zur Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg entrollten. Der Klimapolitik der Landesregierung stellen sie kein gutes Zeugnis aus: Baden-Württemberg wird es nicht gelingen, die eigenen Klimaschutzziele bis 2020 zu erreichen. So könne es nicht weitergehen, mahnte Jannis Krüßmann, einer der Aktionsteilnehmer und forderte die Landesregierung auf, mehr Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen.

Beim sog. „Spitzenvesper“ mit Abgeordneten aus allen Fraktionen und Regierungsmitgliedern am Mittwochabend bestand eine weitere Möglichkeit zum Austausch. Die jugendpolitische Debatte im Landtag am Donnerstag, die die Jugendlichen live verfolgen konnten, war der Abschluss des Jugendlandtags.

Alexander Schoch zieht ein positives Fazit: „Ich freue mich über das große Interesse am Jugendlandtag, auch aus meinem Wahlkreis Emmendingen waren einige hier. Die Tage haben gezeigt, dass die Jugendlichen in Baden-Württemberg bereit sind für mehr Beteiligung. Die Absenkung des Wahlalters würde bedeuten, dass sie sich mit mehr Gewicht in die Politik einbringen könnten, was ich sehr begrüßen würde.“

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