V.l.n.r.: Alexander Schoch, Theresa Schopper und Barbara Schuler bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Amahoro Burundi – Land, Kultur, Menschen. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe“

WELT:BÜRGER gefragt!

Staatsministerin Theresa Schopper in Waldkirch

Die 1991 vom Landtag eingerichtete Stiftung Zusammenarbeit und Entwicklung (SZE) Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, für ein global verantwortliches Handeln zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Das kommt auch der langjährigen partnerschaftlichen Verbindung Baden-Württembergs nach Burundi zugute. In dem ostafrikanischen Land werden momentan sieben Projekte gefördert. Informationen darüber gibt es zur Zeit im Waldkircher Rathaus, wo die Wanderausstellung „Amahoro Burundi – Land, Kultur, Menschen. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe“ gemeinsam mit Fotografien des Ofenbauers Cybulla von dessen Reise nach Burundi 2017 gezeigt wird.

Der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch, der auch der Waldkircher Steuerungsgruppe Fairtrade angehört, hatte die Initiative ergriffen, die Ausstellung ins Elztal zu holen: „Waldkirch ist seit dem vergangenen Jahr Fairtrade-Town. Wie fairer Handel die Menschen vor Ort unterstützt, wird durch die Ausstellung weniger abstrakt.“, berichtet Schoch. Zur Eröffnung kam Staatsministerin Theresa Schopper nach Waldkirch, stellte die entwicklungspolitischen Leitlinien der Landesregierung vor und stand anschließend für Fragen zur Verfügung.

Sie berichtete von den aktuellen Schwierigkeiten aufgrund der politischen Lage vor Ort, und machte deutlich: „Es ist in erster Linie eine Partnerschaft zwischen Menschen.“ 90Prozent der Menschen in Burundi leben von der Landwirtschaft, der Großteil des Landes wird bereits bewirtschaftet. Aufgrund der stark wachsenden Bevölkerung gelte es, so Theresa Schopper, vor allem die Bildung zu fördern und dafür zu sorgen, dass mehr Gewinne der burundischen Produkte im Land bleiben. Welchen Unterschied das macht, lässt sich am Burundi-Kaffee verdeutlichen: während den Kleinbauernfamilien für konventionellen Kaffee unter 10 Prozent des Verkaufserlöses bleiben, sind es bei ca. 25Prozent. Theresa Schopper rief dazu auf, diesen Unterscheid beim Einkauf vor Augen zu haben. Die Unterstützung der Menschen in Entwicklungsländern gehört ebenso wie der Klimaschutz auch zur Bekämpfung von Fluchtursachen. In Deutschland wächst der Anteil der fair gehandelten Produkte zur Zeit stark, liegt aber noch weit hinter dem europäischen Spitzenreiter im Fairtrade-Konsum, der Schweiz. Theresa Schopper freute sich, dass sich Waldkirch als fairtrade town engagiert und dieses Engagement mit dieser Ausstellung und dem Rahmenprogramm zum Ausdruck bringt.

Oberbürgermeister Roman Götzmann, der als Büroleiter des ehemaligen Landesministers für internationale Angelegenheiten Peter Friedrich bereits mit der Partnerschaft mit Burundi befasst war, bedankte sich bei Theresa Schopper für ihr Kommen und ihren interessanten Vortrag zu den entwicklungspolitischen Leitlinien Baden-Württembergs.

Die Waldkircher haben im örtlichen Weltladen die Möglichkeit, fair gehandelte Produkte zu kaufen. Den besuchte Theresa Schopper gemeinsame mit Alexander Schoch im Anschluss an den Vortrag im Rathaus. Der Laden wird durch den WABE Waldkirch e.V. und viel ehrenamtliches Engagement betrieben. Neben Kaffee, z.B. den im Bruckwald gerösteten Sorten, gibt es hier auch Kunsthandwerk und schöne Geschenkartikel, deren Erlös der Existenz der Erzeuger zugutekommt. Dass dieses Geld sinnvoll investiert wird, hatte Theresa Schopper bereits in ihrem Vortrag im Rathaus verdeutlicht: Der Faire Handel ist ein wirkungsvolles Instrument der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. So zeigte sich in Untersuchungen, dass Kommunen, die durch die Erzeugung von Fairtrade-Produkten mehr verdienen, dieses Geld vor allem für die Schulbildung ihrer Kinder ausgeben. „Ein chancengerechter Zugang zu Bildung, auch und gerade für Mädchen in Entwicklungsländern, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben in der Entwicklungspolitik.“, sagte Alexander Schoch. „Mit dem Einkauf von Fairtrade-Produkten kann jeder seinen Teil dazu beitragen.“

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