Die Städtepartnerschaften haben Europa zu einem Projekt der Völkerverständigung und des Friedens gemacht

Der Grüne Ortsverband Waldkirch hatte zu einem Informationsgespräch zum Thema Städtepartnerschaften und Europa ein Projekt der Völkerverständigung und Friedens zum Europabrunnen in der Schlettstadtallee eingeladen.

Der Landtagsabgeordnete und Mitglied des Oberrheinrates Alexander Schoch stellte die Bedeutung der Städtepartnerschaften im Rahmen des Friedensprozesses nach dem 2. Weltkrieg dar. 

Der europäische Einigungsprozess als Friedensprojekt und Projekt der Völkerverständigung ist eine große Erfolgsgeschichte, so der Landtagsabgeordnete. Dennoch steht Europa vor großen Herausforderungen. Die Eurozone konnte nur unter größten Anstrengungen vor dem Zerfall bewahrt werden, populistische Parteien gewinnen an Bedeutung und mit Großbritannien hat sich einer der größten Mitgliedstaaten aus der Europäischen Union verabschiedet. Die über Jahrzehnte vorangetriebene politische Integration wird zum Spielball populistischer Gruppierungen, wenn es nicht gelingt, die Bevölkerung an das europäische Projekt zu binden. Gerade die Städtepartnerschaften sind die Keimzelle des europäischen Projektes und haben wie zwischen den beiden Städten links und rechts des Rheins Selestat und Waldkirch die Völkerverständigung zu fördern. Die Beziehungen zwischen Vereinen, Schulen und Politik sind das Fundament der Freundschaft dieser beiden Städte und haben zum gegenseitigen Verständnis und der nun über 50jährigen Freundschaft beigetragen. Diese Begegnungen der Menschen zwischen den beiden Städten haben ein Bewusstsein für die Lebensrealität im Partnerland geschaffen.

Alexander Schoch an der Infotafel zu den Waldkircher Städtepartnerschaften

Europa muss im Alltag der Bürgerinnen und Bürger greifbar sein. Die Menschen müssen erfahren, dass sie Teil einer europäischen Gemeinschaft sind. Nur so können sie einen europäischen Bürgersinn entwickeln. Hierbei sind eben die Städtepartnerschaften ein zentraler Ansatzpunkt, da sie allen Bevölkerungsschichten einen Zugang zu europäischen Nachbarländern bieten. Zum Verständnis der Europäischen Idee und zur Schaffung gemeinsamer Institutionen braucht es Initiativen, die ein vereintes Europa „von unten“ begründen. Viele Probleme, die wir heute und in der Zukunft bewältigen müssen, wie der Klimawandel zu stoppen oder gegen den Rückgang der Artenvielfalt zu kämpfen, ist gerade auch heute am Weltbienentag wichtig darauf hinzuweisen.

Der besondere Mehrwert liegt in der persönlichen Begegnung und dem Kennenlernen der Lebensbedingungen vor Ort. Die Erfahrung der Gastfreundschaft und des Willkommenseins in einer fremden Umgebung sind ein zentraler Bestandteil der Austauscherfahrung und werden häufig als sehr emotional wahrgenommen. Darum ist es für die Partnerschaften wichtig, dass es viele aktive Bürger gibt, die sich für diese Städtepartnerschaft einsetzen um die Kontinuität in den Beziehungen zur Partnerstadt zu sichern, so Alexander Schoch.

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